«War ein ganz wichtiger Zeitpunkt für uns»
1:30
Brandt über sein Tor:«War ein ganz wichtiger Zeitpunkt für uns»

Ajax-Star hat nach Sion-Wende gut lachen
«Wir haben uns ein bisschen blöd angestellt»

Sion kriegt diese Saison die Bude vollgeschossen. Gegen Ajax mit den Gegentoren Nummer 12 bis 15. Das ärgert einen angefressenen Didier Tholot. Und freut einen gutgelaunten Julian Brandt.
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Julian Brandt im Blick-Interview: «Das 3:2 war witzig.»
Foto: Alain Kunz

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ajax Amsterdam schlägt Sion 4:2 im Tourbillon, Julian Brandt glänzt mit Supertor
  • Brandt lobt zweite Halbzeit, kritisiert aber fehlende Reife des Teams
  • Sion kassiert Gegentore 12 bis 15 der Saison, Didier Tholot nennt Rückspiel «Mission Impossible»
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Alain KunzReporter Fussball

Gut gelaunt kommt er aus den Katakomben im Tourbillon: Julian Brandt (30), einer der Star-Neuzugänge von Ajax Amsterdam. Allzu sehr erstaunen darf das nicht. 4:2 hat seine Mannschaft eben gewonnen. Zudem hat der Deutsche den Ausgleich aus dem Nichts gemacht, der Ajax wieder in die Spur gebracht hat.

Ein tolles Tor! Der Ex-BVB-Star hat aber auch alle Zeit der Welt, den Ball nach der ungenügenden Kopfabwehr von Noé Sow zu büscheln, Mass zu nehmen – und präzis dahin zu schiessen, wo er hingezielt hat.

«Abgesehen davon, wie das Tor entstanden ist – es fiel zu einem wichtigen Zeitpunkt, weil wir uns die erste Halbzeit ein bisschen blöd angestellt haben», sagt der Bremer zu Blick. «Und es war der Anfang einer guten zweiten Halbzeit. Wir haben schöne Tore geschossen und gute Momente herausgespielt.» Und natürlich das Game-winning Goal zu einem perfekten Moment gemacht. Keine drei Minuten nach dem Ausgleich. Alles eine Frage des Moments.

Slapstick-Einlage von Kabacalman und Sow

Aber nicht nur, denn es war auch eine Frage von Glück. Denn diesem Tor ging eine Slapstick-Einlage voraus, als Kabacalman einen Chipball per Kopf abfälscht, genau auf den Kopf von Sow, von welchem er in Richtung des eben vor einer Minute eingewechselten Tolu Arokodare fliegt, der das Tor geistesgegenwärtig macht. «Das war witzig», so Brandt lachend, als er sich die Szene vergegenwärtigt. «Aber es ist auch eine Qualität, in Situationen, die ein bisschen unvorhersehbar sind, dann trotzdem die Chance zu sehen.»

«Wenn wir nicht daran glauben, müssen wir nicht spielen»
1:59
Sion glaubt an Comeback:«Wenn wir nicht daran glauben, müssen wir nicht spielen»

Danach habe man den Ball besser laufen lassen, das Spiel besser kontrolliert, sodass es in der zweiten Halbzeit ein ganz guter Schritt nach vorne gewesen sei. «Auch wenn es noch Momente gab, in denen wir dazulernen, professioneller und erwachsener werden müssen», schliesst Brandt. Und wieder ist es eine Frage des Moments ...

Stolz? Kann man nur sein, wenn man gewinnt

Ganz anders die Laune bei Sion-Coach Didier Tholot. Der war richtig angefressen, konnte diesem Spiel kaum etwas Sinnstiftendes abgewinnen. Trotz der Momente, in denen er auf sein Team stolz sein könne? «Stolz? Wenn wir verloren haben? Niemals! Im Fussball zählt nur zu punkten. Zählt nur der Sieg. Dann kann man stolz sein», so der Franzose. Der in seinen Statements immer wieder auf die Qualität des Gegners hinwies. «Das ist eine grosse Mannschaft, ein Team von anderem Niveau. Und doch war Platz für ein besseres Resultat. Man kann auch gegen einen besseren Gegner einen Exploit landen.»

«Mission Impossible» in Amsterdam, sagt Tholot

Gegen Ajax gab es die Gegentore Nummer 12 bis 15 in dieser Saison. Da liegt der grosse Unterschied zur letzten, als man die beste Abwehr der Super League stellte.

Was genau ist denn nun schlechter geworden? «Wir haben letzte Saison nicht gegen Ajax gespielt», sagt Tholot grantelnd. Womit die Frage aus seiner Sicht beantwortet ist. Ist sie aber nicht für alle, denn vier Gegentore gabs auch in Bern gegen YB. «Es stimmt, dass wir Ende letzter Saison defensiv sehr sattelfest waren. Aber es ist schwierig, Gründe zu finden, weshalb wir es jetzt nicht sind. Aber vier Gegentore nerven mich natürlich auch. Deshalb bin ich auch enttäuscht.»

Und das Rückspiel? «Das wird eine Mission Impossible gegen solch einen Gegner», sagt Tholot. «Oder zumindest fast. Denn wir sind noch nicht ausgeschieden. Wir wollen Ajax in Bedrängnis bringen. Denn Fussball ist Fussball.» Da wisse man nie, sagt auch Jan Kronig. Die Gesichter der Sittener senden eine andere Botschaft aus als bedingungsloser Glaube an die Wende.

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