Der FC Luzern feiert Geburtstag. Und was für einen: 125 Jahre ist es her, seit der Klub am 12. August 1901 im Restaurant Seidenhof in der Stadt Luzern gegründet wurde. Sechs Monate später bestritt der FCL sein erstes Spiel. Am 13. April 1902 reiste die neu gegründete Mannschaft nach Zofingen und verlor auf dem «Heiteren-Platz» mit 1:2.
Der Fussball von damals ist mit jenem von heute kaum noch zu vergleichen. Eines aber ist geblieben: Der FCL bewegt die Zentralschweiz. Ganz egal, dass der Klub in 125 Jahren erst einmal Meister und dreimal Cupsieger wurde. Oft sorgte das Geschehen neben dem Platz für die grösseren Schlagzeilen. Nicht selten war deshalb vom «FC Hollywood der Innerschweiz» die Rede.
Blick hat ehemaligen und aktuellen Funktionären, Spielern, Trainern und Geldgebern dieselben Fragen gestellt. Sie alle sind durch ihre Geschichte mit dem FCL für immer verbunden – auch wenn sie untereinander nicht immer das Heu auf der gleichen Bühne hatten.
- Welches ist der speziellste FCL-Moment?
- Was bedeutet Ihnen der FCL?
- Was wünschen Sie dem FCL für die Zukunft?
Rolf Fringer (69), ehemaliger Spieler (1981–1983), Trainer (2008–2011) und Sportchef (2014–2016)
- Der Ligaerhalt 2009. Damals war ich als Trainer im Amt, und es war das letzte Spiel im alten Allmend-Stadion. Wir haben 5:0 gegen Lugano gewonnen und so den Klassenerhalt gesichert. Wir haben es gefeiert wie einen Meistertitel.
- Viele schöne Erinnerungen: als Spieler, Trainer und Sportchef.
- Frieden neben dem Platz und sportlichen Erfolg auf dem Grün.
Jürgen Mohr (67), ehemaliger Spieler (1986–1989)
- Es kann nur einen Moment geben, der als der speziellste gilt: der Gewinn der Meisterschaft an diesem speziellen Tag. Den 10. Juni 1989 trage ich tief in meinem Herzen. Und dass ich mit meinem Tor meinen Beitrag dazu leisten konnte, erfüllt mich bis heute mit Stolz.
- Nimmt einen grossen Platz in meinem Leben ein.
- Den bestmöglichen sportlichen Erfolg und nur das Beste.
Roger Tschudin (60),ehemaliger Goalie (1984–1992)
- Das war ganz klar der Einmarsch zum entscheidenden Meisterschaftsspiel gegen Servette vor über 24'000 Zuschauern. Die Stimmung war unbeschreiblich. Das Stadion war zum Bersten voll und auf den letzten Platz gefüllt, überall Ballone, pure Emotion, Vorfreude und eine unglaubliche Lautstärke. Und dann natürlich die Erlösung mit dem entscheidenden Tor von Jürgen Mohr, was uns den ersten Meistertitel überhaupt brachte.
- Herzblut. Aber auch Identifikation, Stolz und Verbundenheit mit der Region, den Menschen und dem Verein. Kurz gesagt: Emotionen.
- Ich wünsche mir, dass der eingeschlagene Weg mit der Förderung junger Talente erfolgreich weitergeführt wird. Gleichzeitig soll sich der FCL seinen Respekt in der Liga bewahren und immer wieder die Chance bekommen, etwas Aussergewöhnliches zu erreichen – so wie es zuletzt der FC Thun geschafft hat. Und vor allem wünsche ich mir, dass bestehende Differenzen überwunden werden und alle Beteiligten offen und respektvoll miteinander umgehen.
David Zibung (42), ehemaliger Goalie (2003–2021)
- Es gibt deren zwei. Zum einen ist da das letzte Spiel auf der Allmend in der Barrage gegen Lugano. Der Druck war aufgrund des Rückstands aus dem Hinspiel riesig. Und dann alles mit der langjährigen Geschichte auf der Allmend, die zu Ende ging. Ein unvergesslicher Tag mit Happy End. Das zweite Spiel, welches ich herauspicke, ist der Cupsieg 2021. Es war das letzte Spiel meiner Karriere. Zwar stand ich nicht zwischen den Pfosten. Aber es war trotzdem sehr emotional. Nach 29 Jahren haben wir den Cup zurück in die Zentralschweiz geholt. Und trotz Corona feierten Tausende Fans mit uns.
- Der FCL ist für mich Heimat.
- Ruhe, Geduld und Freude.
Stefan Wolf (55), ehemaliger Spieler (1990–1997) und Präsident (2021–2024)
- Mein erstes Spiel am 10. Oktober 1990 mit dem FCL – ohne zuvor ein Training oder Spiel mit der Mannschaft absolviert zu haben! Einen Tag zuvor war ich auf Juniorenreise im Europapark. Beim Pizzaessen nach der Rückkehr kam der Anruf von Ignaz Good, dem Assistenten von Trainer Friedel Rausch: Wegen verletzter Spieler durfte ich am nächsten Tag mit nach Lausanne. Pizza stehen lassen, nach Hause und am nächsten Morgen in den Car. In Lausanne sagte Rausch zu mir: «Junge, scheiss dir nicht in die Hose, du spielst von Anfang an!» Das habe ich zum Glück nicht gemacht und beim 3:3 solide durchgespielt. Wenige Wochen später unterschrieb ich meinen ersten Profivertrag. Ein Traum ging in Erfüllung, und ohne diese Chance wäre ich wohl nie Profi und später FCL-Präsident geworden. Dafür bin ich bis heute unglaublich dankbar.
- Leidenschaft und Heimat.
- Dass alle Menschen in der Innerschweiz Freude am FCL haben.
Bernhard Alpstaeg (80), Aktionär (seit 2006)
- Mein speziellster Moment war am 31. Juli 2011, als wir mit dem Spiel gegen den FC Thun die Swissporarena einweihten. Da war ich sehr glücklich und stolz, dass wir das geschafft und das schönste Stadion der Schweiz gebaut hatten.
- Der FCL ist für mich ein Stück Zentralschweiz. Ich glaube nicht, dass es bei uns noch irgendeine andere Institution gibt, mit der sich die Bevölkerung so stark identifiziert und die solche Emotionen bei ihr weckt.
- Ich wünsche mir, dass sich der FCL beruhigt und in den nächsten fünf Jahren Vizemeister wird.
Roger Wehrli (70), ehemaliger Spieler (1985–1990)
- Ganz klar der Meistertitel, auch wenn es für mich persönlich ein sehr schwieriger Moment war. Einen Tag zuvor war meine Mutter gestorben. Deshalb bin ich nach dem Schlusspfiff praktisch direkt nach Hause gegangen. Zum Feiern war mir in diesem Moment nicht zumute. Das habe ich später aber noch nachgeholt.
- Nach GC sehr viel. Meine Vorliebe für die Hoppers habe ich nie verleugnet. Nichtsdestotrotz ist der FCL in meinem Herzen.
- Hoffentlich hören wir in Luzern bald wieder einmal «We are the Champions» von Queen. Dann werde ich auch auf der Allmend sein.
Walter Stierli (78), ehemaliger Hauptaktionär und Präsident (2005–2012)
- Es gab viele sportliche Momente. Ein besonderer Meilenstein war aber die Stadionabstimmung im Jahre 2008. Das war damals für den Klub richtungsweisend. Das Stadion hat dem FCL eine neue Perspektive gegeben.
- Ich bin nun seit 46 Jahren beim Klub mit Blau-Weiss verbunden. Ich habe viele Höhen und Tiefen miterlebt. Heute ist der FCL in der Region Innerschweiz ein Vorzeigeklub und Kulturbestandteil.
- Ich wünsche mir, dass es dem Klub wieder gelingt, sich für einen europäischen Wettbewerb zu qualifizieren.
Remo Meyer (45), ehemaliger Spieler (1997–2000) und heutiger Sportchef (seit 2017)
- Als Spieler war es das NLA-Debüt für den FCL gegen den FCZ am 8. März 1998. Als Sportchef war es der Cupsieg 2021.
- Innerschweizer Identität.
- Der zweite Schweizer Meistertitel in der Klubgeschichte.
Michael Sigerist (64), heutiger Präsident (seit 2025)
- Mein erster Besuch eines FCL-Heimspiels auf der Luzerner Allmend, den ich vor gut und gerne sechzig Jahren zusammen mit meinem Vater erleben durfte. Es war Liebe auf den ersten Blick, fast so, wie als ich damals vor vierzig Jahren meine Frau kennenlernen durfte …
- Der FCL ist ein Teil von mir oder wohl eher: Ich habe die Ehre, ein Teil des FCL sein zu dürfen.
- Für die Zukunft wünsche ich dem FCL, neben sportlichen Erfolgen, neben wirtschaftlicher Beständigkeit, neben der Treue zu Werten und Traditionen sowie neben der Bereinigung letzter Zwistigkeiten in seinem Umfeld, dass die gesamte Innerschweiz ausnahmslos mit brennender Leidenschaft hinter dem FCL steht, dass jedes der Heimspiele zu einem bis auf den letzten Platz ausverkauften Volksfest wird und jeder, der daran nicht teilhaben kann, alles dafür gibt, sich für die nächste Auflage eines Heimspiels einen Platz zu ergattern. Mit dieser Energie soll der FCL als Kulturgut Generationen, Gesellschaftsschichten, Länder, Kulturen oder einfach Menschen verbinden!
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 3 | 9 | 9 | |
2 | BSC Young Boys | 3 | 8 | 7 | |
3 | FC St. Gallen | 3 | 2 | 7 | |
4 | FC Sion | 3 | 2 | 6 | |
5 | FC Basel | 3 | 2 | 6 | |
6 | FC Lausanne-Sport | 3 | 1 | 5 | |
7 | Servette FC | 3 | -1 | 3 | |
8 | FC Zürich | 3 | -5 | 3 | |
9 | FC Thun | 3 | -6 | 3 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 3 | -4 | 1 | |
11 | FC Luzern | 3 | -5 | 1 | |
12 | FC Vaduz | 3 | -3 | 0 |

