Darum gehts
- SV Elversberg steigt erstmals in die 1. Bundesliga auf
- Kleinstes Dorf in Bundesliga-Geschichte mit nur 7500 Einwohnern
- Mäzen war selbst Fussballer, Teamarzt Landesmeister im Kugelstossen
Der FC Vaduz ist in die Super League aufgestiegen, die Einwohnerzahl der liechtensteinischen Hauptstadt beträgt rund 6800. Vergleichbares ist am Wochenende auch in Deutschland passiert. Denn dort ist ein Dorf mit rund 7500 Einwohnern in die 1. Bundesliga aufgestiegen.
Der SV Elversberg schreibt sein Fussballmärchen weiter. Vor vier Jahren spielte der Klub noch in der vierthöchsten Liga – also noch nicht einmal auf Profistufe. Und kommende Saison werden Giganten wie Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig ins Saarland reisen.
Dies werden sie allerdings mit dem Car machen müssen, denn einen Bahnhof gibts in Elversberg (Teil der Gemeinde Spiesen-Elversberg) nicht.
Baucontainer als Umkleidekabinen
Der Ort ist der kleinste, der je in die Bundesliga aufgestiegen ist. Das kulinarische Angebot rund um die Ursapharm-Arena hält sich in Grenzen, zwei Supermärkte sind das Höchste der Gefühle. Die Umkleidekabinen im Stadion sind Baucontainer, in denen sich kommende Saison Stars wie Harry Kane, Joshua Kimmich und Gregor Kobel umziehen müssen.
Dies aber nur vorübergehend. Denn jetzt, da man als 59. Verein in der Geschichte in der Bundesliga spielen wird, werden die seit Jahren laufenden Umbauarbeiten intensiviert. Bis 2027 soll die Stadionkapazität von 10'000 auf die für die Bundesliga geforderten 15'000 Plätze ausgebaut werden. Dann würde sie doppelt so vielen Menschen Platz bieten, wie der Ortsteil Elversberg Einwohner hat.
Letztes Jahr kam es zum Relegations-Drama
Schon vor einem Jahr war der kleine Klub aus dem Westen Deutschlands nahe an der Sensation. In der Relegation gewann das Team das Hinspiel gegen Heidenheim, musste sich im Rückspiel dann aber doch noch dramatisch geschlagen geben. Was folgte, war ein erheblicher Kaderumbruch. Viele Leistungsträger verliessen den Klub, darunter Fisnik Asllani, der zu Hoffenheim ging, oder Robin Fellhauer, den es zu Augsburg zog. Im Winter wechselte dann auch Hinrunden-Toptorschütze Younes Ebnoutalib zu Eintracht Frankfurt.
Doch der Klub, allen voran Sportdirektor Ole Book, hat es geschafft, die Lücken zu füllen. Er war es auch, der Spieler wie Nick Woltemade (jetzt Newcastle) und Paul Wanner (Ex-Bayern) einst zu Elversberg holte und sie in Fussball-Deutschland bekanntmachte. Books persönliche Belohnung war der Wechsel in diesem Frühling zu Borussia Dortmund.
Teamarzt war Kugelstosser, die Managerin im Playboy
Der grosse Mann hinter dem Klub ist aber ein anderer. Frank Holzer (73) spielte zwischen 1976 und 1980 mit Eintracht Braunschweig im deutschen Oberhaus und übernahm Elversberg 1990, nachdem er sich in der Pharmaindustrie mit der Firma Ursapharm einen Namen und auch viel Geld gemacht hatte. Dieses schleuderte er aber als Mäzen nie um sich. So war David Mokwa im letzten Sommer für 1,5 Millionen Euro der teuerste Neuzugang – davor lag der Rekord bei 400'000 Euro.
Seit 2010 ist sein Sohn Dominik Präsident, Frank Holzer ist Aufsichtsratsvorsitzender. Andere Personalien im Klub wie der Mannschaftsarzt, der gemäss «Bild» saarländischer Meister im Kugelstossen war, oder die Teammanagerin Selina Wagner (35), die 2011 im Playboy war und 2013 und 2014 mit Wolfsburg die Champions League gewonnen hat, machen den Verein zusätzlich speziell.
Vincent Wagner (40) geht als der Mann in die Geschichte ein, der den Klub in die 1. Bundesliga gecoacht hat. Ein grosser Schritt für die Menschheit (in Elversberg) – oder wie der Trainer es formulierte: «Ein Freund hat mir diese Woche gesagt: Wenn die SVE aufsteigen kann, ist das so, als würde man zum Mond fliegen. Und die Mondlandung haben wir heute geschafft.»
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Bayern München | 34 | 86 | 89 | |
2 | Borussia Dortmund | 34 | 36 | 73 | |
3 | RB Leipzig | 34 | 19 | 65 | |
4 | VfB Stuttgart | 34 | 22 | 62 | |
5 | TSG Hoffenheim | 34 | 13 | 61 | |
6 | Bayer Leverkusen | 34 | 21 | 59 | |
7 | SC Freiburg | 34 | -6 | 47 | |
8 | Eintracht Frankfurt | 34 | -4 | 44 | |
9 | FC Augsburg | 34 | -16 | 43 | |
10 | FSV Mainz | 34 | -9 | 40 | |
11 | Union Berlin | 34 | -14 | 39 | |
12 | Borussia Mönchengladbach | 34 | -11 | 38 | |
13 | Hamburger SV | 34 | -14 | 38 | |
14 | 1. FC Köln | 34 | -14 | 32 | |
15 | Werder Bremen | 34 | -23 | 32 | |
16 | VfL Wolfsburg | 34 | -24 | 29 | |
17 | 1. FC Heidenheim 1846 | 34 | -31 | 26 | |
18 | FC St. Pauli | 34 | -31 | 26 |