So tickt der neue GC-Coach Olaf Janssen
«Er kann auch mal die Garderobe auseinandernehmen»

«Ein offener Mensch, ein toller Typ, eine ehrliche Haut!» So beschreibt ein ehemaliger Weggefährte den neuen GC-Trainer Olaf Janssen. Doch an früherer Wirkungsstätte konnte der 60-Jährige auch ganz anders auftreten.
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Kann aus der Haut fahren, wenn es nicht wie gewünscht funktioniert: GC-Trainer Olaf Janssen.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

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Sven SchochReporter Sport

Franz Wunderlich (63), seit 2011 der Mann für alle Viktoria-Fälle, erinnert sich beim Blick-Telefonat an ein paar heisse Diskussionen: «Ich war manchmal stocksauer, Olaf Janssen hingegen hat die Nachbesprechung in einem ruhigen Ton abgehalten.» Sie hätten sich wunderbar ergänzt – bis zu seinem Transfer zum SV Sandhausen in die 4. Liga im Frühjahr 2025.

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Seit Anfang Oktober ist Olaf Janssen Coach bei GC.
Foto: Toto Marti

Während Janssen im letzten März wieder entlassen worden war, ist der Verein von Vizepräsident Wunderlich auf dritthöchster Profistufe inzwischen topklassiert: «Wir haben wieder einen überragenden Trainer: Marian Wilhelm! Den hat Olaf ja mitgeformt. Er war vorher sein Assistent, und Olaf sagte überall, dass Wilhelm ihn besser gemacht habe. Das ist sehr uneitel und eine schöne Qualität.»

Bei Viktoria Köln wird der Aufschwung der letzten Jahre mit Janssens Art in Zusammenhang gebracht: «Heute ist es doch gar nicht mehr angesagt, nur immer draufzuhauen», sagt Wunderlich und erinnert sich an einen «höchst verlässlichen» Ex-Mitarbeiter. «Er ist einer, der sehr gut reinhören kann in ein Team und lösungsorientiert arbeitet.» Wichtig sei, «wer sich in seinem Umfeld bewegt – bei Viktoria war ich es, die Verzahnung war eng, da konnte ich schwierige Dinge bereits im Keim ersticken».

«Janssen ist sehr konsequent in der Sache»

In Sachen Teamführung hält Wunderlich nur Komplimente bereit: «Man nimmt ihm seinen Stil ab. Er entfacht kein künstliches Feuer.» Der Viktoria-Vize spricht von einer natürlichen Authentizität. Janssen habe es nicht nötig, öffentlichkeitswirksam gegen irgendwelche Kisten zu treten. «Aber wenn er das Team mal an den Haken hängen muss, dann tut er es ohne ein Wimpernzucken. Davon können Sie ausgehen.»

Führt er mit langer oder eher kurzer Leine? «Olaf kann sich auf alle Facetten einstellen. Er passt sich den unterschiedlichen Teamstrukturen an. Generell stufe ich ihn als sehr kommunikativen Trainer ein, der auch dann sachlich bleibt, wenn es nicht wie gewünscht läuft.» Nur einen Fehler sollte man in der Zusammenarbeit mit dem früheren Bundesliga-Profi nicht machen: «Ihn unterschätzen, weil er gegen aussen nett wirkt. Janssen ist sehr konsequent in der Sache.»

Wunderlich formuliert es ohne Umschweife: «Wenn die Dinge nicht wie gewünscht funktionieren, wenn dieser Punkt kommt, dann können sich die Spieler warm anziehen – dann nimmt Olaf auch mal eine Kabine auseinander.» Er habe ihn überwiegend kooperativ erlebt, so Wunderlich. «Es dauert meistens etwas, bis es nicht mehr geht, aber dann kann er eklig werden.»

Janssen sei in der Regel nicht so leicht aus der Fassung zu bringen, so Wunderlich: «Vergessen wir seinen Background nicht. Er hat über 240 Spiele in der Bundesliga gemacht an der Seite von Leuten wie Pierre Littbarski, Thomas Hässler, Jürgen Kohler, Flemming Povlsen oder Bodo Illgner. Olaf weiss, wie es geht.» Die Vergangenheit färbt ab, die Ansprüche sind weiterhin hoch: «Die Liebe für die Details ist geblieben.»

GC-Coach formte 50-Millionen-Mann

Mit überdurchschnittlich langen Video-Sitzungen, die nach Blick-Infos nun die GC-Spieler zu erdulden haben, strapazierte Janssen bereits die Akteure in Köln. «So ist er halt. Bei uns ging er den Spielern teilweise auf die Nerven, aber sie hatten Erfolg damit. Man hat auf dem Platz gesehen, was der Coach wollte. Zufall war das nicht.» Er sei eben ein Ballbesitz-Coach, der sein System so rasch wie möglich implementieren wolle, meldet Sportvorstand Wunderlich.

Und was für Janssens Visitenkarte erheblich ist: «Er hat Talente wie die beiden El-Mala-Brüder entwickelt.» Saïds Marktwert hat inzwischen die Marke von 50 Millionen Euro erreicht, und neuerdings trifft auch Malek für den 1. FC Köln. «Olaf hat ein Gespür, wie man mit solchen Spielern umgehen muss.» Beide debütierten unter dem 60-Jährigen im Profi-Fussball.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
12
26
34
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
12
15
25
3
FC Sion
FC Sion
12
7
23
4
FC Zürich
FC Zürich
12
-1
20
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
12
-3
19
6
Servette FC
Servette FC
12
1
16
7
FC Basel
FC Basel
12
-4
14
8
FC Luzern
FC Luzern
12
-6
13
9
FC Thun
FC Thun
12
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13
10
FC Vaduz
FC Vaduz
12
-1
10
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
12
-13
10
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
12
-11
6
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