«Privileg gegen ein Team wie Benfica spielen zu dürfen»
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Aussenseiterchance für FCSG?«Privileg gegen ein Team wie Benfica spielen zu dürfen»

Millionenspiel zum Auftakt
Für FCSG-Captain Görtler geht ein kleiner Traum in Erfüllung

Der FC St. Gallen empfängt zum Saisonauftakt mit Benfica Lissabon ein Schwergewicht des europäischen Fussballs. Für den Cupsieger ist es der frühe Lohn für die guten Leistungen der Vorsaison und gleich ein erster Gradmesser.
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Der FC St. Gallen und Lukas Görtler haben Bock auf die Duelle gegen Benfica Lissabon.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • FC St. Gallen trifft heute in der Europa League auf Benfica
  • Das ausverkaufte Sitterstadion verspricht Einnahmen; Startgeld bis zu 4,3 Mio. Euro
  • Budget der 1. Mannschaft beträgt rund 12 Millionen Franken
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Das Beste kommt zum Schluss. So heisst eine Tragikomödie aus dem Jahr 2007 mit Jack Nicholson und Morgan Freeman in den Hauptrollen. Auch beim FC St. Gallen war dies in der letzten Saison der Fall. Mit dem Cupsieg erlöste der FCSG nach einem Vierteljahrhundert des Wartens eine ganze Region. Auch der Machtkampf an der Vereinsspitze, den Präsident Matthias Hüppi (68) letztlich für sich entschied, konnte die Feierlichkeiten nicht trüben. Sogar am Open Air St. Gallen wurde die Mannschaft während des Konzerts der Band «Hecht» noch einmal vom Ostschweizer Publikum gefeiert.

In dieser Saison kommt das Beste gleich zu Beginn. Im ersten von im Idealfall gegen 60 Pflichtspielen wartet ein Highlight der bald 150-jährigen Klubgeschichte auf die St. Galler. Gegner in der 2. Quali-Runde der Europa League ist Benfica Lissabon, ein ganz grosser Name des europäischen Fussballs. 1961 und 1962 gewann der portugiesische Rekordmeister mit dem legendären Eusebio den Meistercup. «Dieses Spiel haben wir uns in der letzten Saison mit unseren Leistungen verdient», sagt Trainer Enrico Maassen (42). «Wir sind der Underdog. Niemand erwartet, dass wir über zwei Spiele gegen Benfica weiterkommen. Aber genau das ist unsere Chance.»

Erst Ligaphase schenkt richtig ein

Für Präsident Hüppi ist das Duell mit Benfica eine Reise in die Vergangenheit, hatte er doch als SRF-Kommentator und -Moderator Berührungspunkte mit dem Traditionsklub. Es sei «ein Geschenk» – auch finanziell. «Klar hilft das Spiel auch wirtschaftlich», so Hüppi. Das Sitterstadion ist trotz Sommerferien ausverkauft. Vor zwei Jahren, als die St. Galler drei Quali-Runden in der Conference League überstehen mussten, legten sie zu Beginn der Kampagne drauf. Allein der Charter nach Kasachstan für das Duell gegen Tobol Kostanay kostete rund 250'000 Franken. Erst mit dem Erreichen der Gruppenphase verdienten die Ostschweizer Geld, am Ende blieben laut Hüppi «rund drei Millionen» in der Kasse.

Wirklich lukrativ wird das Abenteuer Europa auch in dieser Saison erst im Fall des Erreichens einer Ligaphase. Denn dann beträgt das Startgeld in der Europa League 4,3 Millionen Euro, das in der Conference League 3,2 Millionen, wobei die Rang- und Siegprämien in der Europa League deutlich höher ausfallen. Zudem wird dort ein Heimspiel mehr ausgetragen und es winken generell attraktivere Gegner – wie jetzt mit Benfica.

Auch die wirtschaftlich gut aufgestellten St. Galler können das Geld gebrauchen. Für Aliou Baldé wurde eine stattliche Summe nach Nizza überwiesen, Andrin Hunziker kam vom FCB als Ersatz für den nach Hoffenheim abgewanderten Alessandro Vogt. Von Aarau wechselte Leon Frokaj in die Ostschweiz, zudem wurde die Leihe mit Colin Kleine-Bekel erneuert. Und die im Frühjahr verlängerten Verträge mit Jozo Stanic und Carlo Boukhalfa sowie Trainer Maassen kosten auch Geld. Kontinuität ist Trumpf bei den Ostschweizern, bei denen das Budget für die 1. Mannschaft rund zwölf Millionen Franken beträgt.

Görtler: «Hatte den Traum, bei einer solchen Mannschaft zu spielen»

Die wenigen Kadermutationen und der frühe Saisonstart in der Liga sind auch die zwei grossen Trümpfe der St. Galler im Duell mit Benfica. Für Lukas Görtler geht es im Hinspiel darum, das Spiel offenzuhalten, sodass die Mannschaft mit intakten Chancen nächste Woche nach Lissabon fliegt. «In einem Spiel ist im Fussball immer alles möglich, also müssen wir das Ganze so gestalten, dass am Schluss aus zwei Spielen nur noch eines wird.» Und auswärts hätten sie unter Maassen schon «ein paar grosse Spiele gezogen».

Für den mittlerweile 32-jährigen Görtler geht mit dem Duell gegen Benfica auch ein kleiner Traum in Erfüllung. ««Wir alle haben Bock auf das Spiel», so der Deutsche. «Denn mein Traum war es früher immer, einmal in einer solchen Mannschaft zu spielen. Leider habe ich es nie geschafft.» Nun bietet sich ihm zumindest mit dem FC St. Gallen einmal die Chance, ein europäisches Schwergewicht zu ärgern.

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