Darum gehts
- FC Basel verliert 1:3 gegen St. Gallen, Fans verlassen St. Jakob-Park früh
- Präsident Degen kündigt Kader- und Staff-Überprüfung an, Lichtsteiner bleibt Trainer
- Bis zu 15 Spielerabgänge erwartet, Punkteschnitt unter Lichtsteiner aktuell bei 1,1
Am Ende hätte es noch kleine Geschenklein für die treuen Fans gegeben. Aber der St. Jakob-Park war da schon so leer, dass die Goodies schon sehr genau geworfen werden mussten, um noch einen Abnehmer zu finden. So rasch haben die Menschen in Basel ihr Stadion schon lange nicht mehr verlassen.
Es ist eine völlig missratene Saison, die der FC Basel da hingelegt hat. Beim 1:3 gegen St. Gallen wirken die meisten Spieler gegen Ende, als wollten sie einfach nur, dass das alles möglichst rasch vorbei ist. Und FCB-Präsident David Degen (43) sagt vor der SRF-Kamera: «Die letzten Spiele und die ganze Saison haben gezeigt, dass wir alles hinterfragen müssen. Vom Staff über Spieler bis zur sportlichen Leitung. Wir müssen jeden Stein umdrehen und hoffentlich mit den richtigen Schlüssen in die neue Saison gehen.»
«Der Trainer der neuen Saison ist Lichtsteiner»
Degen stellt also alles und alle infrage. Alle, bis auf einen. «Der Trainer der neuen Saison ist Stephan Lichtsteiner.» So sagt das Degen. Und das, obwohl Lichtsteiner nach der Niederlage gegen die Ostschweizer über alle Wettbewerbe gesehen bei einem Punkteschnitt von 1,1 angekommen ist.
Aber Degen hat natürlich recht. Der Trainer allein ist nicht verantwortlich dafür, dass dieser FCB gerade den Kampfwillen eines herzschwachen Meerschweinchens ausstrahlt. Auch nicht, dass die Mannschaft wie eine Ansammlung junger Männer wirkt, die gerade sehr mit sich selber beschäftigt sind. Und sich deswegen nicht darum kümmern können, was die Menschen links und rechts von ihnen machen.
Lichtsteiner hat bislang auch nicht den Eindruck erweckt, als ob seine Arbeit irgendetwas verbessert hätte. Vielleicht liegt es am Wetter an diesem Auffahrtsdonnerstag. Aber irgendwie schwebt über dem Nachmittag ein Hauch von Endzeitstimmung. Erst wird Goalie Marwin Hitz (38) verabschiedet. Dann Sportchef Daniel Stucki (44). Am Ende verabschieden sich die letzten Hoffnungen des FCB, doch noch auf einen Europacup-Platz zu klettern.
Was Lichtsteiner Hoffnung gibt
Es dürften noch ganz viele weitere Abschiede folgen. Bis zu 15 mögliche Abgänge hat Blick Anfang Mai aufgelistet. Darunter auch Dominik Schmid (28), der kürzlich seinen Berater gewechselt hat.
Als Blick Schmid nach dem St.-Gallen-Spiel auf seine Zukunftspläne anspricht, sagt er: «Ich gehe in die Ferien. Wenn du wissen willst, wie lange mein Vertrag noch läuft, kannst du im Internet nachschauen. Er läuft noch ein Jahr. Von daher: alles easy.» Das ist keine Abschiedsrede. Klingt aber auch nicht wie ein Treueschwur.
Bevor Stephan Lichtsteiner den Presseraum verlässt, wird er noch gefragt, was ihm Zuversicht gebe mit Blick auf die kommende Saison. «Hoffnung gibt mir, dass ich nicht das erste Mal in so einer Situation bin», sagt Lichtsteiner. Und weiss, dass das ja nur halb stimmt. Als Spieler mag er schon schwierige Situationen durchlebt haben. Aber als Trainer ist das alles Neuland für ihn.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 37 | 28 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 37 | 25 | 69 | |
3 | FC Lugano | 37 | 13 | 64 | |
4 | FC Sion | 37 | 23 | 62 | |
5 | FC Basel | 37 | 1 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 37 | 11 | 54 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |
