Der erste WM-Titel nach 73 Jahren hat Italien entzückt. Andrea Kimi Antonelli (20) heisst der neue Superstar im Land der Emotionen. Also dort, wo seit Ewigkeiten Ferrari die führende Rolle im Motorsport gespielt hat.
Antonelli hat auch vielen Fans das Herz gebrochen, weil er nicht mit einem Ferrari auf den Thron kletterte. Sondern in einem deutschen Auto. Eine Italo-Zeitung titelte nach dem GP Mexiko: «Antonelli ist Weltmeister – weil er nicht in einem Ferrari sass!» Brutaler kann man es im Lande der Emotionen nicht ausdrücken.
Das Warten geht weiter
Klar, dass jetzt viele Experten schon vom grossen Transfer des Kimi A. nach Maranello träumen. Momentan kein guter Rat. Auch wenn Ferrari den netten Jungen aus Bologna vergolden würde. Retter oder eben Hoffnungsträger haben keinen Preis.
Denn die heiligen Werkshallen sahen seit fast 20 Jahren keinen WM-Pokal mehr aus der Formel 1. Die Erinnerungen an 2007 (Räikkönen) und 2008 (Team) sind verstaubt. Und die aktuelle Situation mit den beiden selbstherrlichen und kaum teamfähigen Charles Leclerc und Lewis Hamilton ist verworren.
Über 2000 Menschen arbeiten für Leclerc und Hamilton
Mit insgesamt zwei Pole-Positionen und zwei Siegen seit 2025 oder seit über 40 gemeinsamen Rennen hat das Diva-Duo kaum das Minimum abgeliefert. Und Chef Fred Vasseur hat es nicht verstanden, das Duo auf eine gemeinsame Linie zu bringen. Der Franzose appelliert stets an den Stolz und erinnert die Super-Millionäre daran, dass täglich über 2000 Menschen allein für sie arbeiten.
Vasseur wird die heikle Lage, wo jeder dem anderen Egoismus vorwirft, auch in Zukunft nicht mit einem Lächeln in den Griff bekommen. Trotzdem: Kleine rote Erfolgserlebnisse sind mit einem guten Auto kaum zu vermeiden.
Beide Ferrari starten hinten
Unverständlich, dass jetzt Ferrari bei beiden Autos die Motoren wechselt. Leclerc bekommt dafür eine Strafe von 10 Startplätzen, Hamilton eine von 50. Jetzt geht der interne Krach eben heute beim Start in den hintersten Regionen los. Sollte es zum Knall kommen, dann muss man klar die Ferrari-Führung verantwortlich machen.
Da zog sich Mercedes-Boss Toto Wolff von 2014 bis 2016 mit seinen Krawallbrüdern Hamilton und Rosberg besser aus der Affäre.