Darum gehts
Am Wochenende startet die neue Serie-A-Saison. Neun Schweizer sind dabei – von Inter-Star Manuel Akanji bis zu Cagliari-Talent Alessandro Romano. Blick hat italienische Journalisten der «Gazzetta dello Sport» gefragt, was sie von den Schweizern erwarten.
Ardon Jashari (Milan)
Luca Bianchin: Ardon Jashari ist heute ein anderer Mensch. Vor einem Jahr verpasste er wegen eines Wadenbeinbruchs den gesamten Herbst, und mit Allegri herrschte nie die richtige Chemie. Für den Trainer war Jashari schlicht ein Modric-Ersatz. Entsprechend kam er nur selten zum Einsatz, oft in schwierigen Situationen – etwa im Rahmen von Rotationen –, und die Leistungen waren meist enttäuschend.
In diesem Sommer scheint sich bei Jashari aber etwas verändert zu haben. Er zeigt Persönlichkeit, erobert Bälle durch aggressives Verteidigen nach vorne und versucht mit seinem linken Fuss Spielverlagerungen. Was hat sich geändert? Er spielt mehr und auf einer anderen Position. Im 3-4-2-1 von Amorim ist er einer der beiden zentralen Mittelfeldspieler. Er spielt also mit Modric und nicht anstelle von Modric.
Ob er Stammspieler wird? Dafür ist es noch zu früh. Seine Chancen sind aber da. Jashari ist ohne Zweifel eine mögliche Überraschung der Saison. «Ich brauche eine Chance und Kontinuität», sagte er Anfang August in einem Interview mit unserer Zeitung. «Ich mag einen Fussball mit hoher Intensität, und ich denke, dass wir diesen spielen können.» Genau darin liegen die Schlüsselbegriffe.
Manuel Akanji (Inter)
Filippo Conticello: Akanji ist bei Inter eine unbestrittene Stammkraft. Er bringt vor allem internationale Erfahrung und Führungsqualitäten mit – Eigenschaften, die für eine Mannschaft wertvoll sind, die auch in dieser Saison auf höchstem Niveau und in allen Wettbewerben konkurrenzfähig sein will. Ein weiterer Pluspunkt ist seine Vielseitigkeit: Er kann in einer Dreierkette praktisch auf allen Positionen spielen und bietet dem Trainer Cristian Chivu damit verschiedene Optionen.
Zudem könnte er auch bei der Integration von John Stones, der gerade zum Team gestossen und ein enger Freund von ihm ist, eine wichtige Rolle spielen. Die beiden kennen sich bestens aus den vielen gemeinsamen Jahren bei Manchester City.
Alessandro Romano (Cagliari)
Francesco Velluzzi: Alessandro Romano ist der Transfercoup von Cagliari. Dafür, dass er erst 20 Jahre alt ist, hat er sofort viel Persönlichkeit gezeigt. Er verfügt über enorme Ausdauer sowie über eine starke Fähigkeit, Bälle abzufangen und zurückzuerobern.
Sowohl in der Vorbereitung als auch im Cupspiel gegen Arezzo hat Romano überzeugt und einen starken Eindruck hinterlassen. Steigerungspotenzial hat er noch im Umgang mit dem Ball. Bisher spielte er für die Schweizer U-Nati, doch klar ist: Auch Italien sollte ihn im Auge behalten.
Trainer Fabio Pisacane sagt über ihn: «Ich kenne ihn gut, weil ich in der Primavera gegen ihn gespielt habe, als er noch bei Roma war. Er ist ein Spieler für die Serie A, mit technischen Qualitäten und einem starken Motor. Er muss auch Fehler machen dürfen – und wenn ihm einer passiert, dürfen wir ihn dafür nicht verurteilen.»
Eray Cömert (Torino)
Mario Pagliara: Torino setzt voll auf die Qualitäten und die Erfahrung von Eray Cömert. Trainer Ignazio Abate lässt mit einer Dreierkette spielen, wobei der Schweizer als linker Innenverteidiger eingeplant ist. Er dürfte während der Saison eine wichtige Rolle spielen.
Seit seiner Ankunft stand Cömert in der Vorbereitung durchgehend in der Startelf. Seine Stärke: sein taktisches Verständnis. Sein Schwachpunkt: An seiner körperlichen Verfassung muss er noch arbeiten. Am Sonntag wartet beim Serie-A-Auftakt gegen Milan der erste echte Härtetest.
Sascha Britschgi (Parma)
Andrea Scacchi: Britschgi ist unter Trainer Carlos Cuesta wie in der Vorsaison gesetzt. Er ist für mich ein starker Aussenverteidiger mit gutem Antritt, mutig und offensivfreudig. In der Defensive muss er sich allerdings noch verbessern und bei seinen Aktionen gegen den Gegenspieler etwas weniger überhastet agieren. Ich erinnere mich an seinen Platzverweis gegen die Roma gegen Ende der letzten Saison. So was muss er abschalten. Interessant wird auch sein, wie er sich etwas weiter vorne mit mehr offensiven Freiheiten schlägt. Er ist jedenfalls ein Spieler, den man im Auge behalten sollte.
Djibril Sow (Genoa)
Gregorio Spigno: Djibril Sow wird im Spiel von Genoa eine zentrale Rolle einnehmen und im Mittelfeld als unbestrittener Stammspieler an der Seite von Frendrup gesetzt sein. Die Erwartungen an den Schweizer sind – auch nach seiner guten WM – hoch, insbesondere was seine Konstanz betrifft.
De Rossi hält ihn für sein 3-4-1-2-System für unverzichtbar. Er bezeichnete Sow als einen «aufmerksamen» und «aufnahmefähigen» Spieler. Gleichzeitig meinte er aber auch, dass es Zeit brauchen wird, bis er seine Topform erreicht.
Franz-Ethan Meichtry (Genoa)
Gregorio Spigno: Er ist der vielseitige Joker im Genoa-Kader und wird wegen seiner Flexibilität geschätzt. Ursprünglich wurde er zwar als offensiver Mittelfeldspieler ausgebildet. Doch unmittelbar vor dem Auftaktspiel gegen Napoli sagte Trainer De Rossi, dass er sich auch zu einem «Box-to-Box-Achter entwickeln könnte, der sich zudem auf die Aussenbahn bewegen kann».
Er könnte zu einer Überraschung werden. Wie bei anderen Neuzugängen wird aber auch bei ihm die Anpassung an den italienischen Fussball eine wichtige Rolle spielen. Auf dem Papier startet er zunächst von der Bank.
Simon Sohm (Venezia)
Simone Battaggia: Bislang war es für Venezia der ambitionierteste und teuerste Mercato in der Geschichte. Simon Sohm kam als Verstärkung fürs Mittelfeld von der Fiorentina. Im 3-5-2-System von Trainer Giovanni Stroppa soll er zentral spielen. Aktuell liegen in der Hierarchie aber wohl sowohl Toma Basic als auch Captain Gianluca Busio vor ihm, der diese Position ebenfalls spielen kann.
Sohm stand im ersten Cupspiel gegen Modena in der Startelf. Es war kein besonders überzeugender Auftritt von ihm. Allerdings ist er der letzte Mittelfeldspieler, der zum Team gestossen ist, und wird noch Zeit und Gelegenheit haben, sich nützlich zu machen und seine Qualitäten zu zeigen. Venezias Ziel ist der Klassenerhalt.
Junior Ligue (Venezia)
Simone Battaggia: Ligue ist ein vielversprechender junger Spieler. In der letzten Rückrunde war er an Mantova in die Serie B ausgeliehen. Trainer Stroppa wollte ihn in der Vorbereitung nun genauer sehen und setzte ihn gegen St. Étienne für rund 15 Minuten ein. In den anderen Testspielen kam er hingegen nicht zum Zug.
Deshalb habe ich den Eindruck, dass Ligue in dieser Transferperiode erneut ausgeliehen werden dürfte. Damit er bei einem anderen Klub weitere Spielpraxis erhält und Erfahrung sammelt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | AC Mailand | 0 | 0 | 0 | |
1 | AC Monza | 0 | 0 | 0 | |
1 | AC Florenz | 0 | 0 | 0 | |
1 | AS Rom | 0 | 0 | 0 | |
1 | Atalanta BC | 0 | 0 | 0 | |
1 | Bologna FC | 0 | 0 | 0 | |
1 | Cagliari Calcio | 0 | 0 | 0 | |
1 | Como 1907 | 0 | 0 | 0 | |
1 | Frosinone Calcio | 0 | 0 | 0 | |
1 | Genua CFC | 0 | 0 | 0 | |
1 | Inter Mailand | 0 | 0 | 0 | |
1 | Juventus Turin | 0 | 0 | 0 | |
1 | Lazio Rom | 0 | 0 | 0 | |
1 | Parma Calcio | 0 | 0 | 0 | |
1 | Sassuolo Calcio | 0 | 0 | 0 | |
1 | SSC Neapel | 0 | 0 | 0 | |
1 | FC Turin | 0 | 0 | 0 | |
1 | Udinese Calcio | 0 | 0 | 0 | |
1 | US Lecce | 0 | 0 | 0 | |
1 | FC Venedig | 0 | 0 | 0 |






