Die grosse Rückrunden-Prognose des Blick-Experten
Bei wem sich Kubi entschuldigt und wen er als Meister sieht

Kubi entschuldigt sich bei Thun-Trainer Mauro Lustrinelli für seine Saison-Prognose mit den Berner Oberländern auf dem zweitletzten Platz. Er revidiert seine Meister-Vorhersage und sieht Basel und YB im freien Fall.
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Blick-Experte Kubilay Türkyilmaz (r.) entschuldigt sich bei Thun-Trainer Mauro Lustrinelli für seine Saisonprognosse. Hier die Beiden im Bellinzona-Training im Jahr 2000.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Kubi entschuldigt sich für Thun-Prognose und tippt auf Lugano als Meister
  • Thun überrascht mit 13 Siegen aus 19 Spielen auf Platz 1
  • Die neue Kubi-Tabelle: 1. Lugano, 2. St. Gallen, 3. Thun, 4. Basel, 5. YB
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Alain KunzReporter Fussball

Es gibt einen geflügelten Satz im Fussballbusiness – und der geht so: Wenn du beim Wetten viel Geld gewinnen willst, dann tippe das Gegenteil von dem, was Kubi voraussagt … Nun, ganz so schlimm ist es nicht. Aber im Fall Thun lag Blick-Experte Kubilay Türkyilmaz (58) komplett daneben. Thun in der Kubi-Saisonprognose: Platz 11. Thun in der Realität: Platz 1. «Das hat niemand vorausgesehen», wehrt sich der Tessiner. «Dennoch habe ich mich auf TeleTicino bei Coach Mauro Lustrinelli entschuldigt», so Kubi weiter. «Er sagte, er habe ja in der Tat eigentlich nicht das Kader, um auf Platz eins zu stehen.» Aber so sei das manchmal im Fussball, wenn die grossen Teams ihr Potenzial nicht ausschöpften. «Doch nach dreizehn Siegen in neunzehn Spielen muss man zum Schluss kommen: Das ist nicht mehr Zufall. Das ist nicht nur ein Wink des Schicksals. Das ist mehr!»

Freude an einem Meister Thun

Stellt sich nur noch die Frage: Kann das für den Titel reichen? «Ich hätte grosse Freude, könnten das die Oberländer durchziehen. Denn ein Meister mit einem kleinen Budget, der den Grossen mit den grossen Budgets einen Spiegel vorhält, wie man das mit viel weniger Geld bewerkstelligen kann, tut immer gut. Aber am Ende des Tages wird das Kader doch zu dünn sein, um das durchzuziehen.»

Doch bei seinem Meistertipp bleibt der 62-fache Nationalspieler dann nicht. Er hatte auf Basel gesetzt. «Basel spielt nicht mehr den offensiv enorm gefährlichen und effektiven Celestini-Fussball. Unter Ludovic Magnin ist Basel statischer geworden, berechenbarer, trotz Xherdan Shaqiri.» Den Baslern würden gegenüber der letzten Saison 14 Tore fehlen, auch wenn sie einen Punkt mehr hätten. «Am Ende wird das nicht reichen.»

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Ausverkauf im Oberland?«Wir unterschätzen Thun»

Komplettestes Team wird Meister

Und so tippt Kubi neu auf den FC Lugano. «Lugano ist das kompletteste Team. Den Abgang von Ayman El Wafi haben sie mit dem besseren Hannes Delcroix mehr als kompensiert. Der Klub hat mit dem neuen Stadion vor Augen eine Riesen-Zusatzmotivation, ein Top-Kader und einen Trainer, der diese Saison mit dem Krisenmanagement in der miserablen Anfangsphase noch gewachsen ist.» Mattia Croci-Torti müsse einzig dafür sorgen, seine Stars bei Laune zu halten. «So gesehen, macht er denselben Job wie Kompany bei Bayern oder Enrique bei PSG. Einfach auf anderem Level.» Den Fall Behrens müsse man sofort lösen, denn genau in solchen Störaktionen liege die einzige Gefahr für die Ticinesi.

YB-Missgriffe in der Trainerfrage

YB? «Die bringen einfach die nötige Zuversicht und Gelassenheit nicht aufs Tapet. Dabei haben sie das beste Kader. Es ist sogar leicht besser als jenes von Lugano. Der Klub scheint mir derzeit in einer gewissen Ratlosigkeit zu versinken.» Das habe sich auch in der Trainerfrage gezeigt, als man sich mit Patrick Rahmen und Giorgio Contini zuletzt zwei Missgriffe geleistet habe. «Und auch die Lösung mit Gerardo Seoane ist nicht die richtige. Einen Trainer zurückzuholen, der von seiner Vergangenheit lebt, der deshalb als Patron zurückkommt, das ist zu diesem Zeitpunkt nicht die optimale Lösung.»

YB bräuchte im Moment einen Coach, der Demut vorlebt. Und keinen, für den die Aufgabe zu gross sei wie Rahmen, keinen, der als Nati-Star gekommen sei wie Contini und keinen, der als bestandener Bundesliga-Coach zurückkomme. «YB hat den richtigen Mann im Haus, hat ihn aber zweimal nicht zum Chef befördert, was ich nicht verstehe: Joël Magnin. Er hätte das Zeug zum neuen Croci-Torti, der auch als jahrelanger Assistent den Durchbruch geschafft hat.» Aber YB sei ohnehin kompliziert geworden, denn es reiche nicht mehr, «nur» zu siegen, wie auch der Fall Raphael Wicky gezeigt habe. «Man erwartet auch Spektakel. Weshalb ein YB-Coach sich vorkommen muss wie der Trainer von Barcelona oder Bayern.»

St. Gallen mit grösstem Unterhaltungswert

Vizemeister wird in den Augen des Bellinzonesen deshalb weder Basel noch YB, sondern St. Gallen. «Die Ostschweizer haben den grössten Unterhaltungswert in der Liga. Allein dafür sollten sie ein paar Zusatzpunkte erhalten. Ihre Unberechenbarkeit macht mir Spass.» Viel hält Kubi vom neuen FCZ-Coach Dennis Hediger. «Mir gefällt, mit welcher Zuversicht ausstrahlenden Ruhe Dennis an der Linie steht. Gelingt es ihm, das grosse, schlummernde Offensivpotenzial zu wecken, indem er die Zürcher Angreifer zu Teamspielern trimmt, packt der FCZ die Championship Group.»

Die nächsten Plätze gehen an Servette, Sion, Luzern und Lausanne. Bei allen das Kurzurteil: Zu gut, um irgendetwas mit dem Abstiegskampf zu tun zu haben. Zu wenig gut für die Top sechs. «Servette ist irgendwie schräg. Ich hatte die Genfer auf Platz drei getippt. Aber fünf Siege aus 18 Spielen ist eine Katastrophenbilanz. Sie sind das Anti-St.-Gallen: zu berechenbar. Ein Klub, der in einer Übergangsphase steckt.

Sion, Luzern und Lausanne sind weder Fisch noch Vogel

Sion ist solid, hängt aber zu stark von Exploits von Chouaref oder Kololli ab. Das reicht nicht für die Topgruppe oder gar Europa.» Ähnliches gilt für den FC Luzern. «Die Innerschweizer sind die Überraschungsbox der Liga. Was logisch ist bei so vielen Jungen.» Aber um höhere Ambitionen hegen zu dürfen, hätten sie zu wenig Di Giustos. «Mir ist ohnehin ein Rätsel, warum der nicht bei YB, Basel oder Lugano spielt. Der ist zu gut für Luzern.»

Gefallen findet Kubi auch an Lausanne und Coach Peter Zeidler. «Die Attraktivität dieses Teams kann enorm hoch sein. Aber das Spektakel mündet viel zu selten in Konkretisierung wie beim 5:0 gegen YB. Zudem ist das Kader zu klein für die Conference League, die Lausanne wohl bereits sechs, sieben Punkte gekostet hat. Und nun fällt mit Théo Bair noch der beste Torschütze aus.»

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Abstiegskampf auf der Schützi:«Winti hat trotz wenig Geld viele Spieler im Kader»

GC-Trauerspiel und Winti-Abstieg

Die Abstiegszone, so Kubi, wird diese Saison klein sein. Zwei Teams: GC und Winterthur. «Bei den Hoppers geht das Trauerspiel weiter. Trotz des grossen Namens. Trotz der Tradition. Trotz des fähigen Sportchefs. Trotz eines Trainers mit einem Plan. Trotz vorhandenen Geldes. Ist es wirklich so schwierig, vier, fünf bestandene und starke Spieler zu holen und mit den Jungen rundherum eine kompetitive Mannschaft auf die Beine zu stellen?» Die Frage ist rhetorisch. Und so landet GC bei Kubi wieder in der Barrage. Wie die letzten beiden Saisons.

Und zum Schluss der Absteiger. «Diesmal gibts kein Winterthur-Wunder. Ohne Di Giusto sowieso nicht.» Auch wenn mit Patrick Rahmen ein Trainer die Zürcher coacht, der perfekt zum Klub passe. Aber die Qualität fehle schlicht und einfach.

Die Kubi-Prognose

1. Lugano
2. St. Gallen
3. Thun
4. Basel
5. YB
6. Zürich
7. Servette
8. Sion
9. Luzern
10. Lausanne
11. GC
12. Winterthur

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
26
32
61
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
26
19
47
3
FC Lugano
FC Lugano
26
12
46
4
FC Sion
FC Sion
26
9
40
5
FC Basel
FC Basel
26
5
40
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
26
0
36
7
FC Luzern
FC Luzern
26
3
33
8
FC Zürich
FC Zürich
26
-11
31
9
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
26
-3
30
10
Servette FC
Servette FC
26
-7
28
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
26
-13
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
26
-46
14
Meisterschaftsrunde
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