Peinlicher Auftakt für Team-Weltmeister
Der China-GP liefert den ersten Skandal der Saison

Auch nach China tun sich die Formel-1-Fans und die meisten Fahrer sicher schwer, die neuen Regeln mit offenen Armen und Applaus zu empfangen. Eine Woche nach dem Start in Australien kam es sogar zum Skandal.
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Grosse Emotionen: Kimi Antonelli sorgt für den ersten Italo-Sieg seit 2006.
Foto: Lukas Gorys

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Vier Autos blieben in den Garagen, darunter Weltmeister Norris
  • Ferrari verliert nach Turbolader-Raketenstart den Anschluss an Mercedes
  • Kimi Antonelli feiert ersten GP-Sieg nach 26 Rennen mit 19 Jahren
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Roger BenoitFormel-1-Experte

In Melbourne fehlten zwei Autos beim Start (Piastri und Hülkenberg), diesmal mussten sogar vier Boliden in den Garagen bleiben: Neben Bortoleto und Albon traf es diesmal beide McLaren-Piloten. Neben Weltmeister Lando Norris konnte auch Oscar Piastri gar nicht erst an den Start. Ein Skandal. Der Australier kommt in dieser Saison nach zwei Rennen bisher auf genau null Renn-Kilometer. 

Peinlicher gehts kaum für den Team-Weltmeister: McLaren redete von zwei verschiedenen Defekten auf der elektrischen Seite.

Ferrari lobt sich selbst

Die Formel 1 2026 ist einfach geworden. Bei allen drei Rennen (inkl. Sprint) dominierten die Mercedes mit ihrem offenbar höheren Verdichtungsverhältnis und siegten am Ende souverän.

Ferrari, das seine Verbesserungen im Vergleich zu 2025 in den höchsten Tönen lobt, ist nach dem bekannten Raketenstart mit dem kleinsten Turbolader schnell die ganze Euphorie an der Spitze los. Die kurzen Duelle mit Mercedes lassen höchstens die TV-Reporter kurz ausflippen und von sensationellem Rennsport reden.

Aber eine richtige Rennatmosphäre? Die kommt kaum auf.

Hamilton ärgert Leclerc

Zum Glück geben sich wenigstens die beiden Ferrari – allerdings mit fast einer halben Minute Rückstand – Saures. Und dabei erinnert Sir Lewis Hamilton (41) an seine besten Tage und an die sechs Triumphe und den Sprint-Sieg 2025 in China.

«Rennfahren macht wieder Spass, auch wenn ich immer wieder an die Boxen funke, dass ich mehr Leistung brauche», sagt der Brite. Die Antwort ist jeweils kurz: «Wir arbeiten daran.» Doch die Software-Ingenieure können während des Rennens kaum noch was bewirken.

Für Teamkollege Charles Leclerc (28) brechen im achten Jahr bei den Roten schwere Zeiten an. Sein Teamkollege war jahrelang nie ein echtes Problem für den Monegassen. Das ist vorbei. «Ich bin jetzt bei Ferrari neu geboren», jubelt Hamilton nach seinem 203. Podest-Auftritt im 382. Grand Prix.

Kimi Antonelli folgt auf Fisichella

Zuletzt war der siebenfache Weltmeister Hamilton in Las Vegas 2024 als Zweiter aufs Treppchen gestiegen – Sieger wurde der damalige Mercedes-Teamkollege George Russell.

Dieser hatte in China aus der ersten Reihe heraus für einmal den Start verschlafen, musste sich dann unnötigerweise mit dem Ferrari-Duo herumschlagen – und schon war vorne der jüngste Pole-Mann der Geschichte, Kimi Antonelli (19) auf dem Weg zu seinem ersten GP-Sieg im 26. Anlauf.

Der Mann aus Bologna weinte auf dem Podest und sagte: «Ich will endlich Italien wieder ganz vorne auf die Formel-1-Landkarte bringen. Dazu müssen wir beim Start in Zukunft noch besser auf Ferrari aufpassen, wenn die hinter uns ihre Raketen zünden.» Der letzte italienische Erfolg? Giancarlo Fisichella in Malaysia 2006 auf Renault – vor Teamkollege Alonso.

Verstappen und der störrische Red Bull

Man kann nur hoffen, dass am 29. März in Japan (bevor die Rennen von Bahrain und Saudi-Arabien ausfallen) McLaren-Mercedes seine Probleme wieder im Griff hat. Wie auch Red Bull mit seinem neuen Motor.

Verstappen ist einer der wenigen Fahrer, die sich von hinten nach vorne kämpfen, aber dann von den neuen Regeln gebremst werden. Wie lange macht der Holländer das Trauerspiel im Mittelfeld noch mit? Der Funkspruch an ihn elf Runden vor Schluss: «Max, bitte stell' das Auto auf der Seite ab.»

Gute Aussenseiter – Alonso im Elend

Im Mittelfeld – und das ist das einzige kleine Kompliment an die neue Formel 1 – mischen jetzt Haas, die Racing Bulls und vor allem das letztjährige WM-Schlusslicht Alpine (jetzt mit Mercedes-Power) richtig flott mit.

Der Rest? Cadillac brachte wenigstens beide Autos ins Ziel, Sainz holte als Neunter für Williams die ersten zwei Punkte – und Aston-Martin-Honda verlor beide Autos. Nach 32 Runden gab Alonso auf: «Die Vibrationen liessen es nicht mehr zu, dass ich das Lenkrad halten konnte.» Wie vom Spanier angekündigt.

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