«Ich war innerlich zerrissen»
Ex-DFB-Star Hitzlsperger erklärt steinigen Weg zum Coming-out

Im Podcast mit Schalke-Spieler Robin Gosens sprach der ehemalige deutsche Nationalspieler Thomas Hitzlsperger emotional über sein Coming-out.
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Thomas Hitzlsperger sprach in einem Podcast über sein Coming-out.
Foto: imago/teutopress

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Thomas Hitzlsperger, Ex-Nationalspieler, sprach über seinen schwierigen Weg zum Outing
  • Er fühlte sich isoliert und litt innerlich stark, der Weg zur Selbstakzeptanz war lang
  • Absoliverte 52 Länderspiele und 6 Tore in seiner beeindruckenden Karriere
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Blick Sportdesk

Die Geschichte von Thomas Hitzlsperger (44) bewegt. Der ehemalige deutsche Nationalspieler outete sich nach seiner aktiven Karriere als homosexuell. Im Podcast des Norddeutschen Rundfunks «Wie geht’s?» mit Schalke-Verteidiger Robin Gosens sprach der frühere Mittelfeldspieler offen über die inneren Konflikte, die ihn während seiner Fussballkarriere begleiteten. 

«Ich hatte so einen inneren Druck, dass ich plötzlich anfing zu schwitzen. Einfach so, während ich beim Mittagessen sass», erinnert sich Hitzlsperger an die belastende Zeit, in der er sich seiner sexuellen Orientierung bewusst wurde.

Bereits in seinen 20ern merkte er, dass er sich nicht mehr zugehörig fühlte. Ihm sei bewusst geworden, dass er definitiv anders ist. Während Teamkollegen über Freundinnen und Familien sprachen, wusste er, dass er einen Freund wollte – etwas, das damals in der Fussballwelt undenkbar schien.

«Das halbe Jahr in Rom war die Hölle»

2010, nach seinem Wechsel vom VfB Stuttgart zu Lazio Rom, verschärfte sich die Situation. «Anfangs lief alles gut, aber in Rom war ich innerlich zerrissen», sagt er. Die Fragen der Teamkollegen nach Frau und Kindern, die Sprachbarriere und die fremde Umgebung setzten ihm zu. «Ich konnte dem Trainer nicht sagen: ‹Ich habe ein Problem, bin beunruhigt und ausserdem bin ich schwul.›» Das ging einfach nicht. Dieses halbe Jahr in Rom war die Hölle.»

Trotzdem hielt Hitzlsperger durch. Er wollte seine Karriere nicht ohne «offensichtlichen Grund» beenden und spielte noch ein bis zwei Jahre weiter. Doch die Kämpfe blieben. «Ich habe meine sexuelle Orientierung lange geleugnet», erzählt er. Aufgewachsen in einer katholischen Familie, hatte er das Gefühl, Schwulsein sei «eines der schlimmsten Dinge». Die Akzeptanz seiner selbst sei ein langer Prozess gewesen. 

Coming-out nach der Karriere

Erst nach seinem Rücktritt im Jahr 2013 entschied sich Hitzlsperger, öffentlich über seine Homosexualität zu sprechen. «Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich nach so einem Bekenntnis – sei es in der Öffentlichkeit oder in der Kabine – noch gut Fussball spielen könnte.» Doch das Outing, so schwer es auch war, sei inzwischen ein wichtiger Teil seines Lebensweges.

Hitzlsperger absolvierte insgesamt 52 Länderspiele und erzielte dabei sechs Tore. Im Klubfussball stand er unter anderem 131-mal in der Bundesliga und 117-mal in der Premier League auf dem Platz. Heute ist er nach Stationen in der Führung seines langjährigen Klubs VfB Stuttgart Verwaltungsratsmitglied beim Serie-B-Klub Hellas Verona und hält Anteile am dänischen Zweitligisten Aalborg. 

Dieser Artikel erschien zuerst auf sportal.bg. Das bulgarische Medium gehört wie Blick zum Ringier-Verlag.

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