Darum gehts
- Irland verschiebt Pressekonferenz und Training vor Länderspiel gegen Israel
- Spieler diskutieren Boykott wegen Israels Militäraktionen im Gazastreifen
- Irland verzichtet auf Heimspiel: Partie in Serbien ohne Fans am 4. Oktober
Irland duelliert sich in der laufenden Länderspielpause gleich zweimal mit Israel. Zunächst am Sonntag (20.45 Uhr) auf neutralem Boden in Ungarn, anschliessend am 4. Oktober (20.45 Uhr) in Serbien. Im Vorfeld der Partien ist zum wiederholten Mal richtig Zunder drin. Für Samstagmorgen war eine Pressekonferenz des irischen Teams mit Trainer Heimir Hallgrimsson (59) und einem Spieler angesetzt. Diese wurde jedoch in letzter Minute verschoben.
Den bereits im Raum anwesenden Medienschaffenden wurde kurz vor eigentlichem Beginn von einem Uefa-Offiziellen mitgeteilt, dass die Pressekonferenz erst nach dem Training durchgeführt werde. Wenig später kehrte der Offizielle zurück, um bekannt zu geben, dass auch das Training der Iren verschoben werde.
«Partie sollte nicht stattfinden»
Nach Informationen der BBC befanden sich Spieler und Staff stattdessen in einer Besprechung im Teamhotel, wo erneut diskutiert wurde, wie mit dem Spiel aufgrund Israels militärischem Vorgehen im Gazastreifen als Reaktion auf den Überfall der Hamas umgegangen werden soll. Mehrere Spieler, darunter Irland-Torhüter Gavin Bazunu (24), sollen gemäss Berichten darüber nachgedacht haben, sich zu weigern, gegen Israel zu spielen.
Bereits nach der 0:1-Niederlage gegen den Kosovo am Donnerstag hatte sich Jason Knight (25) kritisch gegenüber der Partie geäussert. «Ich denke nicht, dass die Partie stattfinden sollte, aber sie findet statt», sagte der Irland-Mittelfeldspieler.
Mehrere Boykott-Aufrufe
Zuvor erklärte Hallgrimsson im Rahmen der Kaderbekanntgabe Anfang September, dass sich die Spieler mit den Partien gegen Israel unwohl fühlen. Der Irland-Coach griff den Gegner aufgrund der Politik im Palästina-Konflikt an. «Wir spielen nicht mit dem Genozid. Wir spielen gegen den Genozid. Und wir spielen gegen Israel, nicht mit Israel», so Hallgrimsson. Harsche Worte, auf die der israelische Fussballverband in den sozialen Medien scharf reagierte.
Bereits nach der Auslosung der Gegner, bei denen Irland in der Gruppe 3 der Liga B Österreich, Kosovo und eben Israel zugelost wurde, kam es zu Boykott-Aufrufen zur Partie gegen die Israelis. Damit wäre das Überstehen der Gruppenphase für Irland aber massiv erschwert worden, da die sechs Punkte automatisch an Israel gegangen wären und Irland der Abstieg in die Liga C der Nations League gedroht hätte.
Als Kompromiss wird das «Heimspiel», das am 4. Oktober ursprünglich in Dublin stattgefunden hätte, aufgrund von Sicherheitsbedenken im serbischen Städtchen Backa Topola ausgetragen – unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Auch die Partie vom Sonntag im ungarischen Debrecen findet ohne irische Fans statt. Der irische Verband hatte auf sein Ticketkontingent verzichtet.
Irland wurde in der Gruppe 3 der Liga B der Nations League neben Österreich und Kosovo auch Israel zugelost. Und dieser Gegner sorgt in Irland für mächtigen Wirbel. Am Sonntag (20.45 Uhr) treffen die Iren «auswärts» in Ungarn auf Israel, wenig später am 4. Oktober (20.45 Uhr) in Serbien. Das «Heimspiel», das ursprünglich in Dublin hätte ausgetragen werden sollen, wurde in das kleine Städtchen Backa Topola verlegt, weil Irland die Partie gegen die Israelis nicht im eigenen Land austragen



