Der ausgebremste Nati-Held
Die bittersüsse WM-Reise von Johan Manzambi

Johan Manzambi war der Shootingstar der Nati an dieser WM. Mit seinen Toren und Assists verzückte er die ganze Nation – bis er von einer Knieverletzung ausgebremst wurde.
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Trainer Murat Yakin mit seinem Shootingstar Johan Manzambi.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Johan Manzambi erzielt an der WM drei Tore und zwei Assists
  • Aston Villa zahlt 60 Mio. Euro für den teuersten Schweizer Transfer
  • Manzambi fällt nach Knieverletzung aus, Schweiz scheitert im Viertelfinal

Johan Manzambi (20) verzückte an der WM mit drei Toren und zwei Assists die ganze Nation. Ein Rückblick auf die verrücktesten 50 Tage seines Lebens:

23. Mai: Ecole Geisendorf in Genf. Blick trifft Manzambi drei Tage nach dem Europa-League-Final mit Freiburg dort, wo alles angefangen hat. «Er hatte als Kind sehr viel Energie», sagt die älteste Schwester Jalene (32). «Es gingen mehrere Glühbirnen zu Bruch.» Und ihr kleiner Bruder kündigt an: «Ich werde an der WM zwei Tore schiessen.»

31. Mai: Murat Yakin bringt im letzten WM-Test in der Schweiz Manzambi von Beginn an. Dieser zeigt, warum er in der Bundesliga bei Freiburg den Durchbruch geschafft hat.

6. Juni: Auch bei der WM-Hauptprobe gegen Australien (1:1) steht Manzambi in der Startformation. Wie das Team vermag auch er nicht zu überzeugen.

13. Juni: Enttäuschung beim WM-Auftakt gegen Katar: Yakin bringt Manzambi nur als Joker. Captain Xhaka geht mit dem Team hart ins Gericht: «Man muss tun, was der Trainer verlangt und nicht irgendwie den Showmaker geben und alles alleine machen.» Damit ist vor allem auch Manzambi gemeint.

16. Juni: Die Stimmung im Schweizer Camp ist angespannt. Blick enthüllt, dass Xhakas Art nicht bei allen gut ankommt. Manzambi lässt sich davon nicht anstecken. Wie jeden Tag erscheint er mit einem Lachen im Training in der San Diego Jewish Academy.

18. Juni: Die Nati ist unter Zugzwang. Gegen Bosnien & Herzegowina steht es 0:0, als Yakin nach der Trinkpause in der zweiten Halbzeit Manzambi bringt. Und nach vier Minuten schlägt dieser zu, in der 90. Minute doppelt er nach. «Heute Abend kann ich sicher nicht schlafen», sagt der Genfer. Die Nati ist wieder auf Kurs.

«Manzambi, na klar!» – Rodriguez sorgt für Lacher
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Doppeltorschütze vergessen:«Manzambi, na klar!» – Rodriguez sorgt für Lacher

19. Juni: Nun kennt die ganze Welt Johan Manzambi. Er hat sein Versprechen eingelöst. Die Partie in Los Angeles ist auch für seine Familie speziell. Seine Mutter sowie seine drei älteren Geschwister sitzen auf der Tribüne. «Es flossen Tränen», sagt Jalene zu Blick.

24. Juni: Gegen Kanada bringt Yakin den Edel-Joker von Beginn an – und Manzambi liefert erneut. Das 1:0 von Vargas legt er auf, das 2:0 macht er selbst. Rambazamba mit Manzambi! Was hinter seinem Mango-Jubel steckt, verrät er nicht, noch nicht mal sein Bruder Holly (29) weiss es.

26. Juni: Die Schweiz ist im Manzambi-Fieber, doch der Spieler selbst geht entspannt damit um. «Er ist wie immer. Er lächelt, ist glücklich und geniesst die Erfahrungen, die er hier machen kann», verrät Holly. «Was um ihn herum passiert, interessiert ihn nicht sonderlich.» Am freien Tag tollt Manzambi mit seiner Nichte und seinem Neffen im Hotel der Familienangehörigen herum.

28. Juni: Manzambi wird von einigen Portalen ins Team der Vorrunde gewählt. Sein Marktwert steigt weiter an. Sein Berater sagt zu Blick: «Schon vor der WM war das Interesse gross. Dieses hat nun nochmals deutlich zugenommen.»

2. Juli: Auch zum Auftakt der K.o.-Phase gegen Algerien (2:0) sorgt Manzambi für die Differenz, indem er mit einem herrlichen Solo das 1:0 von Embolo vorbereitet. Auch Yakin schwärmt von seiner Nummer 9: «Für uns ist Johan ein Segen. Auf dem Platz ist er ein Strassenfussballer, dem man Freiheiten lassen muss. Daneben ist er frisch und bescheiden.» Es sind die Familie und sein Glaube, die ihm Bodenhaftung geben.

5. Juli: Manzambi ist auch bei der internationalen Presse in aller Munde. Sébastien Buron von der «L’Equipe» vergleicht ihn mit dem jungen Franck Ribéry. Erste Gerüchte um ein konkretes Interesse von Newcastle machen die Runde.

«Machen alles dafür, dass er auf dem Platz stehen kann»
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Yakin bangt um Manzambi:«Machen alles dafür, dass er auf dem Platz stehen kann»

6. Juli: Der Manzambi-Schock! Die Stimmung im Schweizer Camp ist auf dem Tiefpunkt. Am Tag vor dem Spiel verletzt sich Manzambi kurz vor Ende des Abschlusstrainings am Knie. Zwar treten die schlimmsten Befürchtungen nicht ein, doch Manzambi fällt mit einer Knieprellung aus.

7. Juli: Manzambi humpelt mit einer Bandage und dem Lego-WM-Pokal ins Stadion. Auch ohne ihn schafft die Nati den Einzug in den ersten WM-Viertelfinal seit 1954. Nach dem Spiel bildet Manzambi mit seinen Teamkollegen einen Kreis und betet. 

9. Juli: Die Nati ist nach Kansas City disloziert. Obwohl der SFV kein Update zum Gesundheitszustand von Manzambi gibt, verdichten sich die Befürchtungen, dass er auch im Viertelfinal nicht einsetzbar ist. 24 Stunden später bestätigt dies Yakin.

Verrät hier Manzambi seinen Aston-Villa-Wechsel?
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Direkt nach Argentinien-Spiel:Verrät hier Manzambi seinen Aston-Villa-Wechsel?

11. Juli: Manzambi verfolgt auf der Spielerbank, wie die Nati dem Titelverteidiger einen heroischen Kampf liefert, am Schluss aber in Unterzahl 1:3 verliert. Als kleiner Trost ergattert sich Manzambi ein Messi-Shirt – allerdings nicht als Einziger im Stadion.

13. Juli: Die Nati tritt die Heimreise an. Auch Manzambis Zukunft scheint geklärt. Aston Villa soll das Rennen gemacht haben und rund 60 Millionen Euro Ablöse zahlen. Damit würde der WM-Held zum teuersten Schweizer Transfer aller Zeiten.

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