Als sie wenige Wochen vor der Frauen-Weltmeisterschaft in Dänemark sagt, dass das Auftaktspiel gegen die USA ein schwieriges wird für sie, wusste Shannon Miller (62) noch nicht, dass ihr fürs Turnier auch noch Kapitänin Lara Stalder (Knie, bis Ende Jahr out) fehlen wird. Deshalb müssen es nun noch emotionalere Tage gewesen sein für die neue Trainerin der Schweizerinnen.
Miller betritt nach sieben Jahren Abwesenheit wieder die grosse Hockeybühne. Letztmals Trainerin eines Nationalteams war die 62-Jährige Ende der 90er-Jahre: Damals coachte sie Kanada an einem WM- und Olympia-Turnier (1997, 1998). Und nun also die Schweiz als Erstes gegen ihre Wahlheimat, die USA. «Ich freue mich sehr, wieder an einer WM zu sein», sagt Miller. Sie weiss, dass sie auf viele bekannte Gesichter treffen wird. Denn in Nordamerika ist sie ein grosser Name im Frauen-Eishockey.
Ab 1999 baute Miller an der University of Minnesota-Duluth das Frauen-Eishockey-Programm von Null auf und etablierte das Uni-Team in der NCAA. Sie gewann fünf Meistertitel, bevor sie der sportlichen Führung ein Dorn im Auge wurde. Es wurde ein Rechtsstreit daraus, doch die ausgebildete Polizistin gewann die Millionenklage. An der WM in Dänemark wird sie bestimmt auch aufgrund dieser Vergangenheit im nordamerikanischen Rampenlicht stehen.
Vor dem Turnier musste Miller nochmals über die Bücher
Nebst der mentalen Herausforderung war das Schlimmste für die Kanadierin, dass sie ihre Passion während der jahrelangen, Aufsehen erregenden Verhandlungen nicht ausüben konnte: Junge Hockeyspielerinnen auf ihrem Weg weiterentwickeln. Nun ist sie zurück und die Schweizer Nati profitiert von ihrer Erfahrung und ihrem Enthusiasmus.
Zwischen 2019 und 2025 spielten die Schweizerinnen an der Frauen-WM fix in der Gruppe A und waren so schon vor dem ersten Bully für die Viertelfinals qualifiziert. Mit dieser erstklassigen Ausgangslage ist es nun vorbei. Durch die Verschiebung des Austrage-Monats von April auf November ist für die aktuelle WM 2026 in Dänemark (Herning und Esbjerg) gleichzeitig der Modus verändert worden. Diese Reform der IIHF hat klar das Ziel, die sportliche Relevanz der Vorrunde zu erhöhen.
Nun entscheidet die Weltrangliste sowie die letzten WM-Klassierungen über die Gruppen-Einteilung. Die Top-Teams werden aber ausgewogen verteilt. Die Schweizerinnen als Vierte der Weltrangliste hinter den USA, Kanada und Tschechien bekommen es in der Gruppe A mit den US-Girls, den Tschechinnen sowie Deutschland (7.) und den Aufsteigerinnen aus Österreich zu tun. Das Duell gegen Letztere wird für die Nati zum Pflichtsieg, wollen sie es in die K.o.-Runde schaffen: Die vier Gruppen-Ersten qualifizieren sich für die Viertelfinals, die beiden Gruppen-Fünften spielen untereinander den Abstieg aus.
Die Gruppenspiele der Schweiz in Esbjerg:
Freitag, 6. November: Schweiz – USA, 19.00 Uhr.
Sonntag, 8. November: Tschechien – Schweiz, 19.00 Uhr.
Dienstag, 10. November: Schweiz – Österreich, 19.00 Uhr.
Mittwoch, 11. November: Deutschland – Schweiz, 15.00 Uhr.
Die Spiele werden live auf SRF2 gezeigt.
Zwischen 2019 und 2025 spielten die Schweizerinnen an der Frauen-WM fix in der Gruppe A und waren so schon vor dem ersten Bully für die Viertelfinals qualifiziert. Mit dieser erstklassigen Ausgangslage ist es nun vorbei. Durch die Verschiebung des Austrage-Monats von April auf November ist für die aktuelle WM 2026 in Dänemark (Herning und Esbjerg) gleichzeitig der Modus verändert worden. Diese Reform der IIHF hat klar das Ziel, die sportliche Relevanz der Vorrunde zu erhöhen.
Nun entscheidet die Weltrangliste sowie die letzten WM-Klassierungen über die Gruppen-Einteilung. Die Top-Teams werden aber ausgewogen verteilt. Die Schweizerinnen als Vierte der Weltrangliste hinter den USA, Kanada und Tschechien bekommen es in der Gruppe A mit den US-Girls, den Tschechinnen sowie Deutschland (7.) und den Aufsteigerinnen aus Österreich zu tun. Das Duell gegen Letztere wird für die Nati zum Pflichtsieg, wollen sie es in die K.o.-Runde schaffen: Die vier Gruppen-Ersten qualifizieren sich für die Viertelfinals, die beiden Gruppen-Fünften spielen untereinander den Abstieg aus.
Die Gruppenspiele der Schweiz in Esbjerg:
Freitag, 6. November: Schweiz – USA, 19.00 Uhr.
Sonntag, 8. November: Tschechien – Schweiz, 19.00 Uhr.
Dienstag, 10. November: Schweiz – Österreich, 19.00 Uhr.
Mittwoch, 11. November: Deutschland – Schweiz, 15.00 Uhr.
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Denn Miller ist bekannt für ihre Liebe zu den technischen Finessen des Spiels. So tüftelt sie beispielsweise für jede Linie die möglichst perfekte Bully-Variante aus. Stalders Ausfall so kurz vor dem WM-Turnier hat dazu geführt, dass die Trainerin nochmals über die Bücher musste. Neue Linien, neue Varianten, das sind grosse Anpassungen. «Ich denke an jedes noch so kleine Detail, um die Spielerinnen besser machen zu können.» Im letzten Vorbereitungsturnier in Schweden müssen die Schweizerinnen letzte Woche gegen Finnland (0:4), Schweden (0:1 n.V.) und Tschechien (2:7) dreimal als Verliererinnen vom Eis.
Sie bleibt zwar dabei, dass das Duell vom Freitag ein schwieriges für sie werden wird – jedoch primär aus sportlicher Sicht. Die Favoritenrolle gehört offensichtlich den US-Girls, von denen Miller noch etliche Spielerinnen gut kennt. «Ich werde alles tun, damit wir die beste Version von uns sein können auf dem Eis. Denn auch als Aussenseiter kann man für eine Überraschung sorgen.»
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