Darum gehts
Noch bis Ende Juni ist Daniel Stucki (44) offiziell beim FCB angestellt. Bei der Kaderzusammenstellung für die neue Saison ist der scheidende Sportchef aber kaum bis gar nicht mehr involviert. Bis ein Nachfolger gefunden ist, dürfte sich die Basler Sportkommission um die drängendsten Transferfragen kümmern. Gut möglich, dass bald auch Andreas Herrmann (34) und Marko Filipovic (47) involviert werden. Beide haben aktuell tragende Rollen im Nachwuchs und Scouting von Manchester United, sollen aber schon bald für Rotblau in Basel arbeiten. Es hängt nur noch an Details.
Herrmann soll der neue Hauptverantwortliche bei der Zusammenstellung der 1. Mannschaft werden, Filipovic eine starke Figur im Nachwuchs. Zusätzlich ist der FCB auf der Suche nach einem Stucki-Ersatz, der allerdings mit weniger Entscheidungskompetenzen ausgestattet werden soll. So oder so, auf die neuen Verantwortlichen wartet sehr viel Arbeit: Im FCB-Kader kommt es in diesem Sommer zum Mega-Umbruch.
Schon länger steht der Abgang von Marwin Hitz (38) fest. Stucki hatte sich in den vergangenen Wochen intensiv mit möglichen Nachfolgern beschäftigt. Insgesamt fünf Namen standen zuletzt auf der Liste des FCB-Sportchefs. Laut Blick-Infos befindet sich Ex-Nati-Goalie Jonas Omlin (32) weiterhin in der Poleposition, während Yann Sommer (37) die Traumlösung bleibt.
Leihspieler haben nicht überzeugt
Ganz sicher keine Zukunft in Basel haben die beiden Leihspieler Julien Duranville (19) und Koba Koindredi (24). Der belgische Flügel, den man im Winter per Leihe aus Dortmund geholt hat, wird zum BVB zurückkehren. Obwohl Duranville in der Super League keinerlei Spuren hinterlassen wird, könnte sich der Deal für den FCB am Ende auszahlen. Basel erhält im Falle eines künftigen Verkaufs einen erheblichen Anteil. Auch für Koindredi geht es zurück zu Stammklub Sporting Lissabon. Der Franzose hat in Basel nicht annähernd an die Leistungen anknüpfen können, die er in der Vorsaison bei Lausanne-Sport gezeigt hat. Die Kauf-Option wird der FCB darum nicht ziehen.
Dafür würde der entthronte Meister gerne selbst mehrere Spieler verkaufen. Vor allem zwei sollen den Baslern eine ordentliche Millionensumme in die Kasse spülen. Bénie Traoré (23) würde nach zwei Jahren gerne den nächsten Schritt machen. Schon im letzten Sommer und Winter gab es Interesse aus dem Ausland. Im Optimalfall winkt für den FCB eine Ablöse im zweistelligen Millionenbereich. Eine ähnliche, wenn nicht sogar grössere Summe könnte man bei einem Transfer von Metinho (23) einbringen. Der brasilianisch-kongolesische Doppelbürger steht bei mehreren ausländischen Klubs auf dem Zettel.
Was passiert mit Transfer-Flop Broschinski?
Eine hübsche Einnahme soll auch Philip Otele (27) einbringen. Derzeit ist weiter offen, ob Hamburg die Kauf-Option in Höhe von fast 5 Millionen Euro ziehen wird. Tendenz: eher nein. Bis Mitte Juni ist die Klausel noch aktiv. Wird sie von den Hamburgern nicht gezogen, soll aber eine Gebühr an die Basler fällig werden. Für den FCB wird der Nigerianer aber kaum mehr auflaufen. Verzichtet der HSV auf einen fixen Transfer, soll Otele an einen anderen Klub verkauft werden. Schliesslich hat der Flügel in der Bundesliga bewiesen, dass er das Zeug hat, um in einer Topliga spielen zu können. Auch der Spieler hat kaum Interesse an einer Rückkehr nach Basel.
Schon länger eine Luftveränderung wünscht sich auch Finn van Breemen (23). Der Verteidiger ist in diesem Frühling von seiner einjährigen Kreuzbandverletzung zurückgekehrt. Unter Stephan Lichtsteiner (42) kommt der Holländer aber erst auf einen Kurzeinsatz auf dem Konto. Van Breemen würde den FCB darum gerne verlassen.
Eine Lösung mit einem anderen Klub scheint auch im Fall von Moritz Broschinski (25) die einzige Option. Weil man den Transfer-Flop in diesem Sommer aber wohl nur mit viel Verlust verkaufen könnte, ist eine Leihe wahrscheinlicher. Gleiches gilt für Abwehrjuwel Marvin Akahomen (18), das endlich regelmässig zu Einsatzminuten kommen soll.
Schmid hat den Berater gewechselt
Ein weiterer Verkaufskandidat ist Marin Soticek (21). Der kroatische U21-Nationalspieler kam vor zwei Jahren für fast drei Millionen Franken von NK Lokomotiva. Sein Potenzial hat der Flügelspieler immer wieder mal angedeutet, der von allen erhoffte Durchbruch hat er aber nie geschafft. Interessenten aus dem Ausland soll es trotzdem geben. Das gilt auch für Léo Leroy (26). Der französische Mittelfeldspieler, dessen Leistungen in der Rückrunde stagnierten, könnte ebenfalls verkauft werden.
Auf der Liste der möglichen Abgänge könnte auch der Name von Dominik Schmid (28) auftauchen. Der Vize-Captain hat noch einen Vertrag bis 2027 und vor kurzem seinen Berater gewechselt. Mit 28 Jahren bietet sich dem Linksverteidiger in diesem Sommer womöglich die letzte Chance auf einen Auslandstransfer.
Offen ist die Zukunft von Albian Ajeti (29). Der Stürmer steht noch bis 2028 unter Vertrag, mit seinen Leistungen in dieser Saison ist man beim FCB aber alles andere als zufrieden. Sollte sich ein anderer Klub nach Ajeti erkundigen, wäre man nicht abgeneigt, den 4-Tore-Mann abzugeben. Da man erst vergangene Saison verlängert hat, könnte sich dieses Unterfangen schwierig gestalten.
Ganz sicher eine Lösung braucht man derweil für Kevin Rüegg (27). Der Rechtsverteidiger, der es in seinen drei Jahren beim FCB auch aufgrund von Verletzungen nie über die Ersatzrolle hinausgeschafft hat, ist ein Streichkandidat.
Shaqiri und Innenverteidigung sollen bleiben
Ein paar Spieler gibt es dann aber doch, mit denen die FCB-Verantwortlichen auch für die neue Saison planen. Allen voran Xherdan Shaqiri (34), dessen Vertrag noch ein weiteres Jahr läuft. Nach dem Abgang von Stucki, der bereits Zukunftsgespräche mit dem Shaqiri-Lager geführt haben soll, ist zwar offen, wie es mit Shaqiri nach 2027 weitergeht. Ein vorzeitiger Abschied aus Basel ist aber kein Thema.
Das gilt auch für den erst im Winter verpflichteten Becir Omeragic (24) und dessen Verteidiger-Kollegen Flavius Daniliuc (25). Beim Österreicher könnte ein Verkauf nur Thema werden, sollte ein völlig überhöhtes Angebot reinflattern.
Auch den zuletzt von Strassbourg umworbenen Giacomo Koloto (18) will man unbedingt halten. Die FCB-Chefetage sieht im U21-Nationalspieler eine wichtige Säule für die Zukunft. Nur bei einem Mega-Angebot würde man sich von dieser Einschätzung abbringen lassen. Stand jetzt plant man aber fix mit Koloto.
Das gilt auch für Andrej Bacanin (19), der in dieser Saison sein Talent immer wieder mal angedeutet hat. Trotzdem könnten in diesem Sommer bis zu 15 Spieler den FCB verlassen. Auf den Nachfolger von Daniel Stucki wartet also viel Arbeit.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 34 | 25 | 63 | |
3 | FC Lugano | 34 | 13 | 60 | |
4 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
5 | FC Sion | 34 | 18 | 55 | |
6 | BSC Young Boys | 34 | 4 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 34 | 2 | 43 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 34 | -26 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |
