Der FCB wird in St. Gallen grün und weiss geprügelt
«Wir hatten keine Antwort auf den Siegeshunger des Gegners»

Der FC Basel wird in St. Gallen schon in der ersten Halbzeit abgefertigt und an die Wand gespielt. FCB-Trainer Stephan Lichtsteiner gibt sich gefasst, doch der Auftritt muss dem früheren Siegertypen zu denken geben.
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Auch in St. Gallen geht der FCB wieder als Verlierer vom Platz.
Foto: Philipp Kresnik/freshfocus
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Stefan KreisReporter Fussball

Eines muss man Stephan Lichtsteiner (42) lassen. Der Mann ist wach. Wenn der Ball an seiner Linie ins Aus rollt, leitet er umgehend den Angriff ein. Da drückt der rechte Aussenverteidiger durch, der er jahrelang war.

Insgesamt 625 Pflichtspiele absolvierte Lichtsteiner in seiner grossen Karriere, so unterlegen wie in der ersten Halbzeit gegen den FCSG war er wohl noch nie.

Auf die Frage, ob das die schlechteste erste Halbzeit seiner Trainerkarriere gewesen sei, antwortet der FCB-Trainer: «Sicher die schwerste. Wir hatten keine Antwort auf die Physis, die Intensität und den Siegeshunger des Gegners.» Es sind Eigenschaften, die Lichtsteiner als Spieler ausgezeichnet haben. Umso bitterer, dass seine Spieler auf der ganzen Linie versagen.

«Wir haben daran geglaubt, zurückkommen zu können»

Während einer längeren Verletzungspause, beim Stand von 0:3, trifft sich die Mannschaft nahe Mittelkreis zu einer Krisensitzung. Lichtsteiner selbst nimmt keinen Einfluss. Auch auf Auswechslungen verzichtet er, obwohl sich der FCB in den ersten 30 Minuten so inferior wie noch selten in der Geschichte der Super League präsentiert. Hätte Marwin Hitz keinen Sahnetag erwischt, hätte den Bebbi ein Komplett-Debakel gedroht.

«Der Trainer hat uns in der Halbzeitpause gesagt, dass wir uns nicht abschlachten lassen sollen», sagt Kevin Rüegg. Lichtsteiner selbst sagt, es sei wichtig gewesen, der Mannschaft zu vermitteln, dass es solche Spiele gebe. Und dass man selbst jene drehen kann, die nach 45 Minuten ausweglos erscheinen. «Wir haben daran geglaubt, dass wir mit einem Tor zurück ins Spiel kommen können.»

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So drohen Siegertypen noch einige Pleiten

Zu einer krachenden Kabinenpredigt ist es nicht gekommen, allgemein wirkt Lichtsteiner ruhiger. Im Vergleich zu den letzten Spielen ist er an der Seitenlinie schon fast ein Lamm. «Ich nehme Kritik von aussen entgegen. Ich wollte ruhiger sein und das ist mir heute geglückt.»

Ein emotionaler Mensch bleibt er trotzdem. Und ein Siegertyp. Sieben Meistertitel hat Lichtsteiner mit Juventus Turin gewonnen, als Trainer steht er nach zehn Spielen bei drei Siegen und sechs Niederlagen. Spielt seine Mannschaft so wie in der ersten Halbzeit gegen den FCSG, dann werden in dieser Saison noch viele Pleiten dazukommen.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
29
34
68
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
29
23
54
3
FC Lugano
FC Lugano
29
10
49
4
FC Basel
FC Basel
29
4
46
5
FC Sion
FC Sion
29
8
42
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
29
3
42
7
FC Luzern
FC Luzern
29
3
36
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
29
-2
36
9
Servette FC
Servette FC
29
-6
33
10
FC Zürich
FC Zürich
29
-16
31
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
29
-14
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
29
-47
16
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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