Die meisten Fahrer sind mit ihren Urteilen über das Fahrverhalten mit dem Verbrenner- und Elektromotor (je 500 PS) noch sehr vorsichtig. Zum Glück gibt es Ausnahmen. Wie Sir Lewis Hamilton (41) mit der Erfahrung der «normalen» Formel 1: «Das Ganze ist doch lächerlich kompliziert. Um alles genau zu verstehen, brauchst du ein Studium an der Universität!»
«Fans verstehen es nicht!»
Der siebenfache Champion mit 380 Rennen, 105 Siegen und 104 Pole-Positionen: «Die Fans werden das nicht verstehen. Und ob wir Fahrer wirklich ein neues Spassgefühl bekommen, ich bezweifle es!»
Das sagte der Brite bei einer kleinen Medienrunde. In der offiziellen Ferrari-Mitteilung tönt das natürlich anders: «Es war gut, wieder im Auto zu sitzen und mehr Runden zu fahren. Es ist zu früh, um eine Prognose zu stellen und zu bewerten, wo wir stehen. Zurzeit fahren alle anderen verschiedene Programme.»
Alonso: «Muss jetzt denken»
Auch Oldie Fernando Alonso (44) ist nach 428 Rennen und 32 Siegen nicht glücklich: «Ein Teil des Energiemanagements und einiges, von dem was man tun muss, um die Energie über eine Runde zu optimieren – und auch in der Qualifikation – ist aus Fahrersicht nervig. Man will 100 Prozent fahren – und kann es nicht. Ich glaube, man muss jetzt fast zu viel denken!»
Richtig – wir stehen vor einer komischen Saison, die Fahrer und Fans überfordern. Auch wenn einige Piloten nicht so kritisch in die Zukunft schauen. Aber auch diese sind hier in Bahrain noch nicht über den Status des Trockenfischens gekommen.
Hülkenberg fährt…
Nach 90 Testminuten hatten erst acht Fahrer eine Zeit auf dem Computer. Audi, Mercedes und Red Bull waren noch gar nicht auf dem Zeitcomputer des 5,412 km langen Kurses. Bei 27 Grad und 37 auf dem Asphalt.
Erst 80 Minuten vor der Mittagspause liess sich Hülkenberg nach 25 Runden ohne Zeit (Rein, raus, Flügel verstellen) mit 1:37,392 eine erste Zeit gutschreiben. Das reichte vorerst zu Platz fünf – drei Sekunden hinter Leader Leclerc. Das zeigt schon, der bisherige Wert ist für die Öffentlichkeit ein Buch mit sieben Siegeln. Und wohl auch für einige Teams.
Audi will nach oben
Das Minimal-Ziel des deutschen Sauber-Nachfolgers ist klar. Weg vom 9. Platz! Vielleicht gar nicht so eine leichte Aufgabe für Hülkenberg und Bortoleto. Neueinsteiger Cadillac (Pérez/Bottas) steht weniger in der Garage als zum Beispiel der hochgelobte Aston Martin-Honda von Super-Guru Adrian Newey. Doch die Japaner scheinen mit dem neuen Aggregat noch Probleme zu haben.
Cadillac löste zwar mit Pérez nach zehn Minuten die erste rote Flagge aus, weil er stehenblieb. Doch kurz darauf sah man das US-Team mit der Ferrari-Power wieder in Aktion. Am ersten Tag war auch Bottas unterwegs – und fiel vor allem mit seinem schneeweissen Haar aus.
Alpine besser – Duo ohne Zeit
Zu den bisherigen «Überraschungen» gehört das letztjährige Schlusslicht Alpine, das den 2025 unterlegenen Renault-Motor in die Tonne werfen konnte – und jetzt mit dem Mercedes-Aggregat sowie dem oft unterschätzten Pierre Gasly zu neuen Ufern aufbricht.
Fazit der ersten Tageshälfte: Ausgerechnet die beiden hoch eingeschätzten Teams von Mercedes und Red Bull machten vier Stunden keinen Lärm auf dem Wüsten-Highway. Taktik?
(Stand Mittagspause)
1. Leclerc (Ferrari) 1:34,273
2. Norris (McLaren) 1:34,784
3. Gasly (Alpine) 1:36,723
4. Bearman (Haas) 1:37,025
5. Albon (Williams) 1:37,229
6. Hülkenberg (Audi) 1:37,266
7. Lawson (Racing Bulls) 1:38,017
8. Pérez (Cadillac) 1:38,653
9. Alonso (Aston Martin) 1:38,653
(Stand Mittagspause)
1. Leclerc (Ferrari) 1:34,273
2. Norris (McLaren) 1:34,784
3. Gasly (Alpine) 1:36,723
4. Bearman (Haas) 1:37,025
5. Albon (Williams) 1:37,229
6. Hülkenberg (Audi) 1:37,266
7. Lawson (Racing Bulls) 1:38,017
8. Pérez (Cadillac) 1:38,653
9. Alonso (Aston Martin) 1:38,653