Darum gehts
Die Fussstapfen sind gross, in die Gregor Kobel (28) nach der EM 2024 getreten ist. Denn sein Vorgänger Yann Sommer (37) hat Spuren hinterlassen. An allen fünf Turnieren mit Sommer als Nummer 1 hat die Nati mindestens den Achtelfinal erreicht. Und diesen strebt sie nun auch am nächsten Freitagmorgen um 5 Uhr Schweizer Zeit in Vancouver an – egal, ob der Gegner Iran oder Algerien heisst.
Kobel brauchte seine Zeit, bis er in seiner Rolle als Nummer 1 angekommen war. 15 Spiele dauerte es, bis der BVB-Keeper das erste Mal im Nati-Trikot zu null spielte. Und gerade das Aufbauspiel hinten raus hatte die Achse Sommer - Akanji - Xhaka nahezu perfektioniert. Fussballerisch ist Kobel schwächer als sein Vorgänger, was auch in der Vorrunde in einzelnen Szenen offensichtlich geworden ist.
Für Nati-Goalietrainer Patrick Foletti (52) ist das aber kein Nachteil. «Mit Gregs langen Bällen schaffen wir nun einen Mehrwert», so der Tessiner. «Wir können immer noch konstruktiv aus der Zone 1 rauskommen, auch unter Druck, aber durch die langen Bälle sind viele Aktionen entstanden, die wir vorher nie gehabt haben und in denen wir innerhalb von acht Sekunden zum Abschluss kommen.» Zudem hält Foletti fest, dass Kobel mit dem Ball am Fuss grosse Fortschritte gemacht habe.
Für den Tessiner, den alle nur Fox nennen, lautet die Bilanz seines Keepers deshalb nach der Vorrunde: «Sehr stabil bis gut. Und die Torverteidigung war hervorragend.» Nur in der Raumverteidigung habe Kobel zwei kleinere falsche Entscheide getroffen, so auch beim Gegentor gegen Kanada zum 1:2. «Das grosse Bild aber ist hervorragend», sagt Foletti und lobt dabei die Entwicklung seiner Nummer 1 in den letzten zwei Jahren. «Sein Impact ist nicht nur technisch-taktisch gross, sondern auch auf die ganze Mannschaft, das ganze Stadion und sogar auf die ganze Nation.» Dies interpretiere er aus den Rückmeldungen, die er aus der Schweiz erhalte, so Foletti.
Früher Isostar, heute Vaseline
Auch Kobel selbst ist mit dem bisherigen Turnierverlauf zufrieden, auch wenn er in jedem Spiel einen Gegentreffer erhalten hat, «was natürlich nicht unser Ziel ist». Mittlerweile hat er sich auch an den WM-Ball Trionda von Adidas gewöhnt. Es gibt Vermutungen, wonach die drei Farben wie auch der Akku für den Bewegungssensor im Ball ein Nachteil sein sollen für die Goalies an dieser WM.
Kobel entschärft das zwar, sagt aber: «Für mich flattert er etwas mehr als andere Bälle. Bei einem Schuss im Bosnien-Spiel hat sich der Ball stark bewegt, was allerdings im Rahmen war.» Generell gewöhne er sich sehr schnell an neue Bälle, so Kobel. «Der Derbystar aus der Bundesliga ist im Vergleich zum Adidas schon etwas anders. Der Adidas ist kompakter, vom Gefühl her kleiner und flattert etwas mehr. Der Derbystar ist ein bisschen träger und nicht so schnell.»
Pascal Zuberbühler (55), Kobels Vor-, Vor-, Vorgänger im Nati-Tor, widerspricht dem allerdings. «Beim aktuellen WM-Ball haben wir von den Goalies die Rückmeldung erhalten, dass die Distanzschüsse etwas schneller aufs Tor kommen. Einzelne Aussagen, dass der Ball flattert, sind aber falsch. Die Flugbahn ist ganz normal. Der Ball ist hervorragend.» Der Ex-Nati-Goalie leitet zusammen mit Arsène Wenger (76) die Technical Study Group der Fifa. Was Zubi aber auffällt: «An der WM 2006, als ich selbst im Tor gestanden bin, war der Ball sehr glatt. Seit einigen Jahren haben die Bälle aber zum Glück wieder etwas mehr Grip.»
Gibt es ein Rezept, damit der Ball aber trotzdem nicht durch die Hände flutscht? Früher waren es isotonische Getränke, die auf die Handflächen gespritzt wurden, um diese etwas klebriger zu machen. «Heute streichen viele Goalies die Flächen mit Vaseline ein», verrät Kobel. Laut Foletti hätten sie das aber auch schon zu seiner Zeit gemacht. Der Tessiner sieht das Ganze nicht so eng, denn an jedem Turnier sei die Flugbahn des Balles wieder ein Thema. «Bei den ersten drei Schüssen im Vorbereitungscamp in St. Gallen dachte ich: Wow. Aber man gewöhnt sich schnell daran. Und mittlerweile haben die Goalies ja im Training schon Tausende von Schüssen mit diesem Ball auf das Tor gekriegt.»
Kein Zettel auf der Trinkflasche
Ein grösseres Thema dürften in der K.o.-Phase für die Goalies Penaltys werden. Seit der Jahrtausendwende sind durchschnittlich an jeder WM fast vier Partien der K.o.-Phase durch ein Penaltyschiessen entschieden worden. Und auch die Nati hat in den letzten Jahren ihre Erfahrungen damit gemacht, vor allem an Europameisterschaften. 2016, 2021 und 2024 scheiterte man im Penaltyschiessen, 2021 setzte man sich im Achtelfinal gegen Frankreich vom Elfmeterpunkt durch.
Kommt es auch in Nordamerika zu einer Kurzentscheidung, wird es bei Kobel aber keinen Zettel auf der Getränkeflasche mit allen Schützen des Gegners geben, wie das inzwischen viele Goalies praktizieren. «Das habe ich noch nie gemacht», so der Zürcher. Was ist sein Plan, wenn einer gegen ihn anläuft? «Ich verlasse mich auf einen Mix aus Statistiken, wohin die Spieler schiessen, und auf meine Intuition», so Kobel. «Wahrscheinlich aber ist die Intuition fast noch wichtiger.»
Egal ob in der regulären Spielzeit, in der Verlängerung oder im Penaltyschiessen, in der Nacht auf Freitag soll der erste Schweizer Sieg in einer K.o.-Phase an einer WM seit dem Turnier 1938 und dem 4:2 gegen Grossdeutschland her. Geht es nach Kobel, verbleibt die Nati noch lange im Turnier, hat er doch acht Paar Handschuhe mit dabei. «Ich trage normalerweise immer neue», sagt der 28-Jährige. Hat er somit bis zum Final gepackt? Kobel lacht. «Ich bin keiner, der grosse Töne spuckt.» Viel eher will er auf dem Platz Taten sprechen lassen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Mexiko | 3 | 6 | 9 | |
2 | Südafrika | 3 | -1 | 4 | |
3 | Südkorea | 3 | -1 | 3 | |
4 | Tschechien | 3 | -4 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 3 | 4 | 7 | |
2 | Kanada | 3 | 5 | 4 | |
3 | Bosnien und Herzegowina | 3 | -1 | 4 | |
4 | Katar | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Brasilien | 3 | 6 | 7 | |
2 | Marokko | 3 | 3 | 7 | |
3 | Schottland | 3 | -3 | 3 | |
4 | Haiti | 3 | -6 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | USA | 3 | 4 | 6 | |
2 | Australien | 3 | 0 | 4 | |
3 | Paraguay | 3 | -2 | 4 | |
4 | Türkei | 3 | -2 | 3 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Deutschland | 3 | 6 | 6 | |
2 | Elfenbeinküste | 3 | 2 | 6 | |
3 | Ecuador | 3 | 0 | 4 | |
4 | Curacao | 3 | -8 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Niederlande | 3 | 6 | 7 | |
2 | Japan | 3 | 4 | 5 | |
3 | Schweden | 3 | 0 | 4 | |
4 | Tunesien | 3 | -10 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Belgien | 3 | 4 | 5 | |
2 | Ägypten | 3 | 2 | 5 | |
3 | Iran | 3 | 0 | 3 | |
4 | Neuseeland | 3 | -6 | 1 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Spanien | 3 | 5 | 7 | |
2 | Kap Verde | 3 | 0 | 3 | |
3 | Uruguay | 3 | -1 | 2 | |
4 | Saudi Arabien | 3 | -4 | 2 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Frankreich | 3 | 8 | 9 | |
2 | Norwegen | 3 | 1 | 6 | |
3 | Senegal | 3 | 2 | 3 | |
4 | Irak | 3 | -11 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Argentinien | 2 | 5 | 6 | |
2 | Österreich | 2 | 0 | 3 | |
3 | Algerien | 2 | -2 | 3 | |
4 | Jordanien | 2 | -3 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kolumbien | 2 | 3 | 6 | |
2 | Portugal | 2 | 5 | 4 | |
3 | Demokratische Republik Kongo | 2 | -1 | 1 | |
4 | Usbekistan | 2 | -7 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | England | 2 | 2 | 4 | |
2 | Ghana | 2 | 1 | 4 | |
3 | Kroatien | 2 | -1 | 3 | |
4 | Panama | 2 | -2 | 0 |

