Darum gehts
- Nico Elvedi glänzt im WM-Achtelfinal gegen Kolumbien in den USA
- Einst stiller Schüler aus Greifensee, jetzt Top-Verteidiger mit Blick-Note 6
- 72 Länderspiele: Schweiz seit 210 Minuten ohne Gegentor in K.o.-Phase
Es ist der 16. Oktober 2004. Im Stadtderby zwischen Espanyol und dem FC Barcelona wird ein gewisser Lionel Messi in der 82. Minute eingewechselt. Es ist das Debüt des schmächtigen Argentiniers im Trikot der Blaugrana. Und der Beginn einer Weltkarriere, die ihresgleichen sucht. Ein WM-Titel, vier Champions-League-Trophäen, 13 Meisterschaften, acht Mal Weltfussballer des Jahres, WM-Rekordtorschütze (21 Tore).
Zur gleichen Zeit an der Primarschule Breiti in Greifensee ZH. Im Wintersemester 2004/05 bin ich als Fachlehrer Sport angestellt. Als Stellvertreter für einen ehemaligen Uni-Kollegen, der auf Reisen ist. Mir zugeteilt ist auch die 2. Klasse von Frau Hess; zwei Lektionen Turnen, eine Lektion Schwimmen. Einer der Schüler: Nico Elvedi.
Der achtjährige Nico ist ein unauffälliger Junge; aufgeweckt, aber unaufgeregt und schweigsam. Das Herumblödeln überlässt er in dieser lebendigen Klasse anderen. Vor allem in der Turnhalle, denn der Sport, das ist seine grosse Leidenschaft. Dass er ein talentierter Fussballer ist, ist offensichtlich. Schon da wird gemunkelt, dass er bald zum FCZ wechseln könnte.
Was Nico von den anderen Schülern unterscheidet: Das Toreschiessen überlässt er den Mitspielern. Er spielt nach einem Dribbling und alleine vor dem Tor den Ball lieber noch einmal quer, anstatt selber zu schiessen. Denn Nico weiss, dass er besser ist als die anderen und gönnt den Mannschaftskollegen die Freude am Torjubel. Nico ist ein Teamplayer – und freut sich im Stillen.
Eine Fohlen-Legende
Gut zwei Jahrzehnte später. Am Tag vor dem WM-Achtelfinal gegen Kolumbien sitzt Nico Elvedi an der Pressekonferenz auf dem Podium neben Murat Yakin. Viel sprechen tut er noch immer nicht. Nicht umsonst trägt er den Übernamen Eisvogel. Den hat er in seiner Anfangszeit bei Gladbach gekriegt, nachdem er 2015 als Teenager vom FCZ an den Niederrhein gewechselt war. Inzwischen ist er ausländischer Rekordspieler bei den Fohlen und in den ewigen Top Ten, noch vor Günter Netzer.
Ob Elvedi zur Borussia zurückkehren wird, steht allerdings mehr denn je in den Sternen. Leeds hat sein Interesse an ihm bekundet, noch haben laut Blick-Informationen aber keine Gespräche mit dem Spieler stattgefunden. Tritt der Nati-Crack weiter so auf wie bisher an dieser Endrunde, dann dürfte die Anzahl der Interessenten noch einmal deutlich zunehmen.
Denn Elvedi gehört nicht nur zu den besten Nati-Spielern, sondern auch zu den besten Verteidigern an diesem Turnier. Gegen Kolumbien liefert er in seinem 72. Länderspiel eine überragende Leistung ab (Blick-Note 6) und hält Luis Diaz und Luis Suarez in Schach. «Es war sicher eines der besseren Spiele meines Lebens», sagt Elvedi bescheiden. Er habe viele Komplimente und Nachrichten von Kollegen aus der Heimat und von Mitspielern bekommen. «Das ist schön zu hören.»
Für Vater Adrian Elvedi kommen die Leistungen seines Sohnes nicht überraschend. Zusammen mit seiner Frau Claudia weilt er seit Wochen in den USA und Kanada und verfolgt auch mit Nicos Ehefrau Alexandra – die beiden haben in diesem Frühjahr geheiratet – die Spiele vor Ort im Stadion. «Es ist ähnlich wie bei Gladbach. Nico hat eine sehr konstante Saison gespielt und sich immer mehr gesteigert. Hier an der WM ist es ähnlich», so Adrian Elvedi.
Bereits in der Vorrunde hat die Schweiz nicht viel zugelassen, aber trotzdem in jedem Spiel ein Gegentor kassiert. Seit Beginn der K.o.-Phase hielt die Nati-Abwehr in gut 210 Minuten aber dicht. «Es braucht manchmal etwas Zeit, bis man in ein Turnier reinkommt», so Nico Elvedi. «Aber es macht einfach unheimlich viel Spass, mit dieser Mannschaft zu spielen.»
«Er hatte begriffen, dass etwas gehen musste»
Noch vor gut einem Jahr war Elvedis Gefühlswelt im Umkreis der Nati eine ganz andere. Yakin hatte ihn für den Zusammenzug im Frühling 2025 nicht nominiert. Der Verteidiger hatte ein Seuchenjahr hinter sich: Vor der EM 2024 flog er aufgrund des Systemwechsels auf die Dreierkette aus der Stammformation und spielte danach keine Minute. In der Nations League im Herbst 2024 klebte ihm das Pech an den Schuhen: ungerechtfertigter Platzverweis, Eigentor, Gelbsperre. Seine Nati-Karriere stand am Scheideweg.
«Mit seiner Spielart war ich eigentlich immer zufrieden, aber irgendetwas hat gefehlt. Nico war auch oft krank oder verletzt», sagt Nati-Trainer Yakin im Rückblick. Elvedi nahm sich den Weckruf des Nicht-Aufgebots zu Herzen. Er engagierte einen persönlichen Speed- und Performancecoach, stellte seine Ernährung um und kam in der abgelaufenen Saison stärker denn je zurück. «Er hatte begriffen, dass etwas gehen musste», so Vater Adrian Elvedi. Sie als Eltern hätten zwar davon gewusst, «aber er hat alles aus eigenem Ehrgeiz in die Hand genommen und organisiert».
Bereits in der WM-Qualifikation im letzten Herbst trug der Lebenswandel in der Nati erste Früchte. Elvedis starke Leistungen waren mit ein Garant dafür, dass die Schweiz das WM-Ticket für Nordamerika problemlos löste. Er habe eine souveräne Quali und nun auch eine souveräne WM gespielt, sagt Yakin. «Nico hat gezeigt, wie man als Profi leben muss. Und dass man, wenn man etwas leistet, auch den Lohn dafür erhält.» Dieser ist: ein Duell mit Titelverteidiger Argentinien in einem WM-Viertelfinal, gegen Superstar Lionel Messi, den besten Fussballer der letzten zwei Jahrzehnte. Wenn das damals an der Primarschule Breiti in Greifensee jemand prophezeit hätte, wäre er für verrückt erklärt worden.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 3 | 6 | 9 | |
2 | Südafrika | 3 | -1 | 4 | |
3 | Südkorea | 3 | -1 | 3 | |
4 | Tschechien | 3 | -4 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 3 | 4 | 7 | |
2 | Kanada | 3 | 5 | 4 | |
3 | Bosnien und Herzegowina | 3 | -1 | 4 | |
4 | Katar | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 3 | 6 | 7 | |
2 | Marokko | 3 | 3 | 7 | |
3 | Schottland | 3 | -3 | 3 | |
4 | Haiti | 3 | -6 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 3 | 4 | 6 | |
2 | Australien | 3 | 0 | 4 | |
3 | Paraguay | 3 | -2 | 4 | |
4 | Türkei | 3 | -2 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 3 | 6 | 6 | |
2 | Elfenbeinküste | 3 | 2 | 6 | |
3 | Ecuador | 3 | 0 | 4 | |
4 | Curacao | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 3 | 6 | 7 | |
2 | Japan | 3 | 4 | 5 | |
3 | Schweden | 3 | 0 | 4 | |
4 | Tunesien | 3 | -10 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 3 | 4 | 5 | |
2 | Ägypten | 3 | 2 | 5 | |
3 | Iran | 3 | 0 | 3 | |
4 | Neuseeland | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 5 | 7 | |
2 | Kap Verde | 3 | 0 | 3 | |
3 | Uruguay | 3 | -1 | 2 | |
4 | Saudi Arabien | 3 | -4 | 2 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 8 | 9 | |
2 | Norwegen | 3 | 1 | 6 | |
3 | Senegal | 3 | 2 | 3 | |
4 | Irak | 3 | -11 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 3 | 7 | 9 | |
2 | Österreich | 3 | 0 | 4 | |
3 | Algerien | 3 | -2 | 4 | |
4 | Jordanien | 3 | -5 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kolumbien | 3 | 3 | 7 | |
2 | Portugal | 3 | 5 | 5 | |
3 | Demokratische Republik Kongo | 3 | 1 | 4 | |
4 | Usbekistan | 3 | -9 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 3 | 4 | 7 | |
2 | Kroatien | 3 | 0 | 6 | |
3 | Ghana | 3 | 0 | 4 | |
4 | Panama | 3 | -4 | 0 |

