Darum gehts
- Leicester City steigt nach zweitem Abstieg in Folge in League One ab
- Sechs Punkte Abzug wegen finanzieller Verstösse; 200 Mio. CHF Schulden in drei Jahren gemacht
- 2016 Meister, jetzt mit viertwertvollstem Kader der Liga abgestiegen
Zehn Jahre nach dem grossen Leicester-Märchen folgt der grosse Leicester-Albtraum. Der Klub, der in der Saison 2015/16 sensationell die Premier League gewann, ist am Dienstagabend im zweiten Jahr in Serie abgestiegen. Somit wird das Team aus den englischen Midlands in der kommenden Spielzeit in der drittklassigen League One spielen.
Das 2:2 gegen Aufstiegsaspirant Hull City in der drittletzten Runde ist der eine Punktverlust zu viel. Mit nun sieben Punkten Rückstand auf Blackburn auf Rang 21 ist Leicester nicht mehr zu retten. Entscheidend im Drama mitgespielt hat eine Punktestrafe der Liga: Aufgrund von Verstössen gegen die finanziellen Regularien wurden dem Klub sechs Zähler abgezogen. Innerhalb von drei Saisons hat der Verein Medienberichten zufolge rund 200 Millionen Franken Schulden gemacht.
Dies dürfte auch damit zusammenhängen, dass der Kader nach dem Abstieg aus der Premier League vor einem Jahr überwiegend zusammengehalten wurde. Mit Leicester steigt das laut Transfermarkt viertwertvollste Team in der 24er-Liga ab. Bekannte Namen im Kader sind beispielsweise der Däne Jannik Vestergaard (33; ehem. Bundesliga und Southampton), der ghanaische Nationalspieler Jordan Ayew (34), Harry Winks (30; ehem. Tottenham), Routinier Asmir Begovic (ehem. Chelsea) oder Winterneuzugang Jamaal Lascelles (32) aus Newcastle.
Titel-Sensation 2016
2008 stieg der Klub letztmals in die Drittklassigkeit ab. Damals folgte der direkte Wiederaufstieg – der Startschuss in erfolgreiche Jahre, die im Meistertitel 2016, der als eine der grössten Sensationen der Fussballgeschichte gilt, gipfelten. Vom Glanz der Mannschaft um Trainer Claudio Ranieri (74), Stürmer Jamie Vardy (39) und Mittelfeldstratege N'Golo Kanté (35), für die auch Ex-Nati-Captain Gökhan Inler (41) fünf Ligaspiele bestritten hat, ist nun nicht mehr viel übrig.
Leicester City gehört nach wie vor dem thailändischen Duty-Free-Ladenbetreiber King Power. Doch Teile der Fanbasis protestieren seit geraumer Zeit gegen Klubboss Aiyawatt Srivaddhanaprabha (40), der das Amt nach dem tödlichen Helikopterabsturz seines Vaters Vichai (†60) im Jahr 2018 übernommen hat.