Antonelli wird bei Siegerehrung Räikkönen genannt
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Kimi wie bitte?Antonelli wird bei Siegerehrung Räikkönen genannt

Erster Italo-Sieger seit 20 Jahren
Wie ein Tritt in den Hintern Antonelli zum GP-Champion machte

Andrea Kimi Antonelli hat mit seinem GP-Sieg in China viele Kritiker verstummen lassen – ganz zur Freude seines grossen Förderers Toto Wolff. Davor war aber ein Neustart beim Youngster nötig.
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Andrea Kimi Antonelli lässt sich nach seinem ersten GP-Sieg in China feiern.
Foto: Lukas Gorys

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Lino DieterleRedaktor Online Sport

Als Andrea Kimi Antonelli (19) am Sonntag nach seinem Sieg beim GP China aufs Podium stieg, wurde er vom Sprecher noch fälschlicherweise mit Kimi Räikkönen ausgerufen. So ein Patzer wird künftig wohl nicht mehr passieren, denn der Teenager ist jetzt endgültig bei den Grossen im Formel-1-Zirkus angekommen.

Der Youngster hat schon jetzt eines seiner grossen Ziele erreicht: Italien zurück an die Spitze der Motorsport-Königsklasse zu führen.

20 Jahre ist es her, seit Italien letztmals einen GP-Sieger gestellt hat. Als Giancarlo Fisichella 2006 in Malaysia triumphierte, war Kimi Antonelli noch gar nicht geboren. Erst rund fünf Monate nach Fisichellas Sieg – am 25. August 2006 – kam der Knirps in Bologna zur Welt.

Dabei wurde ihm das Rennfahren in die Wiege gelegt. Nicht etwa, weil er nach dem ehemaligen finnischen Weltmeister Raikkönen benannt wäre. Sondern, weil auch sein Vater leidenschaftlicher Rennfahrer ist und selbst mit 61 Jahren noch Rennen bestreitet.

«Bei der Geburt schlug ein Freund der Familie vor, dass Kimi nach Andrea gut zu Antonelli passt. Jetzt lebe ich gut damit, und kaum mehr einer nennt mich Andrea», hatte Antonelli seinen Mittelnamen im Herbst 2025 im Interview mit Blick erklärt.

Mercedes hatte den Youngster schon früh im Blick

Seit 2023 ist Vater Marco auch Besitzer des Rennteams AKM Motorsport, das sich auf Nachwuchstouren wie die italienische Formel 4 oder auch das Kartracing fokussiert. Dort hat auch Kimi vor dem Formel-1-Durchbruch seine Sporen abverdient – und krönte sich unter anderem in den Jahren 2020 und 2021 zweimal zum CIK-FIA Karting European Champion.

Von Mercedes war er zu diesem Zeitpunkt längst entdeckt und gefördert worden. «Das war bei einem Kart-Finale auf dem Adria Raceway in der Nähe von Venedig», sagte er rückblickend. Gwen Lagrue, der bei Mercedes für das Juniorenprogramm verantwortlich ist, hat ihn Ende 2017 dort entdeckt. Wenige Tage später telefonierte der damals elfjährige Kimi bereits mit seinem grossen Förderer Toto Wolff (54). Ab 2019 war er dann offiziell Teil des Förderprogramms.

Antonelli brauchte den Tritt in den Hintern

Danach gehts rasend schnell. Von der Formel 4 springt Kimi Antonelli direkt in die Formel 2. 2024 darf das italienische Motorsport-Juwel dann erstmals in einem Formel-1-Cockpit Platz nehmen, bestreitet in Monza ein freies Training. Als Lewis Hamilton Mercedes in Richtung Ferrari verlässt, widmet Netflix der Nachfolge eine eigene Doku-Serie, die zeigt, wie die Entscheidung auf Kimi Antonelli fiel.

Doch es wird auch Kritik laut. Nach einem ordentlichen Start – unter anderem führt er den GP von Japan kurz an und wird so zum jüngsten Renn-Leader in der Geschichte der Formel 1 – folgen Rückschläge. Antonelli sei zu jung und unerfahren, fühlen sich Skeptiker nach ersten Fehlern bestätigt. Doch Förderer Wolff und sein Vater bringen den Youngster nach Monza mit einem verbalen Tritt in den Hintern wieder in die Spur.

Sie hätten ihm Vorwürfe gemacht, die «wehtaten», sagt Antonelli, betont aber auch: «Ich brauchte diesen Neustart.»Tatsächlich steigt die Formkurve danach in seinem Rookie-Jahr, das er schliesslich als Siebter mit 150 Punkten abschliesst, wieder. Und geht es nach Antonelli, wird der positive Effekt jener Standpauke noch eine Weile anhalten. «Ich weiss, dass Toto und mein Vater seit Jahren an mich glauben. Sie sehen in mir mehr Potenzial, als ich manchmal abrufe.»

Förderer Wolff hat die Kritiker nicht vergessen

Mit dem Triumph in China – nur Verstappen war bei seiner Sieg-Premiere jünger – hat er seinen Förderern schon mal viel zurückgegeben. Und auch die Kritiker sind nun verstummt. Aber Toto Wolff hat sie nicht vergessen. Nach dem Sieg am Sonntag zitiert er sie mit Genugtuung nochmals via Funk an seinen jungen Piloten: «Er ist zu jung. Wir sollten ihn nicht in einen Mercedes setzen. Steck ihn in ein kleineres Team. Er braucht Erfahrung. Schau auf die Fehler, die er macht ... Auf gehts, Kimi! Es gibt nicht viele Sieger bei Mercedes, du gehörst jetzt dazu.»

Genau genommen sind es deren sieben. Lewis Hamilton (84 Siege) thront über allen, dahinter folgen Nico Rosberg (23), Valtteri Bottas (10), Juan Manuel Fangio (8), George Russell und Stirling Moss (1) – und nun eben noch ein junger Italiener.

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