Warten auf nächste Woche: Probleme bleiben – Max flucht
Testsieger Antonelli: «Das ist wie Blitzschach!»

Der Mann mit den wenigsten Runden, Kimi Antonelli (19), holte mit 1:33,669 den Testsieg in Bahrain. Der Mercedes-Star: «Im Cockpit ist es wie beim Blitzschach. Du hast für den nächsten Zug kaum Bedenkzeit!» Der Italiener war 0,249 schneller als Teamkollege Russell.
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Kimi Antonelli ist bei den Tests in Bahrain der Schnellste.
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

  • Mercedes unter Druck nach kontroversen Motor-Tests und FIA-Protesten
  • Verstappen kritisiert neue F1-Regeln: «Wie aufgeblasene Formel E-Wagen»
  • Haas beeindruckt mit 400 Runden, Aston Martin schwach mit nur 206 Runden
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Roger Benoit, Bahrain

Am Mittwoch 30 Runden, am Donnerstag wegen eines Motorproblems nur drei Umgänge und am Freitag noch 61 Mal um den 5,412 km langen Wüstenkurs. Oder nur 94 Runden – Russell (188).

«Das war nicht clever von Mercedes»

Für den früheren Formel-1-Chef Bernie Ecclestone (95) ist der Mercedes-Doppelsieg nicht sehr clever: «Wenn deine Rivalen schon gegen dich und deinen Motor protestieren, sollte man sich vielleicht etwas zurücknehmen!»

Jetzt wird der Druck von Ferrari, Honda, Audi und Red Bull auf die FIA noch grösser. Streitpunkt bleibt das Verdichtungsverhältnis im Zylinder von 16:1. Irgendwie gelingt es Mercedes, dieses bei laufendem Motor auf 18:1 zu erhöhen (Blick berichtete). Ändert die FIA drei Wochen vor dem WM-Start nochmals die Regeln, also das Messverfahren, das man bereits homologiert hat? Das Thema wird bestimmt in die zweite Testwoche ab Mittwoch mitgenommen.

Verstappen sprach Klartext

Das andere Problem: Wie sollen die FIA, die Teams und das Zirkus-Management nach der Verstappen-Wutrede («Autos wie in der Formel E») den Fans die neuen Regeln weiterhin attraktiv verkaufen?

Bereits hatten sich Fernando Alonso (44) und Lewis Hamilton (41) kritisch über den totalen Umsturz beim Chassis und vor allem beim Motor geäussert. Und Verstappen haute noch einen obendrauf: «Diese Regeln sind einer Formel 1 nicht würdig. Es macht keinen Sinn, langsam in den Kurven zu sein, um dann auf der Geraden schnell fahren zu können! Nein, die neuen Autos machen keinen Spass. Sie fühlen sich eher wie aufgeblasene Formel E-Wagen an.»

Dummer Spruch von Norris

Mercedes und Audi hatten sich schon vor Jahren aus der «stillen» E-Serie verabschiedet. Diese hatte einst in Zürich und Bern gastiert und war brutal gescheitert.

Die klaren Verstappen-Aussagen haben einen Sturm der Entrüstung bei der FIA und einigen Fahrer-Kollegen ausgelöst. Weltmeister Lando Norris, der die Sache selbst kritisch nach aussen kommuniziert («Es wird Chaos geben»): «Dann soll Max eben zurücktreten, wir verdienen alle genug Geld, um unseren Sport nicht schlecht zu machen.» Unter dem Motto: Taschen auf und Augen zu!

Böse Vorahnungen

Medien, die mit Schlagzeilen wie «Verstappen vernichtet die Formel 1» aufs Netz gingen, wurden von Red Bull (auf Druck der FIA) gebeten, diese etwas zu entschärfen

«Motorsport-Magazin.com» hatte schon vor Jahren von einer «kommenden Missgeburt» geschrieben: Andere Fachmagazine schreiben jetzt: Ist das noch Formel 1? Und mittendrin die elf Teilnehmer, die alle nur um den Milliarden-Wert ihres Teams bangen. Und versuchen, den Ball flach zu halten.

Haas Top – Aston Martin Flop

Der letzte Testtag bei knapp 30 Grad änderte trotz noch grossen Zeitunterschieden das Bild nicht: Die Topteams bleiben vorne. Der grösste Sprung gelang bis jetzt Haas mit knapp 400 Runden von Ocon (192) und Bearman (200).

Audi hält sich mit 355 Runden im Mittelfeld. Geschäftsführer Binotto zu Blick: «Wir sind einigermassen zufrieden. Aber wir brauchen in der nächsten Woche noch mehr Runden.» Klares Schlusslicht mit 206 Runden: Aston Martin, wo die Gesichter immer länger und die Zeiten schlechter werden.

PS. Hamilton blieb neun Minuten vor dem Ende stehen, kletterte nach 150 Runden aus dem Ferrari. Das Ende der Tests.

Zeiten Bahrain, 3. Tag

Endstand

1. Antonelli (Mercedes) 1:33,669

2. Russell (Mercedes) 1:33,918

3. Hamilton (Ferrari). 1:34,209

4. Piastri (McLaren) 1:34,549

5. Verstappen (Red Bull) 1:35,341

6. Hadjar (Red Bull) 1:35,610

7. Ocon (Haas) 1:35,753

8. Colapinto (Alpine) 1:36,806

9. Bearman (Haas) 1:35,972

10. Hülkenberg (Audi) 1:36,791

11. Albon (Williams) 1:36,793

12. Lawson (Racing Bulls) 1:36,808

13. Sainz (Williams) 1:37,186

14. Pérez (Cadillac) 1:37,365

15. Bortoleto (Audi) 1:37,536

16. Stroll (Aston Martin) 1:38,165

17. Bottas (Cadillac) 1:38,772

*

Bahrain-Testsieger 2025:

Sainz (Williams) 1:29,348

Endstand

1. Antonelli (Mercedes) 1:33,669

2. Russell (Mercedes) 1:33,918

3. Hamilton (Ferrari). 1:34,209

4. Piastri (McLaren) 1:34,549

5. Verstappen (Red Bull) 1:35,341

6. Hadjar (Red Bull) 1:35,610

7. Ocon (Haas) 1:35,753

8. Colapinto (Alpine) 1:36,806

9. Bearman (Haas) 1:35,972

10. Hülkenberg (Audi) 1:36,791

11. Albon (Williams) 1:36,793

12. Lawson (Racing Bulls) 1:36,808

13. Sainz (Williams) 1:37,186

14. Pérez (Cadillac) 1:37,365

15. Bortoleto (Audi) 1:37,536

16. Stroll (Aston Martin) 1:38,165

17. Bottas (Cadillac) 1:38,772

*

Bahrain-Testsieger 2025:

Sainz (Williams) 1:29,348

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