Ralf Schumacher über neue F1-Saison
«Bei Audi wurde man jetzt zu einer Einheit»

Die Formel 1 startet mit so viel Ungewissheit wie noch nie in eine Saison. Sky-Experte Ralf Schumacher redet über das Audi-Team aus Hinwil ZH, das US-Abenteuer von Neffe Mick Schumacher und warum er sich die neueste Netflix-Staffel von «Drive to survive» nicht anschaut.
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Sechsfacher GP-Sieger und auch 2026 am Sky-Mikrofon: Ralf Schumacher redet über die neue F1-Saison mit dem neuen Technikreglement.
Foto: imago/Eibner

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schumacher sieht Formel-1-Einstieg von Audi positiv
  • Neue Technikregeln 2026 erschweren Rennkommentare, Datenflut bleibt Herausforderung
  • Schumacher findet Indycar-Ovalrennen gefährlicher als Formel 1
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Blick: Was die Schweizer F1-Fans brennend interessiert – wie stark wird das Sauber-Nachfolge-Team von Audi starten?
Ralf Schumacher:
Mein erster Eindruck von Audi ist nicht so schlecht, wie es manch andere Experten gesagt haben. Es ist eine Mammutaufgabe, ein Mittelfeldteam wie Sauber zu kaufen, alles umzustrukturieren und auch noch einen eigenen Motor zu bauen. Audi hat die erste Hürde bewältigt, Ruhe reinzubringen.

Welche Unruhe haben Sie zuvor ausgemacht?
Der Einstieg von Audi bei Sauber war wild. Es gab schon Personalwechsel, bevor man richtig losgelegt hat. Jetzt ist es eine Einheit geworden. Vor Ort bei den Tests habe ich die Motivation richtig gespürt. Es ist immer schön, wenn ein Konzern in die Formel 1 kommt. Aber – ganz wichtig – der Konzern muss sich operativ raushalten. Das kann auch vier, fünf Jahre dauern. Man keine Ad-hoc-Entscheidungen in irgendeinem Vorstand treffen. So wie es bei Mercedes läuft, ist es richtig, da ist Toto Wolff einfach der Chef. Punkt.

Ralf Schumacher persönlich

Der jüngere Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher (57) kommt 1975 auf die Welt und schlägt ebenfalls den Weg zum Profirennfahrer ein. «Schumi 2» gewinnt in seinen 180 Grands Prix zwischen 1997 und 2007 sechs Mal. Schumacher fährt für die Teams von Jordan, Williams und Toyota. Heute ist Schumacher Team-Mitbesitzer in der Formel 4 und arbeitet als Formel-1-Experte bei Sky. Sky Switzerland überträgt 2026 im Stream und via Sky-App alle GP inklusive der Trainings und Qualifyings live. Die Sky-App bietet Zugang zu sämtlichen grossen Sportarten, Ligen und Wettbewerben weltweit. Ausserdem ist bei Sky Switzerland auch die Indycar-Serie mit Mick Schumacher live zu sehen. Blick redete mit Ralf Schumacher im Rahmen einer Sky-Presserunde.

Der jüngere Bruder von Rekordweltmeister Michael Schumacher (57) kommt 1975 auf die Welt und schlägt ebenfalls den Weg zum Profirennfahrer ein. «Schumi 2» gewinnt in seinen 180 Grands Prix zwischen 1997 und 2007 sechs Mal. Schumacher fährt für die Teams von Jordan, Williams und Toyota. Heute ist Schumacher Team-Mitbesitzer in der Formel 4 und arbeitet als Formel-1-Experte bei Sky. Sky Switzerland überträgt 2026 im Stream und via Sky-App alle GP inklusive der Trainings und Qualifyings live. Die Sky-App bietet Zugang zu sämtlichen grossen Sportarten, Ligen und Wettbewerben weltweit. Ausserdem ist bei Sky Switzerland auch die Indycar-Serie mit Mick Schumacher live zu sehen. Blick redete mit Ralf Schumacher im Rahmen einer Sky-Presserunde.

Nicht zuletzt, um Audi den F1-Einstieg schmackhaft zu machen, wurde für 2026 das ganze Technikreglement umgekrempelt. Zittern Sie schon vor der Arbeit dieses Jahr am TV-Mikrofon, weil die Rennen viel komplizierter werden?
Es wird tatsächlich eine grosse Herausforderung für uns Experten. Wir hatten zwar bereits einen Kommentatoren-Workshop, in dem uns neue Einblendegrafiken gezeigt wurden. Ich hoffe, dass wir möglichst viele Infos bekommen. Wer hat noch wie viel Batterieenergie und wer nicht, um besser erklären zu können, warum jetzt jemand überholt hat.

Klingt nicht so, als ob Sie davon ausgehen, in Melbourne den vollen Durchblick zu haben.
Ich fürchte, dass uns allen in den ersten Rennen der eine oder andere Fauxpas unterläuft, weil die Komplexität der neuen Autos wirklich enorm ist. Selbst die Teams sagen, dass sie in der Datenflut noch kaum den Durchblick haben.

Technisch simpler ist die amerikanische Indycar-Serie gehalten, wo es mit Vollgas durch die Highspeed-Ovale geht. Wie bewerten Sie den Wechsel von Mick Schumacher in die USA?
Bei aller Liebe stellt sich für mich beim Motorsport in den USA mit den Rennen auf den Ovalen die Nutzen-/Risiko-Frage. Man braucht kein Raketenwissenschaftler zu sein, um zu sehen, dass ein Ovalrennen mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 360 km/h gefährlicher ist als die Formel 1.

Ihr Neffe ist allerdings bei weitem nicht der erste Formel-1-Pilot, der den Schritt wagt.
Kürzlich sagte mir Flavio Briatore (Berater von Fernando Alonso, d.Red.), er habe Fernando nach zwei Ausflügen zum Indy 500 gesagt, er soll die Ovalrennen bleibenlassen. Auch Michael (Bruder Michael Schumacher, siebenfacher F1-Weltmeister, d.Red.) hat immer gesagt, er verstehe den amerikanischen Rennsport nicht. Dementsprechend kann ich die Entscheidung von Mick noch immer nicht nachvollziehen. Aber er ist alt genug, um zu wissen, was er tut.

Die neue F1-Saison wurde fast schon traditionell mit der neuesten Netflix-Staffel von «Drive to survive» eingeläutet. Bei welcher Folge stehen Sie gerade?
Da muss ich mich outen: Ich bin kein Fan. Ich habe mir nur eine einzige Staffel angesehen, das war jene, als Mick bei Haas gefahren ist.

Die Formel 1 verdankt Netflix aber zu einem erheblichen Teil die aktuell riesige Popularität.
Netflix hat zwei Seiten. Es ist einerseits toll, dass man damit ganz viele Leute anspricht. Kürzlich war ich an einem Kunstevent in Afrika, da erzählte mir die Frau eines McLaren-Sponsors, dass sich jeweils die ganze Familie «Drive to survive» anschaut. Es ist toll, dass die Formel 1 auf diese Weise viele Menschen unterhalten kann.

Was ist die andere Seite?
Es gab Irritationen, dass manche Szenen nicht wirklich zueinander passen, dass da einige Dinge aufgebauscht wurden. Das geht mir zu weit. Ich bin aber insgesamt gespannt, wie der Hype um die Formel 1 weitergeht. Man hat jetzt ein unglaubliches Level erreicht. Ich rechne damit, dass die Formel 1 weiter extrem populär bleibt, aber dass eine gewisse Stagnation eintritt. Ein Fingerzeig ist für mich, dass Toto Wolff einen Teil seiner Teamanteile verkauft hat. Toto weiss im Normalfall, was er tut.

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