Darum gehts
- Embolo spricht erstmals über den Entscheid vom SFV
- Trotz 50/50-Zweifeln kehrt er im November zurück zur Nati
- Der Fokus soll in Zukunft wieder auf dem Sportlichen liegen
Nach dem Nicht-Aufgebot für die letzten Nations-League-Spiele im September aufgrund des Urteils wegen des Kaufs gefälschter Covid-Zertifikate spricht Breel Embolo (29) erstmals über die Entscheidung, die im September vom Schweizerischen Fussballverband SFV gefällt wurde. Im Gespräch mit «CH Media» nervt den Stürmer besonders ein Punkt: Die Hintergründe seien verbandsintern schon seit Jahren bekannt gewesen – ans Licht gelangte zuletzt jedoch «nur» der Strafbefehl. Zudem ärgert sich Embolo darüber, dass er mit Nati-Captain Granit Xhaka (34) in denselben Topf geworfen wurde: «Ich will keine Ausrede finden. Aber: Ich bin geimpft. Dreimal. Also ist es ein ganz anderer Fall als bei Granit.»
Auch die Tatsache, dass der Verband vor externen Einflüssen einknickte, beschäftigt den Stürmer nachträglich. Er meint, das sei für ihn verletzend gewesen, und fügt an: «Das ist es, was mich als Mensch ein bisschen enttäuscht hat.» Für Embolo haben politische Spielchen und öffentlicher Druck im Fussball nichts verloren. Zudem hat er das Gefühl, dass ihm mit dem Nicht-Aufgebot «gewissermassen eine Kollektivstrafe» aufgelegt wurde, «dass das Problem mit dem Esta und die Sache mit den Covid-Tests zusammengenommen wurden». Wegen Esta-Problemen verzögerte sich im Sommer seine Einreise in die USA, um an der WM teilzunehmen.
Zwischenzeitlich stand gar ein Nati-Rücktritt oder eine Auszeit im Raum: «Ich war bis vor Kurzem bei 50/50, was eine Rückkehr zur Nati im November angeht.» Inzwischen steht jedoch fest: Embolo wird wieder dabei sein. «Ich habe der Nati noch nie abgesagt – egal ob verletzt, angeschlagen oder mein Verein wollte, dass ich verzichte.» Zu seinem Fehltritt steht er und verlangt auch keine Sonderbehandlung.
«Ich habe es ihnen einfach gemacht»
Als Embolo am Telefon von Nati-Direktor Pierluigi Tami (63) erfuhr, dass er nicht aufgeboten werden sollte, erwiderte er: «Dann komme ich halt nicht. Ganz einfach.» Egal, ob es ihn betreffe oder andere Spieler: Die wichtigste Message für Embolo ist, dass der SFV langfristig einige Dinge klären muss. Was genau der Ex-Basler damit meint, behält er für sich. Der Verband will sich auf Blick-Anfrage zu diesem Thema nicht äussern.
Trotz allem richtet Embolo den Blick nach vorn und aufs Sportliche: «Es bringt nichts mehr, zurückzuschauen. In meinem Kopf geht es schon um die EM.» Sein grosses Ziel bleibt, mit der Nati die historische Hürde zu knacken und endlich über den Viertelfinal hinauszukommen. An den letzten beiden grossen Turnieren erreichte die Nati jeweils die Runde der besten Acht – doch Embolo will mehr.