Welche Spieler ersetzen die Abwesenden?
Die Absenzen von Granit Xhaka, Breel Embolo und Denis Zakaria sind schmerzhaft, bieten allerdings jungen Spielern die Chance, sich für höhere Aufgaben zu empfehlen. Ardon Jashari (24) wird in den kommenden zehn Tagen im defensiven Mittelfeld seine Chancen erhalten, im Sturmzentrum werden Zeki Amdouni (25) sowie Newcomer Winsley Boteli (20) Embolo ersetzen. Auch die Aussenverteidiger Zachary Athekame (21) und Sascha Britschgi (20) stehen vor ihrem Debüt in der A-Nationalmannschaft. Zudem dürfte Super-League-Überflieger Alvyn Sanches (23) mit seinem ersten Pflichtspieleinsatz definitiv für die Schweiz gebunden werden.
Was passiert mit Freuler und Rodriguez?
Mit der WM in Nordamerika ging auch ein Zyklus zu Ende. Doch im Gegensatz zu vor zwei Jahren, als mit Xherdan Shaqiri, Yann Sommer und Fabian Schär drei langjährige tragende Säulen der Nati zurücktraten, kommt es nun nicht zu einem grossen Umbruch auf freiwilliger Basis. Neben Xhaka setzen auch Remo Freuler und Ricardo Rodriguez (alle Jahrgang 1992) ihre Nati-Karrieren fort. Es wird interessant sein, zu beobachten, welche Rollen Yakin ihnen zugedacht hat. Vor allem Rodriguez könnte in Anbetracht der Konkurrenz und der bislang geringen Spielpraxis bei Torino zumindest vorübergehend seinen Stammplatz verlieren.
Worum geht es in der Nations League?
Nach dem erstmaligen Abstieg in die Liga B im Herbst 2024 strebt die Nati den direkten Wiederaufstieg an, damit sie 2028 wieder gegen die Topteams Europas antreten kann – auch aus finanziellen Gründen. In der Liga B kann der SFV mit Startgeld und Gruppensieg maximal drei Millionen Euro einnehmen, in der Liga A gibt es für den Gesamtsieger bis zu 10,5 Millionen Euro zu verdienen. Zudem sind die Gegner in der Liga A attraktiver und bescheren dem Verband mehr Zuschauereinnahmen. Das Abschneiden in der Nations League ist auch relevant für eine allfällige Teilnahme an den EM-Playoffs im Frühjahr 2028, falls sich die Nati im nächsten Jahr in ihrer Quali-Gruppe nicht das direkte EM-Ticket für die Endrunde in Grossbritannien und Irland oder zumindest die Playoff-Teilnahme sichern sollte.
Was steht für Murat Yakin auf dem Spiel?
Für den Nati-Trainer sind die sechs Spiele ein Balanceakt. Einerseits muss er die sportliche Vorgabe mit dem Aufstieg als klare Zielsetzung erreichen, andererseits muss und will er den Nati-Umbau vorantreiben, in dem sich neue Spieler zeigen und andere sich in der Hierarchie nach oben arbeiten können. Danach wird Yakin entscheiden, mit welchem Kader er die EM-Quali im nächsten Jahr bestreiten will – und ob der Nati-Trainer und die Verbandschefs die gleiche Vision für eine Zusammenarbeit darüber hinaus haben. Trotz der erfolgreichsten WM der Neuzeit steht der Nati-Trainer unter Beobachtung von Marinko Jurendic, dem neuen Chief Sports Officer des SFV.
Ist die Nati Gruppenfavorit?
Ja. Denn trotz der vielen Absenzen ist die Nati als WM-Viertelfinalist das auf dem Papier klar stärkste Team. Erster Herausforderer der Nummer 14 der Fifa-Weltrangliste ist Schottland (Nummer 42), das aber eine schwache WM spielte und in der Vorrunde scheiterte. Gegen Slowenien (Nummer 55) trat die Nati bereits in der WM-Quali im letzten Herbst an (3:0 und 0:0), gegen Nordmazedonien (Nummer 69) spielt sie erstmals überhaupt in der SFV-Geschichte. Der EM-Teilnehmer von 2021 mit den in der Schweiz aufgewachsenen Ezgjan Alioski und Elmin Rastoder ist seit acht Spielen ohne Sieg und schoss dabei nur zwei Tore.
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