Der grosse Vergleich
Warum die Nati gegen Kolumbien die Nase knapp vorne hat

Schweiz gegen Kolumbien ist ein Spiel auf Messers Schneide. Blick macht den grossen Teamvergleich und sagt, warum die Nati im WM-Achtelfinal am Dienstag die Nase knapp vorne haben wird.
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Darum gehts

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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Trainer

Nestor Lorenzo (60) hat in seiner Amtszeit und auch an der WM bislang einen ausgezeichneten Job gemacht. Nach einer durchzogenen Quali, die man aber trotzdem auf Rang drei abschloss, und zwei Testspiel-Niederlagen im März gegen Kroatien und Frankreich hat es der Argentinier geschafft, dass das Team auf den Punkt bereit ist. Kolumbien hielt in der Gruppenphase Portugal in Schach und siegte gegen Ghana in der ersten K.o.-Runde souverän. Murat Yakin brauchte – wie die ganze Nati – etwas Zeit, um ins Turnier zu finden. Vor allem Yakins Wechsel kurz vor Schluss gegen Katar (1:1) und Kanada (2:1) warfen Fragen auf. Immerhin: Gegen Algerien bewies er mit der Nominierung der vier Offensivspieler Embolo, Manzambi, Vargas und Ndoye Mut und wurde dafür belohnt. Blick-Urteil: Unentschieden.

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Kolumbien wird auch gegen die Schweiz in Vancouver ein Heimspiel haben.
Foto: IMAGO/Icon Sportswire

Torhüter

Nachdem er mehr als ein Jahrzehnt auf der Bank gesessen hatte, löste Camilo Vargas 2023 die langjährige Nummer eins David Ospina ab, obwohl er nur ein halbes Jahr jünger ist. An der WM blieb Vargas bislang ohne Fehl und Tadel, wobei seine Klasse vor allem beim 0:0 gegen Portugal gefragt war. Vargas hat erst einen Gegentreffer kassiert. Sein Gegenüber Gregor Kobel (28) zeigte bislang ein gutes Turnier, blieb aber gegen Algerien erstmals ohne Gegentor. Einziger Makel: Beim Gegentor Kanadas (2:1) unterlief ihm ein Fehler im Positionsspiel. Blick-Urteil: Unentschieden.

Abwehr

Kolumbiens Abwehr, die vor dem Turnier Anlass zur Sorge gegeben hat, ist bislang das Prunkstück des Teams. Davinson Sanchez und Jhon Lucumi sind in bestechender Form, Johan Mojica hat sich im Lauf des Turniers gesteigert und der rechte Aussenverteidiger Daniel Muñoz ist mit zwei Toren der beste Torschütze des Teams. Doch auch die Nati-Abwehr hat bislang mit Ausnahme der Schlussphase gegen Kanada wenig zugelassen, auch wenn sie in der Vorrunde in jedem Spiel ein Tor kassiert hat. Manuel Akanji und Nico Elvedi nähern sich ihrer Topform an, Ricardo Rodriguez verteidigt an seiner siebten Endrunde abgezockt wie eh und je, und mit Denis Zakaria scheint Yakin rechtzeitig auch das Problem auf der rechten Aussenverteidiger-Position gelöst zu haben. Blick-Urteil: Unentschieden.

Mittelfeld

Gustavo Puerta ist die grosse Entdeckung Kolumbiens an diesem Turnier, hatte er doch vor der WM erst sechs Länderspiele absolviert. Der 22-Jährige wurde gemeinsam mit Granit Xhaka 2024 mit Leverkusen deutscher Meister, spielte damals aber nur eine Nebenrolle. Captain James Rodriguez ist nicht mehr der James Rodriguez der WM 2014. Der Zahn der Zeit hat am begnadeten Techniker, der zuletzt in der MLS spielte, genagt. Nur noch punktuell lässt er seine Klasse aufblitzen. Gegen Ghana litt er unter einer Grippe und musste zur Pause raus, soll nun aber wie alle betroffenen Spieler wieder fit sein. Bei der Nati bilden seit jeher Granit Xhaka und Remo Freuler das Herz der Mannschaft. Funktioniert dieses, funktioniert das Spiel der Nati. Noch haben aber beide Luft nach oben. «Xhaka ist erst bei 60 Prozent», glaubt Blick-Experte Blerim Dzemaili. Blick-Urteil: Vorteil Schweiz.

Angriff

Mit Luis Diaz weiss Kolumbien um einen Superstar in seinen Reihen, einen solchen hat die Schweiz (noch) nicht. Doch dem Flügelstürmer von Bayern München läuft es trotz des guten Starts gegen Usbekistan (ein Tor und ein Assist) noch nicht wie gewünscht. Er wirkt nervös und spielt teilweise ohne Fortüne, wie gegen Ghana, als ihm ein Offside-Tor aberkannt wurde. Bitter ist der Ausfall von Jhon Cordoba, der die letzten beiden Spiele als Mittelstürmer begonnen hat. Die Nati überzeugt nach Startschwierigkeiten im Kollektiv und mit einer immer besser werdenden Effizienz. Die neun Tore verteilen sich auf fünf Spieler, wobei alle vier Angreifer (Embolo, Ndoye, Vargas und Manzambi) getroffen haben. Der Ausfall von Manzambi ist zwar eine Hiobsbotschaft, trotzdem ist die Nati in der Breite besser aufgestellt. Blick-Urteil: Vorteil Schweiz.

Soft-Faktoren

Während die Schweiz alle fünf bisherigen WM-Achtelfinals nach dem Zweiten Weltkrieg verloren hat, stand Kolumbien 2014 in der Runde der letzten acht. Für die Generation um Granit Xhaka ist es wohl die letzte Chance, dieses Ziel zu erreichen. Dem sich anbahnenden Duell im Viertelfinal mit Messis Argentinien wäre aber auch Kolumbien nicht abgeneigt, zumal die Kolumbianer nach der Niederlage im Final der Copa America 2024 eine Rechnung mit dem Weltmeister offen haben. Die Kolumbianer können auch dreckig und physisch spielen, wenn es sein muss. Kann das die Nati auch? Was auch für die Südamerikaner trotz längerer Flugreisen und weniger Erholungszeit spricht: Auch in Vancouver werden sie wie bisher immer ein Heimspiel austragen. Rund 75’000 gebürtige Kolumbianer leben in Kanada und bilden damit die grösste Latino-Diaspora des Landes. Blick-Urteil: Vorteil Kolumbien.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Mexiko
Mexiko
3
6
9
2
Südafrika
Südafrika
3
-1
4
3
Südkorea
Südkorea
3
-1
3
4
Tschechien
Tschechien
3
-4
1
K.o.-Phase
Gruppe B
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Schweiz
Schweiz
3
4
7
2
Kanada
Kanada
3
5
4
3
Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
3
-1
4
4
Katar
Katar
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe C
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Brasilien
Brasilien
3
6
7
2
Marokko
Marokko
3
3
7
3
Schottland
Schottland
3
-3
3
4
Haiti
Haiti
3
-6
0
K.o.-Phase
Gruppe D
Mannschaft
SP
TD
PT
1
USA
USA
3
4
6
2
Australien
Australien
3
0
4
3
Paraguay
Paraguay
3
-2
4
4
Türkei
Türkei
3
-2
3
K.o.-Phase
Gruppe E
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Deutschland
Deutschland
3
6
6
2
Elfenbeinküste
Elfenbeinküste
3
2
6
3
Ecuador
Ecuador
3
0
4
4
Curacao
Curacao
3
-8
1
K.o.-Phase
Gruppe F
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Niederlande
Niederlande
3
6
7
2
Japan
Japan
3
4
5
3
Schweden
Schweden
3
0
4
4
Tunesien
Tunesien
3
-10
0
K.o.-Phase
Gruppe G
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Belgien
Belgien
3
4
5
2
Ägypten
Ägypten
3
2
5
3
Iran
Iran
3
0
3
4
Neuseeland
Neuseeland
3
-6
1
K.o.-Phase
Gruppe H
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Spanien
Spanien
3
5
7
2
Kap Verde
Kap Verde
3
0
3
3
Uruguay
Uruguay
3
-1
2
4
Saudi Arabien
Saudi Arabien
3
-4
2
K.o.-Phase
Gruppe I
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Frankreich
Frankreich
3
8
9
2
Norwegen
Norwegen
3
1
6
3
Senegal
Senegal
3
2
3
4
Irak
Irak
3
-11
0
K.o.-Phase
Gruppe J
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Argentinien
Argentinien
3
7
9
2
Österreich
Österreich
3
0
4
3
Algerien
Algerien
3
-2
4
4
Jordanien
Jordanien
3
-5
0
K.o.-Phase
Gruppe K
Mannschaft
SP
TD
PT
1
Kolumbien
Kolumbien
3
3
7
2
Portugal
Portugal
3
5
5
3
Demokratische Republik Kongo
Demokratische Republik Kongo
3
1
4
4
Usbekistan
Usbekistan
3
-9
0
K.o.-Phase
Gruppe L
Mannschaft
SP
TD
PT
1
England
England
3
4
7
2
Kroatien
Kroatien
3
0
6
3
Ghana
Ghana
3
0
4
4
Panama
Panama
3
-4
0
K.o.-Phase
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