«Erinnert etwas an die Silberpfeile von Mercedes»
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Erster Audi nach Sauber-Ära:«Erinnert etwas an die Silberpfeile von Mercedes»

Pompöse Show in Berlin
Wow-Effekt bleibt bei Audi-Präsentation aus

Das Geheimnis ist gelüftet: In der deutschen Hauptstadt präsentiert Audi sein erstes Formel-1-Auto. An die Ära Sauber erinnert dabei nichts mehr.
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So sieht der neue Audi aus. Ins Auge sticht die silberne Lackierung.
Foto: Andrin Fretz

Darum gehts

  • Audi präsentiert erstes Formel-1-Auto in Berlin
  • Design erinnert an Mercedes, Sponsoren-Logos dezent platziert
  • Erste Tests in Barcelona – Saisonstart folgt am 8. März in Melbourne
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Nicola AbtReporter Sport

Inmitten von Beton und Stahlträgern enthüllt Audi sein erstes Formel-1-Auto. Das Kraftwerk in Berlin ist der perfekte Ort für diesen historischen Moment. Schliesslich steht das Industriegelände für die harte Arbeit, die dem Rennstall nach der Ära Sauber noch bevorsteht.

Sportlich steht Audi in der Formel 1 ganz am Anfang. In Sachen Inszenierung aber zeigt das neue Team bereits Spitzenformat. Rund 400 Gäste werden mit Champagner und Häppchen empfangen, während sich auf der Bühne ein Orchester und ein Rapper abwechseln.

Eine wuchtige Lichtshow sorgt für den Wow-Effekt – der weniger später bei der Autopräsentation ausbleibt. Farblich kommt der Bolide nämlich genau gleich daher wie bei der Konzept-Präsentation in München im November. 

Sauber ist definitiv Geschichte

Auf den ersten Blick erinnert der Wagen deshalb wieder an die Silberpfeile von Mercedes. Oder eben an die legendären Silbernen der 30er Jahre, als Audi-Vorgänger Auto-Union den GP-Sport rockte. Neu sind in Berlin die Sponsoren. Die Logos sind aber schlicht gehalten und stechen weniger hervor als auf manchen Boliden der baldigen Gegner. 

Beim neuen Design erinnert nichts mehr an Sauber. Mit der Übernahme von Audi verschwindet auch das «C» aus dem Typen-Namen der Boliden. Das neue Auto heisst «R 26». Am 19. Dezember hatte Audi in Hinwil beim «Fire up» erstmals den eingebauten Motor gezündet. Zuvor hatte Audi für den Formel-1-Einstieg jahrelang den 1000-PS-Antrieb entwickelt.

Das Auto verändert sich noch

Nun sehen die Fans endlich das finale Design fürs Premierenjahr. Während die Farben und die Positionen der Sponsoren gleich bleiben werden, dürfte sich an der genauen Form des Boliden bis zum Saisonstart am 8. März noch einiges ändern. 

Der Front- und der Heckflügel in ihrer finalen Rennversion werden in Berlin nicht gezeigt. Alles ist noch top-secret. Bei der Geheimniskrämerei treten die F1-Neulinge schon wie alte Hasen auf.

Kaum einen Vorteil durch Filmtag

Den Premieren-Test auf der Strecke hat das neue Auto erfolgreich überstanden. Als erstes Team drehte Audi Anfang Jahr in Barcelona einige Runden. Dabei wechselten sich Gabriel Bortoleto und Nico Hülkenberg beim «Filmtag» im Cockpit ab. Jedem Team stehen pro Saison zwei dieser Tage zu je 100 Kilometern zur Verfügung. 

Auf sein erstes Mal im R26 angesprochen, winkt Hülkenberg ab. «Das waren keine richtigen Tests. Deshalb weiss ich nicht viel mehr als vorher.» Immerhin herrscht jetzt Klarheit, dass das Auto funktioniert. 

Audi formuliert grosse Ziele

Nun gehe es darum, sich an die neuen Gegebenheiten zu gewöhnen. «Das wird eine riesige Herausforderung», sagt der Deutsche. Schliesslich kam es zu umfassenden Änderungen. Für diese neue Ära der Formel 1 setzt sich Audi ambitionierte Ziele.

So will man ab 2030 um den Weltmeistertitel kämpfen. Sauber-Fans kommen solche grossen Ankündigungen bekannt vor. Diese gab es bereits zu BMW-Zeiten. Das Resultat damals: ein einziger mickriger GP-Sieg. 

Bald wissen die Fans mehr

Zwar rasen nun beim Audi-Debüt drei Jahrzehnte Sauber-Geschichte mit. Aber als silbernes Werksteam muss sich der neue Rennstall erst noch in der Formel-1-Welt etablieren. Entsprechend zurückhaltend gibt sich Audi-Boss Mattia Binotto: «Zu Beginn liegt unser Fokus darauf, die Autos ins Ziel zu bringen. So können wir möglichst viele Daten sammeln.»

Wo sie sich ungefähr einordnen werden, dürften die ersten offiziellen Tests in Barcelona zeigen. Ab dem 26. Januar sind die Teams vier Tage lang an der Strecke. Danach folgen die Bahrain-Tests vom 11. bis 13. Februar und vom 18. bis zum 20. Februar. Zwei Wochen später folgt dann bereits der Saisonauftakt. Der Countdown läuft. 

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