Heftiger Regen in São Paulo
Um das siebte Sonntags-Qualifying kommt die Formel 1 herum

Das Qualifying des GP Brasilien ist von heftigem Regen geprägt. Immerhin: Zu einem siebten Sonntag-Qualifying kommt es nicht. Am Ende ist Lando Norris der Schnellste.
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Regenalarm in São Paulo: Das Qualifying für den GP Brasilien muss nach wenigen Minuten unterbrochen werden.
Foto: Lukas Gorys
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Roger BenoitFormel-1-Experte

Zehntausende von Zuschauern harrten auf den Tribünen aus, schwenkten im strömenden Regen ihre Flagge. Aber der Himmel über São Paulo hatte vorerst kein Erbarmen. Der erste Qualifikationsversuch musste nach drei Minuten abgebrochen werden.

Doch um 16.26 Uhr Lokalzeit wurde die Piste bei langsamer Dunkelheit nochmals freigegeben – und diesmal ging es bis 17.29 Uhr auch zu Ende. Trotz einigen Drehern und Leitplanken-Küssen.

Während Bortoleto seine Chance im ersten Versuch wegwarf, wird Hülkenberg den Audi erstmals in die zweite Reihe stellen. Applaus.

Beinahe ein Sonntags-Qualifying

Die Formel 1 stand gestern also kurz davor, zum 7. Mal die Pole-Jagd auf Sonntag zu verschieben. Die sechs Sonntags-Auftritte in den letzten 22 Jahren:

  • 2004 stoppte der Taifun die Formel 1 am Samstag in Suzuka. Am Sonntag ging es trotz nasser Piste weiter.
  • 2010 das gleiche Szenario wieder in Japan.
  • 2013 musste die Pole-Jagd in Melbourne aus Wettergründen auf den Sonntagmorgen verschoben werden.
  • 2015 büsste die Formel 1 für zwei Tage Dauerregen in Texas. Als es am Sonntag über die Qualifikation zum Rennen kam, trotzte man der nassen Strecke.
  • 2019 war es erneut ein Taifun, der den GP-Zirkus am Samstag in die Knie zwang.

2024 schüttete es hier in Interlagos so stark, dass man am frühen Sonntagmorgen zur Qualifikation bat. Verstappen zeigte damals vom 17. Startplatz eine seiner grössten Aufholjagden und grüsste am Ende als Sieger. Die Sensation: Mit 20 Sekunden Rückstand kletterte das Alpine-Duo Ocon und Gasly mit dem Holländer vom Podest.

Im dritten Training wurde die Formel 1 von Petrus noch verschont. Verstappen war vor Antonelli, Norris, Russell und Leclerc der Schnellste gewesen.

Doch dann wurde es dunkel, die Qualifikation hing am seidenen Faden. Und als die Autos nach zwei Minuten 32 Sekunden im Schwimmbad untergingen, kamen die roten Flaggen. Und schliesslich nach 82 Minuten doch noch die Zeitenjagd.

Es regnet auch Strafen

Kurz zuvor waren die Strafen für unerlaubte Wechsel an den Autos bekanntgeworden. So müssen Verstappen (je 5. Motor, Turbo und Auspuff) und Pérez (verschiedene Teile ausgewechselt) 30 Startplätze zurück.

Das Ferrari-Duo wurde zuerst mit jeweils zehn Strafplätzen für den fünften Motor (vier sind erlaubt) bestraft. Später wechselte man bei Hamilton den ganzen Antriebsstrang – minus 50 Startplätze!

Russell, Teamkollege von Antonelli, wechselt bereits den 6. Mercedes-Motor (vier sind pro Jahr erlaubt) und muss deshalb nur fünf Positionen nach hinten. So startet der Brite als Zweiter hinter Pole-Mann Norris eben nur als Siebter. In die erste Reihe rückte Weltmeister Antonelli vor.

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