Darum gehts
- Nach Covid-Skandalen holt der SFV Xhaka und Embolo in die Fussball-Nati zurück
- Leserumfrage: 54 Prozent sind dagegen, 46 Prozent begrüssen den Entscheid
- Kritiker fordern Sperren, Befürworter verweisen auf bereits geltende Strafen
Der Schweizer Fussballverband (SFV) hat eine Entscheidung getroffen. Für den nächsten Zusammenzug werden Granit Xhaka (34) und Breel Embolo (29) in die Nati zurückkehren. Ihre kürzliche Abwesenheit, welche auf individuelle Covid-Skandale zurückzuführen war, kommt somit im November zu einem Ende. Während Captain Xhaka gefälschte Impfausweise erworben hat, kaufte sich Stürmer Embolo ein gefälschtes Reisezertifikat.
Gemäss der offiziellen Mitteilung hat sich der Verband ausgiebig mit den Umständen der beiden Fälle auseinandergesetzt. «Wir sind überzeugt, dass eine Rückkehr ins Nationalteam im November verantwortbar und richtig ist», heisst es in einem Zitat von Nati-Direktor Pierluigi Tami. Zudem wird klargestellt, dass Xhaka auch weiterhin Team-Captain bleibt. Der Entscheid des SFV treibt einen Keil in unsere Community. Es herrscht Uneinigkeit zum Comeback der beiden Spieler.
So steht die Community zur SFV-Entscheidung
Eine Leserumfrage mit über 5600 Teilnehmern zeigt: 54 Prozent sind klar gegen eine Rückkehr von Xhaka und Embolo. Sie hätten sich eine andere Linie vom Fussballverband gewünscht.
Dementgegen sind 46 Prozent froh über den Entschluss. Für diese Lesergruppe ist Xhaka unverzichtbar. Auch in der Kommentarspalte geraten die beiden Lager aneinander.
«Ein solches Verhalten muss härtere Konsequenzen haben!»
Viele Leserinnen und Leser gehen mit den Entscheidungsträgern des SFV hart ins Gericht. Antoine Jérémy Etalon rügt etwa: «Somit hat man es endgültig verpasst, Nägel mit Köpfen zu machen. Beide sollten nicht mehr in der Nati spielen dürfen.» Markus Spengler beanstandet ebenso: «Der Verband ist ganz einfach zu feige, um Xhaka und Embolo zu sperren! Sehr schade.»
Jean-François Linder erinnert sich: «Wollte Xhaka nicht die volle Verantwortung für seine Taten übernehmen? Das geht aber anders.» Abigail Müller fragt: «Welches Signal wird damit an die jungen Spieler gesendet? Wenn sie gebraucht werden, spielen ihre Vergehen eine untergeordnete Rolle?» Maurizio Trevisan bläst ins selbe Horn: «Sie hätten für mehrere Jahre gesperrt werden sollen! Für junge Fussball-Fans sind das keine Vorbilder.»
Michael Stettler hebt zudem hervor: «Sportlich mag dieser Entscheid sinnvoll sein. Für die Bevölkerung der Schweiz sicher nicht. Wenn wir diese Aktionen legitimieren, wird das ein böses Ende nehmen.» Auch für Tom Scherrer ist klar: «Ein solches Verhalten muss härtere Konsequenzen haben! Sonst wird der Schweizer Fussball zum Witz.»
«Selbstverständlich gehören die beiden in die Nati»
Doch auch die Gegenseite meldet sich in den Kommentaren zu Wort. Jürg Egli verteidigt Xhaka und Embolo: «Absolut richtig entschieden. Ich finde, es braucht die beiden. Das sind Kämpfer mit Herz, auch wenn sie Fehler gemacht haben.» Andy Zimmermann schreibt ebenso: «Wer das ganze Leben keinen Fehltritt gemacht hat, der werfe den ersten Stein. Selbstverständlich gehören die beiden in die Nati.»
Albert Meier ist ebenfalls der Ansicht: «Der Fussballverband hat im Fall Xhaka und Embolo richtig entschieden.» Eine Sperre wäre seines Erachtens zu hart gewesen. Weiter führt er aus: «Das mit der Vorbildfunktion ist heutzutage ein alter Zopf. Menschen machen Fehler und die Leute sind in der Lage, ihr eigenes Urteil zu fällen.»
Christoph Jost merkt an: «Xhaka und Embolo haben eine Straftat begangen und sind dafür von der Justiz verurteilt und bestraft worden. Damit sollte die Sache erledigt sein.» Auch Daniel Meier argumentiert: «Ein Richter hat entschieden und sie haben ihre Strafe erhalten. Damit ist die Sache für mich abgeschlossen. Egal ob normaler Bürger oder Fussballstar.»