Schade, Karl, Stach und Co.
Auf die Nati wartet die neue deutsche Welle

Gut zwei Monate vor der WM nutzt Bundestrainer Julian Nagelsmann die Testspiele gegen die Schweiz und Ghana, um Spieler zu prüfen, die noch auf den WM-Zug aufspringen könnten. Dabei sind ein paar Namen, die auch in Deutschland nicht jedem Fussball-Fan geläufig sind.
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Julian Nagelsmann überraschte bei der Kaderbekanntgabe mit einigen neuen Namen.
Foto: imago/Jan Huebner
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Julian Nagelsmann (38) sorgte bei seiner Kader-Nominierung für die Testspiele am Freitag in Basel gegen die Nati und am Montag gegen Ghana für die eine oder andere Überraschung. Mit den Bayern-Spielern Lennart Karl und Jonas Urbig nominierte er auch zwei Neulinge. Sie gehören wie Kevin Schade, Anton Stach und Nathaniel Brown gut zwei Monate vor der WM in Nordamerika zur neuen deutschen Welle des Bundestrainers. «Den einen oder anderen Spieler werden wir testen, aber experimentieren werden wir nicht mehr», stellte Nagelsmann klar.

Kevin Schade (24), Brentford, 5 Länderspiele:

Im Frühjahr 2023 gab der Flügelstürmer aus Potsdam sein Debüt in der DFB-Elf und wechselte darauf für 25 Millionen Euro auf die Insel, womit er bis heute Freiburgs Rekordtransfer ist. In 106 Spielen für Brentford erzielte Schade 21 Tore. Seine Konkurrenten im Kampf um einen WM-Platz sind die Dortmunder Maximilian Beier und Karim Adeyemi, die ebenfalls Konterstürmer sind. «Einen, maximal zwei von ihnen werde ich mitnehmen», so Nagelsmann.

Lennart Karl (18), Bayern München, 0 Länderspiele:

Der Teenager ist der Aufsteiger der Saison bei den Bayern. Während der Klub-WM im letzten Sommer gab er sein Debüt bei den Profis. Er ist der jüngste Bayern-Torschütze in der Champions League und traf als jüngster Spieler überhaupt in drei aufeinanderfolgenden CL-Spielen (Brügge, Arsenal, Sporting). Kommt über den rechten Flügel oder als Zehner zum Einsatz, an seinem 18. Geburtstag verlängerte sich sein Vertrag bis 2029. Als Nagelsmann ihn kontaktierte, ging Karl nicht gleich ran, da er im Nachhilfeunterricht war. «Es war wichtiger in jenem Moment, dass er dem Lehrer zuhört als dem Bundestrainer», so Nagelsmann.

Nathaniel Brown (22), Frankfurt, 2 Länderspiele:

Der linke Aussenverteidiger gab sein Debüt während der WM-Qualifikation. Nagelsmann hält grosse Stücke auf Brown, dessen Konkurrenten David Raum und Maximilian Mittelstädt sind. «Er bringt viel mit, hat eine tolle Dynamik, ist sehr schnell und kreativ», so Nagelsmann. Brown sei sehr stark im defensiven Eins-gegen-Eins, könne aber auch offensiv viel bewirken. Sieben Tore in 52 Bundesligaspielen sind für einen Verteidiger eine starke Quote, zuletzt traf er am Sonntag beim 1:2 in Mainz. Eine WM-Teilnahme für ihn wäre besonders speziell: Browns Vater ist Amerikaner.

Anton Stach (27), Leeds United, 2 Länderspiele

Der Teamkollege von Noah Okafor spielt bei Aufsteiger Leeds eine überragende Saison. Der Sohn des deutschen Tennis-Kommentators Matthias Stach war zwar 2021 mit Deutschland U21-Europameister, ist im A-Team aber ein Spätzünder. Zwar kam er 2022 unter Hansi Flick zu zwei Kurzeinsätzen, bei Nagelsmann stand er bislang aber aussen vor. Auf seinen Anruf habe Stach «sehr euphorisch» reagiert, so der Bundestrainer, der Stach auch aufgrund seiner Grösse und Physis als mögliche Alternative im Mittelfeld sieht. «Er ist einer, der reinrutschen könnte», so Nagelsmann.

Jonas Urbig (22), Bayern München, 0 Länderspiele

Der Bayern-Ersatzkeeper wechselte vor gut einem Jahr von der Ersatzbank des damaligen Zweitligisten Köln nach München als potenzieller Stammkeeper für die Nach-Manuel-Neuer-Ära und absolvierte für den Rekordmeister bereits 26 Spiele. «Er hat eine extreme psychische Stabilität gezeigt», so Nagelsmann. Aufgrund der dominanten Spielweise der Bayern habe Urbig in einem Spiel nicht viele Szenen, um in den Rhythmus zu kommen. «Aber die ein, zwei Aktionen aus der kalten Hose bewältigt er sehr gut.» Urbig ist ein sehr guter Fussballer, hat bei Flanken aber noch Schwächen. Laut Nagelsmann ein Perspektivspieler, der aufgrund seines guten Drahts zum Bayern-Block und den ehemaligen U-Nati-Kollegen in der Kabine gut ankommt.

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