Auf Winterthurer Acker
Weshalb Enrico Maassen trotz Matsch weisse Schuhe trug

Der FCSG pflügt den Schützi-Acker um und schiesst Winti aus dem Stadion. Weshalb Enrico Maassen seine Schuhe nicht wechseln wird. Und warum die Espen die Standardkönige der Liga sind.
Kommentieren
1/6
FCSG-Coach Enrico Maassen ist ein abergläubischer Mensch.
Foto: Claudio de Capitani/freshfocus
RMS_Portrait_AUTOR_1196.JPG
Stefan KreisReporter Fussball

Fussballer und Fussballerinnen sind nicht selten abergläubische Menschen. Leicester-Ikone Jamie Vardy trank am Tag vor den Spielen jeweils eine halbe Flasche Portwein, die Schweizer Rekordnationalspielerin Ana Maria Crnogorcevic betritt das Spielfeld immer zuerst mit dem rechten Fuss. Und Superstar David Beckham räumte immer erst seinen Kühlschrank auf, bevor er in die Hosen stieg.

Auch FCSG-Trainer Enrico Maassen hat so seine Marotten. Solange sein Team nicht verliert, läuft er Spiel für Spiel mit derselben Bekleidung auf. Heisst auf dem Schützenacker in Winterthur: weisse Schuhe trotz Matsch. Nach dem Spiel sind die Treter zwar beschmutzt, der diskussionslose 5:1-Sieg gegen Winti aber tröstet den St. Galler Trainer darüber hinweg: «Es waren ultraschwere Bedingungen auf diesem tiefen Platz, aber die Mannschaft hat das hervorragend angenommen und ein ganz tolles Spiel gezeigt.»

St. Galler Standardkönige

Schon nach sechs Minuten geht der FCSG in Front. Es ist das zwölfte frühe Tor, keine andere Mannschaft trifft in der Anfangsviertelstunde öfter als die St. Galler. Und keine andere Elf erzielt mehr Treffer nach Standards. «Wir haben zwei Trainingstage, wo wir Standards trainieren, das ist relativ viel. Es ist schön, dass viel dabei rumkommt, aber in der letzten Saison hatten wir auch zwei Tage und es hat weniger gut geklappt. Von daher kommts drauf an, ob man gute Schützen hat und ob sich die Spieler im Strafraum durchsetzen können», sagt Maassen. Gegen Winti ists Colin Kleine-Bekel, der nach einem Eckball trifft. Es ist der 22. Standardtreffer im 25. Spiel. 

Und es ist jenes Tor, das Winti endgültig den Stecker zieht. Seit dem Aufstieg hat sich der FCW zum Angstgegner der St. Galler gemausert, nun hat die Maassen-Elf die beiden letzten Spiele gewonnen. Torverhältnis: 10:1. Warums plötzlich läuft? «Weil der Geist der Mannschaft ein ganz anderer ist. Wir haben viele neue Spieler und die haben sich wenig mit der Vergangenheit beschäftigt», sagt Maassen. 

Sondern mit der Gegenwart. Und die heisst: Seit sechs Spielen ist der FCSG ungeschlagen, seit sechs Spielen trägt Maassen dieselbe Bekleidung. 

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
25
29
58
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
25
19
46
3
FC Lugano
FC Lugano
25
11
43
4
FC Basel
FC Basel
25
7
40
5
FC Sion
FC Sion
25
7
37
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
25
2
36
7
FC Luzern
FC Luzern
25
1
30
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
25
-2
30
9
FC Zürich
FC Zürich
25
-12
28
10
Servette FC
Servette FC
25
-7
27
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
25
-12
21
12
FC Winterthur
FC Winterthur
25
-43
14
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
In diesem Artikel erwähnt
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen