Darum gehts
- Mario Frick verlässt den FC Luzern im Sommer nach viereinhalb Jahren.
- Frick kritisiert fehlende erfahrene Spieler für höhere Ziele im Klub.
- Noch sieben Spiele, letztes gegen Winterthur; Frick will ins Ausland.
«Im Herbst hätte ich mir gut vorstellen können, der Christian Streich des FC Luzern zu werden», sagt Mario Frick (51) beim ersten Medientermin nach der Bekanntgabe der Trennung im Sommer. Ein Gedanke aus einer Zeit, in der eine Vertragsverlängerung beinahe Formsache war – und der ihm auch heute noch abgenommen wird. Er zeigt, wie eng sich der Liechtensteiner mit der Zentralschweiz verbunden fühlt.
Gleichzeitig machen seine Worte deutlich, wie schnelllebig das Fussballgeschäft ist – und wie gross Fricks Ambitionen sind. Er will nicht mehr nur ausbilden, sondern bei seiner nächsten Station um feste Ziele spielen. «Junge einzubauen, ist mein Steckenpferd. Aber du brauchst auch die richtigen, routinierten Spieler an der Seite, um Höheres zu erreichen. Und das war bei uns ein Stück weit zu wenig.»
Klare Ambitionen nach Luzern
Seine Schlussfolgerung ist entsprechend klar: «Für mich ist wichtig, dass der nächste Klub ambitioniert ist, für ein klares Projekt steht und klare Ziele vorgibt. Sollte ich in eine zweite Liga gehen, müsste es dort um den Aufstieg gehen», sagt er. Man spürt Frick an, wie sehr es ihn wurmt, dass er in viereinhalb Jahren beim FCL keinen Titel gewinnen konnte. «Ich habe Remo Meyer zu Beginn gesagt, dass ich diesen Klub wachküssen und mit ihm einen Titel feiern will», erzählt er.
Umso bitterer, dass Luzern die Titelchance in dieser Saison derart leichtfertig aus der Hand gab. Der blasse Auftritt auf der Pontaise gegen Stade Lausanne-Ouchy zerstörte sämtliche Cup-Träume. «Es nervt mich immer noch», sagt Frick. Das Cup-Aus sowie die erste grössere Krise zwischen November und Januar führten schliesslich dazu, dass bei ihm und Sportchef Remo Meyer (45) die Überzeugung reifte: Der Sommer ist der richtige Zeitpunkt für eine Trennung. «Ich wollte nicht, dass diese aussergewöhnliche Zusammenarbeit irgendwann auf eine Weise endet, die ihr nicht gerecht wird – also in einer Entlassung.»
Noch sieben Spiele bleiben
Das wurde auch im Gespräch der beiden rasch deutlich, erzählt Frick. Der Entscheid habe dann viele Reaktionen ausgelöst. Frick zeigt sich bewegt. Besonders eine Nachricht von Aleksandar Stankovic habe ihn berührt. «Das war sehr emotional.» Generell blickt er mit viel Wärme auf seine Zeit in Luzern zurück: «Es war wie eine Familie. Die Menschen werden mir fehlen. Die vielen Ups und Downs haben uns extrem zusammengeschweisst.» Sein Fazit: «Mein Herz ist blau-weiss.»
Noch sieben Spiele bleiben ihm an der Seitenlinie – das letzte ausgerechnet in Winterthur. Schon als Vaduz-Trainer bestritt er dort sein Abschiedsspiel. «Schade, dass es wieder auswärts ist, aber das kann ich nicht ändern. Mit Winterthur haben wir zudem noch eine Rechnung offen.» Tatsächlich ist der FCW das einzige Team, gegen das Luzern in dieser Saison noch nicht gewinnen konnte.
«Ausser bei Grün-Weiss»
Und danach? «Ich hoffe, mein Berater Maikel Stevens (Anm. d. Red: der Sohn von Huub Stevens) bekommt jetzt einiges zu tun», sagt Frick mit einem Lächeln. Deutschland ist seine Wunschdestination, Italien bleibt eine Option. Und ein Engagement in der Schweiz? «Bevor ich aufs RAV gehe, möchte ich unbedingt weiter als Trainer arbeiten. Sollte sich hier etwas ergeben – ausser bei den grün-weissen Erzrivalen –, würde ich das nicht ausschliessen.»
Das klingt offener als früher. Dennoch betont Frick, der zusammen mit seinem Assistenten Roman Matter weiterziehen wird: Das Ausland hat absolute Priorität – auch aus Verbundenheit zum FCL. «Ich schliesse nicht aus, irgendwann zurückzukehren, um mein grosses Ziel doch noch zu erreichen: mit Luzern einen Titel zu gewinnen.»
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 31 | 37 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Basel | 31 | 8 | 52 | |
4 | FC Lugano | 31 | 10 | 51 | |
5 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
6 | BSC Young Boys | 31 | 5 | 46 |

