«Wir glauben an diesen Ort»
So viel Schweiz steckt noch im neuen F1-Boliden von Audi

Im neuen Formel-1-Auto von Audi steckt nach wie vor ein Stück Schweiz. Das soll auch so bleiben, wie Audi-CEO Gernot Döllner verrät.
Kommentieren
1/5
Audi-CEO Gernot Döllner fiebert dem Saisonstart Anfang März in Australien entgegen.
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

  • Audi präsentiert in Berlin sein neues Formel-1-Auto
  • An das Lebenswerk von Peter Sauber erinnert äusserlich nichts mehr
  • Dennoch schwärmt der Audi-CEO von ihm und betont Wichtigkeit der Schweiz
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_1051.JPG
Nicola AbtReporter Sport

Am neuen Formel-1-Auto von Audi erinnert nichts mehr an die Ära Sauber. Vergessen hat man die Vergangenheit aber nicht – im Gegenteil. Audi-CEO Gernot Döllner (57) pflegt zu Peter Sauber (82) ein besonderes Verhältnis, wie er Blick im Rahmen der Autopräsentation in Berlin verrät.

Die beiden lernten sich an der Rennstrecke kennen. «Wir haben uns während mehrerer Rennwochenenden immer wieder ausgetauscht. Dabei lernten wir uns gegenseitig schätzen», erklärt der Audi-CEO.

Er habe grössten Respekt vor der Leistung von Sauber. Im Verwaltungsrat habe man deshalb darüber diskutiert, wie man sein Lebenswerk würdigen könne.

Audi-CEO verteidigt Hinwil

Das Resultat: Die Holding trägt weiterhin den Namen Sauber, zudem wurde Peter Sauber zum Ehrenmitglied des Verwaltungsrates ernannt, wie Blick vor Weihnachten exklusiv enthüllte. «So ist er heute noch einmal anders mit dem Projekt verbunden. Der Bezug ist für ihn grösser als zuletzt, als das Team noch seinen Namen trug», sagt Döllner nun dazu.

Die Ehrung geschah im Rahmen des «Fire up» im vergangenen Jahr. «Das war ein sehr emotionaler Moment», erinnert sich Döllner. Neben Sauber lobt dieser auch den Standort Schweiz. Hinwil habe für ihn nach wie vor eine grosse Bedeutung.

Hier hat die bisherige Sauber-Crew das Chassis des neuen Autos entwickelt. Nach der Audi-Machtübernahme wurden Stimmen laut, ob ein Schweizer Standort mit der Budgetobergrenze zu vereinbaren ist und ob sich genügend Topkräfte nach Hinwil holen lassen.

Daran zweifelte Döllner jedoch nie. «Wir glaubten an diesen Ort. Wer einmal dort war, hat gesehen, wie schön es ist und welch toller Spirit dort herrscht.» Genau damit lasse sich auch Fachpersonal aus dem Motorsport Valley in England für die Schweiz begeistern.

CEO will historischen Moment vor Ort erleben

Seit Sommer 2025 hat Audi ein Technikbüro im englischen Bicester – mitten im sogenannten Motorsport Valley. Die zusätzliche Präsenz soll den Zugang zu spezifischer Formel-1-Expertise erleichtern und die Entwicklung beschleunigen.

Döllner selbst will nahe beim Team bleiben. «Ich versuche, wenn immer möglich an den Rennen zu sein. Das wird wohl sechs bis acht Mal pro Saison klappen.» Unter anderem beim Saisonauftakt in Melbourne wird er vor Ort sein, den Rest verfolgt er «begeistert vor dem TV».

Audi als der grosse Herausforderer

Am Ende der Saison wird er sich dann wohl auch wieder die neue Staffel der Erfolgsserie von Netflix «Drive to Survive» anschauen. Welche Rolle wünscht er sich für Audi?

«Wir spielen die Herausforderer. Das sind wir auch im Premiumsegment der Autohersteller», sagt Döllner. Letztlich geht es aber vor allem darum, eine möglichst steile Lernkurve an den Tag zu legen, denn schliesslich will man ab 2030 um den WM-Titel kämpfen.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen ergänzenden Inhalt (Tweet, Instagram etc.) sehen? Falls du damit einverstanden bist, dass Cookies gesetzt und dadurch Daten an externe Anbieter übermittelt werden, kannst du alle Cookies zulassen und externe Inhalte direkt anzeigen lassen.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen