Darum gehts
- In kaum einer SL-Partie passte am Wochenende das Resultat zu den xG-Werten
- Lugano siegt 2:1 gegen Sion – dank Goalie-Patzer
- Auch das Spektakel zwischen YB und Basel passte nicht zur Statistik
Offensivliebhaber sind am vergangenen Super-League-Wochenende voll auf ihre Kosten gekommen: sechs Spiele, 30 Tore und jede Menge Spektakel.
Statistikliebhaber werden einwenden: So weit hätte es gar nicht kommen dürfen!
Tatsächlich war der fünfte Spieltag in der Schweiz eine Runde mit teilweise komplett auf den Kopf gestellten xG-Werten – zu Deutsch erwartbare Tore genannt, wertet diese Statistik alle Abschlüsse einer Mannschaft während eines Spiels aus und gibt wieder, wie oft der Ball im Kasten hätte landen müssen.
Die Zahlen waren an diesem Wochenende deutlich – und lagen in mehreren Spielen ebenso klar daneben. Aufsteiger Vaduz steht beispielhaft dafür: Geht es nach dem xG-Wert, hätten die Liechtensteiner gegen GC nur zwei Tore (xG-Wert 2.17) erzielen dürfen. Gewonnen hat der Underdog aber mit 5:2. Heisst eben auch: Die Zürcher Abwehr sowie GC-Keeper Hammel kassieren drei Treffer, die laut der Statistik nie hätten fallen dürfen.
Goalie-Patzer und Aussetzer in der Abwehr
Noch verrückter sind die Werte des Spiels Sion – Lugano. Laut der Statistik hätte Sion 2:0 gegen Lugano gewinnen müssen. Das Resultat: 2:1 für Lugano. Ein Goalie-Patzer und ein schlecht verteidigter Eckball verwandelten Luganos 0.51-xG-Wert in der Realität in zwei Tore.
Thun gelingt auswärts in St. Gallen ein 4:3-Sieg. Der Wert der erwarteten Tore für die Berner Oberländer: gerade mal 1.14. Zwei Thun-Treffer werden von den Espen schlecht verteidigt und ein Tor muss FCSG-Keeper Zigi auf seine Kappe nehmen. Labeau zieht von ausserhalb des Sechzehners ab und erwischt den Torhüter mit einem unverdeckten tiefen Schuss am weiten Pfosten.
Gehts in diesem Stil weiter?
Ebenfalls so gar nicht mit den xG-Werten zusammenpassen will auch das Spektakel-3:3 zwischen YB und Basel am Samstagabend. Hier wurden die Zuschauer auch mit deutlich mehr Toren verwöhnt, als eigentlich zu erwarten gewesen wären (1.74 für YB, 1.20 für Basel).
Den Fans wird diese Diskrepanz zwischen Statistik und Realität in den meisten Stadien egal sein. Die nächste Chance auf Action und unvorhergesehene Wendungen gibts schon unter der Woche. Am Dienstagabend machen der FCZ und die Young Boys den Auftakt in eine englische Woche.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 4 | 10 | 12 | |
2 | BSC Young Boys | 5 | 10 | 11 | |
3 | FC Basel | 5 | 3 | 10 | |
4 | FC St. Gallen | 4 | 1 | 7 | |
5 | FC Sion | 4 | 1 | 6 | |
6 | FC Thun | 4 | -5 | 6 | |
7 | FC Zürich | 5 | -5 | 6 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 5 | -1 | 5 | |
9 | FC Luzern | 5 | -4 | 5 | |
10 | Servette FC | 4 | -1 | 4 | |
11 | FC Vaduz | 5 | -2 | 3 | |
12 | Grasshopper Club Zürich | 4 | -7 | 1 |









