Darum gehts
- Denis Zakaria lobt das Schweizer Nationalteam: «Eines der besten ever»
- Zakaria spielte 2025 über 2800 Minuten für Monaco, vielseitig einsetzbar
- Nur 252 Minuten WM- und EM-Einsatzzeit in fünf Turnieren für die Nati
Über seine Position in der Nati wird immer wieder diskutiert. Wo er in der Schweizer Equipe am besten aufgehoben ist, steht für Denis Zakaria (29) im Gespräch mit Blick aber nicht zur Debatte: «Ich weiss, dass meine richtige Position im Mittelfeld ist.»
Doch in der abgelaufenen Saison hat der Monaco-Captain sein taktisches Spektrum erweitert. In gegen 50 Prozent der Partien in der Ligue 1 lief er als Verteidiger auf. «Wir brauchten hinten Schnelligkeit. Weil ich mich als Teamplayer verstehe, habe ich gern ausgeholfen. Und ich weiss, dass ich es kann. Für mich steht im Vordergrund, dass die Mannschaft rollt.»
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Was bei seinem Arbeitgeber gilt, ist in der Nationalmannschaft nicht anders: «Es geht um die bestmögliche Lösung für das Team.» Murat Yakin plant ihn nach Möglichkeit in der Defensive ein. Entsprechende Signale hat Zakaria im Austausch mit dem Nationalcoach und in den letzten Tests empfangen: «Ich habe das Gefühl, dass Muri mich in die Mannschaft integrieren will.»
«Ich bin immer glücklich, das rote Trikot zu tragen», sagt Zakaria. Und trotzdem war der Beziehungsstatus zur SFV-Auswahl oft kompliziert: «Wenn man meine Karriere in der Nati anschaut, liegt der Schluss nahe: Es könnte viel besser sein. Ich hatte einige Rückschläge zu verdauen.»
«Bin keiner, der Chaos veranstaltet»
Das Timing passte selten seit seinem ersten von inzwischen fünf Turnieren. Auf exakt 252 WM- und EM-Einsatzminuten kommt der 29-Jährige: «Zu oft wurde ich von Verletzungen gestoppt.»
Nicht selten haben die Selektionäre auch aus taktischen Gründen auf den Romand verzichtet. Zakaria hat seine Ersatzrolle geschluckt: «Ich bin kein Spieler, der ein Chaos veranstaltet, wenn er nicht eingesetzt wird. Die Wahl des Trainers ist zu akzeptieren. Dann muss man für die Kollegen da sein, die auf dem Platz sind.» Im Verein erwarte er von seinen Mitspielern die gleiche Haltung. «Wenn die Zeit kommt, muss ich aber bereit sein. Dann ist meinerseits Leadership gefragt.»
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Für Zakaria ist der Umgang mit der zugeteilten Rolle auch eine Frage des gegenseitigen Respekts: «Wir pflegen innerhalb der Gruppe eine gute Kultur. Wir können uns offen die Meinung sagen. Das Team ist stabil und ehrlich genug, um solche Diskussionen auszuhalten. Die Wertschätzung ist für alle da, ob man in der Nati 100 Spiele oder nur eines gemacht hat.»
Als Captain von Monaco wisse er, wie wichtig eine positive Einstellung ist. «Kein Team steht eine WM mit nur elf Stammspielern durch.»
Zakaria sieht bei der Nati ein grosses Plus
Dann legt Zakaria eine Ansage nach, die aufhorchen lässt: «Wir haben eines der besten Nationalteams ever. Niemand spricht mehr von der kleinen Schweiz, der Respekt der Gegner ist spürbar.» Ein Qualitätsmerkmal ist dem Routinier besonders wichtig: «Wir sind ein richtiges Team. In vielen anderen Mannschaften gibt es Stars, die alles auf sich ziehen. Bei uns spüre ich einen ausgeprägten Spirit. Für mich ist das ein enormes Plus.»
Im Gegensatz zum Nationalteam ist Zakaria an der Côte d’Azur unverzichtbar. In seiner dritten Saison hält er bei Monaco die Zügel in den Händen. Sein Status ist beeindruckend, er ist zum unumstrittenen Chef aufgestiegen.
Für die Experten der Zeitung «L’Équipe» gehört der Genfer inzwischen zur obersten Kategorie im Land des Champions-League-Siegers. «Ich habe viel gelernt in den letzten zwei Jahren. Und mir gefällt es, Verantwortungsträger sein zu dürfen.»
Im Zusammenhang mit Zakarias Engagement bei der Association Sportive de Monaco führt die Spur zu Breel Embolo. Der aktuelle Rennes-Stürmer hat während seiner Zeit im Fürstentum am Mittelmeer immer wieder bei seinem Nati-Compagnon angeklopft. «Breel hat mich über das Interesse der Monegassen orientiert. Nach meinem Ende bei Chelsea ist er wieder mit dem gleichen Thema auf mich zugekommen.» Zakaria lächelt verschmitzt: «So tickt Embolo, er ist ein erstklassiger Netzwerker.»
Monaco als die richtige Wahl
Monaco ist für Zakaria eine Schlüsselstelle seiner Laufbahn – nach dem Knick in Turin und London. «Es war in einer ganz schwierigen Zeit eine der wichtigsten Entscheidungen meiner Karriere. Monaco ist mein Gamechanger.» Er habe zuvor den Spass am Fussball verloren. Zusammen mit dem früheren Trainer Adi Hütter (inzwischen wieder bei Frankfurt) hat Zakaria Fahrt aufgenommen und «nach einem seltsamen Jahr wieder Vertrauen aufgebaut. Zudem bekam ich meine körperlichen Beschwerden unter Kontrolle, die mir zuvor das Leben erschwerten.»
Die persönlichen Wellenbewegungen sind passé. Unmittelbar vor dem Start zur WM-Endrunde in den USA ist Zakaria in einer erstklassigen Verfassung. Zum zweiten Mal in Folge hat er über 2800 Klub-Spielminuten in den Beinen. «Hinter mir liegt erneut eine Saison der Konstanz. Aktuell steht eine sehr gute Version von Denis Zakaria auf dem Rasen. Hoffentlich geht es so weiter.»

