Wer ärgert sich nicht darüber? Millimeter-Entscheidungen und Achselhöhlen-Abseits, welche die einstige Faustregel, im Zweifel für den Angreifer zu entscheiden, zu Zeiten des Videoschiedsrichters ad absurdum geführt haben.
Arsène Wenger sind diese Entscheidungen jedenfalls dermassen ein Dorn im Auge, dass er die Offsideregel revolutionieren will. Die Idee des «Direktor für globale Fussballförderung» bei der Fifa: Angreifer sollen nur noch im Abseits stehen, wenn sie komplett hinter dem letzten Verteidiger sind.
Für Blick-Reporter Florian Raz eine Schnapsidee, doch der Blick-Leser ist gespaltener Meinung. An einer am Sonntagnachmittag lancierten Umfrage haben sich bis Montagmorgen (Stand 9.30 Uhr) etwas über 1100 Leser beteiligt. Dabei sind 43 Prozent der User der Ansicht, dass Wengers Idee gut klinge und den Fussball attraktiver machen könnte. 57 Prozent finden sie schlecht, fordern, dass die Regel bleiben solle, wie sie ist.
Wie im Hockey – oder ganz streichen?
In der Kommentarspalte wird das Thema ebenfalls rege diskutiert. «Zehenspitze gegen Ferse – diese Änderung bringt gar nichts», findet beispielsweise Robert Meier. «Sie verschiebt die Messerei lediglich», stimmt Walter Kälin zu. Für Lars Valentin wäre es aber die «beste Regeländerung seit langem».
Dann gibt es auch viele Voten dafür, die Offsideregel doch einfach komplett zu streichen. «Dann können sich Spieler auf dem ganzen Platz verteilen», schreibt Mitch Rapp. «Weg mit dem alten Zopf, das eröffnet neue taktische Möglichkeiten», würde auch Pascal Blumenthal eine Abschaffung begrüssen.
Oder sollte man sich am Eishockey orientieren? Dafür spricht sich Patrick Furri aus: «Zonenoffsidelinie ab 30 Meter vor den Toren.» Dann gäbe es allerdings bei Standardsituationen innerhalb jener Zonen gar keine Offsidepositionen mehr. Ob das aber wirklich ein Problem wäre? In eine ähnliche Richtung würde die Idee gehen, das Abseits erst ab Strafraumhöhe einzuführen – wie es auf tieferen Juniorenstufen bereits der Fall ist.
Klar ist: Jede diskutierte Änderung der Offsideregel würde den Fussball grundlegend verändern. Weniger klar: Ob sie das Spiel wirklich attraktiver machen würden.