Darum gehts
- FC Noah Jerewan sorgt seit 2024 mit internationalen Erfolgen für Aufsehen
- Mit Fayulu und Saintini spielten letzte Saison zwei Ex-Walliser für den Klub
- Schon zweimal erreicht der FC Noah die Ligaphase der Conference League
Es ist eine kurze Geschichte: Der Klub aus der armenischen Hauptstadt Jerewan wurde erst 2017 als FC Arzach gegründet. Schon unter diesem Namen stieg man schnurstracks in die erste Liga auf. 2019 wird der Klub in FC Noah Jerewan umgetauft, doch die ersten Jahre sind konfus, weil eine nicht immer sauber agierende «Football Group» das Projekt anreisst, mit teils dubiosen Investoren.
Das Chaos endet 2023, als Vardges Vardanyan den Klub übernimmt und beträchtliche Investitionen tätigt. In die erste Mannschaft, aber auch in die Noah-Akademie. Vardanyan ist ein armenischer Technologiemagnat, der mit Sportwetten und iGaming vermögend wurde. Für seine Firma Digitain hatte er bereits 2022 Luis Figo als Brand-Ambassador gewonnen, der dann auch Berater des FC Noah wurde und seine Portugal- und Brasil-Connection spielen liess.
Siege in der CL gegen Rijeka und Warschau
2024 schaltet der FC Noah als Vizemeister in der Conference-League-Qualifikation den Promi-Klub AEK Athen aus und erreicht sensationell die Ligaphase gegen die Slowaken von Ruzomberok. In der Liga gibts dann immerhin einen Sieg gegen die Tschechen von Boleslav. Der FC Noah ist das einzige Team, das in der ersten Qualirunde startet und die Ligaphase erreicht.
Ein Jahr später wiederholt der Klub den Coup und holt sich das Ligaphasen-Ticket, indem er die Slowenen aus Ljubljana in den Playoffs gleich mit 7:3 wegfegt. Begonnen hatte man mit einem Weiterkommen in der Champions-League-Qualifikation – 2025 war der FC Noah erstmals Meister geworden – gegen Podgorica. Das war der Schlüssel zum Erreichen einer Ligaphase.
Dort gibt es gar zwei Siege, gegen Rijeka und Legia Warschau, und zwei Remis gegen Aberdeen und Craiova. Die Armenier sichern sich einen Platz in den Sechzehntelfinals, wo sie gegen Alkmaar trotz einem sensationellen Hinspielsieg ausscheiden. Und so kommt es, dass der FC Noah einen besseren Koeffizienten hat als der in den letzten acht Jahren international nicht mehr vertretene FC Sion.
«Es ist Geld vorhanden, viel Geld»
2025 transferiert der FC Sion zwei Spieler nach Armenien, die nicht mehr erste Wahl sind: Aufstiegsgoalie Timothy Fayulu (27) und der einst hoch gehandelte Innenverteidiger Nathanaël Saintini (26), der als zweimaliger französischer U18-Nationalspieler zu Sion kam, sich dort aber nie richtig durchsetzen konnte. Fayulu, der ausgeliehen wurde, macht fünf Spiele in der Conference League und vier in der Meisterschaft, bevor er vom März an nicht mehr berücksichtigt wird. Saintini hingegen hat Sion fix verkauft, und er wird in Jerewan unbestrittener Stammspieler.
Doch wie landeten die beiden bei einem Klub, den vor kurzer Zeit nur Insider auf dem Radar hatten? Sportchef Barthélémy Constantin erläutert: «Der Klub hat uns via die Plattform Transferroom kontaktiert, weil sie Spieler suchten, die wir zu bieten hatten. Die arbeiten sehr professionell dort und haben eine interessante Entwicklung in kürzester Zeit gemacht. Und, was auch wichtig ist: Es ist Geld vorhanden, viel Geld.»
Was dem FC Noah noch fehlt, ist ein «richtiges» Stadion. Dieses ist in Planung. So spielt der FC Noah noch im Abovyan City Stadium 20 Kilometer ausserhalb von Jerewan vor 3100 Fans. Bedeutet: Cup-Feeling für Sion. Und da sind die Walliser ja richtig gut.
