Erstens für die erste Saisonniederlage vor zwei Wochen in Barcelona, als Sir Lewis Hamilton (41) mit der besten Reifenstrategie die Sportwelt überraschte und entzückte. Und zweitens für die Anklage der Italiener bei der FIA wegen eines illegalen Diffusors (Blick berichtete). Die Briten mussten das Teil im Heck des Boliden sofort umbauen.
Jetzt weiss es auch Ferrari: Das grosse Geheimnis der Silberpfeile liegt nicht beim Diffusor. Aber wo? Chef Toto Wolff lacht: «Das werden wir sicher keinem verraten.» Spielberg hat aber erneut gezeigt, dass Mercedes mit Pole-Mann Russell und WM-Leader Antonelli zwei der besten Fahrer hat. Neben den unverwüstlichen Haudegen Verstappen und Hamilton.
Dieses Duell begeisterte in den ersten 20 Runden die Rekordkulisse von 115'000 Fans in der 700 Meter hohen Bergwelt der Steiermark. Max und Lewis liessen uns an frühere Jahre erinnern, als sie Rad an Rad, natürlich nicht immer fair, kämpften. Aber es war die hohe Schule des Rennsportes, die wir immer weniger zu sehen bekommen.
Doch später war nur Verstappen mit dem «neuen» Red Bull fähig, um seinen neunten Sieg hier in Spielberg zu fighten. Hamilton (5.) und der erneut vom Teamkollegen entzauberte Leclerc (8.) hatten sich mit den wieder einmal versagenden Ferrari-Strategen beim Reifenpoker mit drei Stopps diesmal bös verzockt.
Russell neu 40 Punkte hinter Antonelli
So war die rote Euphorie nach Barcelona schnell verflogen, der Titeltraum wieder in die Ferne gerückt. Jetzt liegt Russell nach seinem erst siebten GP-Sieg nur noch 40 Punkte hinter Teamkollege Antonelli. Der Brite: «Nach meinem Erfolg beim Start in Melbourne musste ich jetzt lange unten durch, habe oft gezweifelt.» Für Hamilton wuchs der Rückstand von 41 auf 46 Punkte an.
WM-Leader Antonelli lachte: «Schade, hat das Rennen nicht noch zwei Runden mehr gedauert. Ich glaube, es wäre noch enger geworden.» So raste Russell nur noch 1,6 Sekunden vor Verstappen über die Ziellinie. 0,3 Sekunden dahinter flog Antonelli über den Strich. Der selbstbewusste Kimi (wird im August erst 20): «Ohne meinen Fehler beim Start hätte es hier am Ende anders ausgesehen!»
Jetzt kommt Silverstone, wo Antonelli sein Europa-Desaster von 2025 weiter in den Mülleimer schmeissen kann. Wir erinnern uns: Vor einem Jahr holte der Italiener in neun Europa-Rennen lumpige drei Punkte (total 150). Jetzt sind es nach drei WM-Läufen auf unserem Kontinent schon 40 Zähler.