Sorgen trotz Europa-Millionen
Jetzt ist Thun auch international eine Schiessbude!

Die Thuner schaffen trotz Niederlage in Island den Einzug in die Europa-League-Playoffs. Dank des 3:0-Hinspielsiegs sichern sie sich mindestens die Conference League und damit wertvolle Millionen. Baustellen bleiben jedoch, besonders in der Defensive.
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Der FC Thun hat sich mindestens für die Conference League qualifiziert (Archiv).
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Thun erreicht Europa-League-Playoffs trotz 2:3-Niederlage gegen Vikingur Reykjavik
  • Mindestens 3,17 Millionen Franken Einnahmen durch Conference-League-Teilnahme garantiert
  • Thun hat in den letzten zwei Super-League-Spielen zehn Gegentore kassiert
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Andri BäggliRedaktor Sport

Durchatmen ist bei den Thunern angesagt. Obwohl die Berner Oberländer das Rückspiel gegen Vikingur Reykjavik mit 2:3 verloren haben, stehen sie in den Playoffs der Europa League. Das, weil der FC Thun im Hinspiel mit 3:0 gewonnen hat. Damit ist auch klar, dass die Thuner mindestens in der Ligaphase der Conference League spielen werden und somit auch mindestens 3,17 Millionen Franken erhalten werden.

Trotz des Weiterkommens haben sich bei den Thunern einige Baustellen aufgetan. Der Auftritt im hohen Norden war nämlich alles andere als überzeugend. Dieses Gesicht ist man sich von den Thunern eigentlich bisher nur aus der Super League gewöhnt. Dort hat man nämlich in den letzten beiden Spielen zehn Gegentore erhalten. Jedoch hat man den Fokus immer klar auf den Europacup gelegt und dort jeweils starke Leistungen abgerufen.

Pressing funktioniert nicht

In Island ist das dem Team von Trainer Gian-Luca Privitelli nicht gelungen. Zweimal legen die Thuner vor, zweimal kassieren sie nur wenige Minuten später den Ausgleich. Sowohl bei den ersten beiden Gegentoren als auch beim dritten Treffer von Vikingur sieht die Abwehr nicht gut aus. Es fehlt der Druck auf den ballführenden Spieler, wodurch die Thuner nicht in die Zweikämpfe kommen.

Auch in der Schlussphase offenbart sich ein weiteres Problem. Die Berner Oberländer, die sonst mit ihrem Pressingfussball für Furore sorgen, lassen sich hinten reindrücken und schlagen den Ball nur noch weit weg. Diese Umschaltmomente klappen für gewöhnlich nicht schlecht, doch die Thuner rücken zu wenig raus und setzen den Gegner zu wenig unter Druck.

Viel Arbeit wartet auf Rapp

So braucht es einen hellwachen Goalie Niklas Steffen und Unvermögen der Isländer, dass die Partie nicht noch zu einem Krimi wird und sich die Thuner den Millionen-Segen sicher. In den nächsten Wochen steht Neo-Sportchef Simone Rapp aber viel Arbeit bevor. Wie sich auch in Island gezeigt hat, brauchen die Berner Oberländer einen deutlich breiteren Kader, um mit der Doppel- beziehungsweise Dreifachbelastung (wenn man den Cup mit einrechnet) umzugehen. Geschieht dies nicht, werden die Thuner sowohl in der Liga als auch in Europa ganz grosse Probleme haben.

Immerhin können sich die Thuner auf einen Punkt weiterhin verlassen: Standard-Trainer Nelson Ferreira erledigt seinen Job tadellos. Dem 1:0 geht ein Einwurf voraus, dem 2:1 ein Eckball. Und dank den Europa-Millionen herrscht nun etwas grössere Planungssicherheit beim Schweizer Meister.

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