Darum gehts
- Michel Renggli (46) ist Favorit als neuer FCL-Trainer in Luzern
- Ehemalige Spieler loben ihn für nahbare Art und 1:1-Coachings
- Die Entscheidung fällt bis Ende Mai
Seit langem wird Michel Renggli (46) in Luzern als möglicher Nachfolger von Mario Frick (51) gehandelt. Den Anstoss dazu gab sein sensationeller Erfolg mit der U21 in der Saison 2022/23, als er die Promotion League gewann. Seitdem gilt er bei vielen als der logische Erbe des Liechtensteiners – nicht zuletzt, weil der ehemalige FCL-Captain die Klub-DNA verinnerlicht hat: als Profi während sechs Jahren und in über elf Jahren als Nachwuchstrainer.
Aus internen Klubkreisen ist derzeit zu hören, dass sich Renggli diese Chance längst verdient hat. Selbst Spieler hätten ihn bereits gefragt, ob er nun zu den Profis aufsteige.
Doch ist der Hergiswiler auch für Sportchef Remo Meyer (45) die logische Lösung? «Fussball und Logik – das sind immer so zwei Sachen», relativiert Meyer.
Das sagen seine Ex-Spieler
Fakt ist: Renggli gehört zu den Kandidaten für den Trainerjob. Zumal er selbst betont hat, den Schritt in den Profifussball machen zu wollen. Auch Meyer hat mehrfach erklärt, dass es interne Kandidaten gebe – und Renggli einer davon sei. Aber was für ein Trainer ist er eigentlich?
Blick hat bei einigen seiner ehemaligen Spieler nachgefragt. Der Tenor ist positiv: Renggli sei nahbar, menschlich, er wisse, was seine Spieler brauchen, und sei ein grundsätzlich cooler Typ, der grossen Wert auf Teambuilding lege. Einer ergänzt: «Er hat die Gabe, einzelne Spieler besser zu machen. Seine 1:1-Coachings waren hervorragend, weil er einerseits Autorität ausstrahlt, andererseits aber immer ein gutes Gefühl vermittelt.»
Zwischen Lockerheit und Taktik
Kritik gibt es dennoch: Manche Spieler bemängeln, dass die Trainingseinheiten gelegentlich zu locker gewesen seien und taktische Inhalte zu kurz kamen. Gleichzeitig sind sie überzeugt, dass dies der Altersstufe geschuldet war und sich im Profibereich schnell ändern würde, da der Unterschied zwischen Junioren- und Erwachsenenfussball erheblich sei.
Dass Renggli taktisch auf der Höhe ist, zeigt sich schon allein an seiner Flexibilität bei den Spielsystemen. Wie Frick greift er manchmal auf die 4-4-2-Raute zurück, bevorzugt wird jedoch das 4-3-3. Ein anderes System dürfte für Meyer ohnehin kein Problem darstellen: Zum einen passt es zu vielen Spielern im Kader, zum anderen hat Meyer in seiner neunjährigen Amtszeit nie darauf bestanden, dass beim FCL nur ein einziges System gespielt wird. Im Nachwuchs gehe es stets um Spielprinzipien, nicht nur um feste Taktik, betont man auf der Allmend immer wieder.
Die entscheidende Frage
Ein offenes Fragezeichen bleibt das Verhältnis zwischen Renggli und Meyer. Der Sportchef betonte kürzlich, wie wichtig die Chemie mit dem Trainer sei – gerade weil er mit Frick ein enges Verhältnis pflegte. «Selbstverständlich darf man sich reiben und anderer Meinung sein. Grundsätzlich muss man jedoch zusammenbleiben, ein gemeinsames Ziel verfolgen und gemeinsam etwas erreichen wollen.»
Ob das auf Profistufe zwischen Renggli und Meyer harmonieren würde, wissen nur die beiden. Fest steht: In allen weiteren Punkten erfüllt Renggli das Anforderungsprofil von Meyer. Als langjähriger Nachwuchstrainer trägt er die Nachwuchsphilosophie des Klubs mit und bringt – wie frühere Spieler attestieren – mutiges Leadership mit. Zwei Eigenschaften, die für den Sportchef zentral sind.
Ob der FCL nach vielen Nachwuchsspielern nun mit Renggli auch einem Nachwuchstrainer die Chance auf den Durchbruch gibt, bleibt jedoch offen. Klarheit wird spätestens Ende Mai herrschen.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |

