Darum gehts
- Schweizer Alessio Besio (21) glänzt bei SC Verl in Deutschland
- In 25 Spielen erzielte er zehn Tore und neun Assists
- Verl hat rund 26'000 Einwohner und kämpft um Aufstieg
Es ist ein kleines Städtchen in Deutschland. Verl liegt in Nordrhein-Westfalen und hat rund 26'000 Einwohner. In ebendiesem kleinen Städtchen sorgt ein Schweizer aktuell für Furore.
Alessio Besio (21) ist für ein Jahr an den SC Verl ausgeliehen und trumpft in der 3. Bundesliga gross auf. In 25 Spielen erzielte er zehn Tore und bereitete neun weitere vor. «Ich bekomme das Vertrauen des Trainers und habe viele Freiheiten», sagt der Ostschweizer, der bei Verl vom Mittelstürmer zum linken Flügel umfunktioniert wurde, gegenüber Blick.
Fokus auf Entwicklung
Im Rampenlicht steht man beim SC Verl nicht wirklich. Der Klub kämpft zwar um den Aufstieg in die 2. Bundesliga, ist in Fussball-Deutschland aber ein kleiner Name. «Es ist ziemlich ruhig hier. Ich kann mich voll auf meine Entwicklung konzentrieren. Wir bekommen nicht wirklich viel Aufmerksamkeit und können einfach hart arbeiten.» Der 21-Jährige wohnt alleine in der rund 15 Kilometer entfernten Grossstadt Bielefeld.
Die 3. Bundesliga und Verl sind für Besio nur eine Zwischenstation. Er gehört eigentlich dem SC Freiburg, wo er vergangene Saison nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kam. Für die Freiburg-Reserven traf der U21-Natispieler in der Regionalliga sechsmal, bei Verl soll er den nächsten Entwicklungsschritt nehmen.
«Könnten in Super League mithalten»
Der Kontakt zum Bundesliga-Klub aus Süddeutschland sei während seiner Leihe rege. Wie es im Sommer weitergeht, ist noch unklar. Auch eine erneute Leihe sei ein Thema. Langfristig ist das Ziel aber klar: «Ich will es bei Freiburg in die erste Mannschaft und die Bundesliga schaffen», so Besio kämpferisch.
Für St. Gallen absolvierte der FCSG-Junior zwischen 2021 und 2023 40 Super-League-Spiele (drei Tore). Wie vergleicht er das Niveau zwischen unserer höchsten Liga und der 3. Bundesliga? «Ich habe das Gefühl, wir könnten mit Verl in der Super League mithalten», sagt er. Es sei aber schwer zu vergleichen. Die Infrastruktur und Professionalität in der 3. Bundesliga seien aber «auf jeden Fall auf Super-League-Niveau».
Bruder startet beim FCSG durch
Hierzulande gibt es mittlerweile auch wieder einen Besio zu sehen. Alessios Bruder Diego (18) startet aktuell bei St. Gallen durch. In neun Einsätzen für die erste Mannschaft der Espen traf der Stürmer schon zweimal. Die Brüder seien oft per Telefon in Kontakt, erzählt Alessio. Und wenn er eine fussballerische Fähigkeit seines Bruders haben könnte? «Wie er seinen Körper einsetzt und den Ball behauptet», so Besio lachend.
Speziell: Schon Papa Claudio (55) spielte einst 43 Mal für St. Gallen in der Super League. Ins Ausland schaffte er es im Gegensatz zu seinem ältesten Sohn aber nie. Man darf gespannt sein, wo die Besio-Reise noch hingeht. Im kleinen Städtchen Verl wird sie aber sicherlich nicht enden.


