Die Formel 1 kämpft um die Zukunft. Auf der Strecke und hinter den Kulissen. In beiden Fällen geht es um das oberste Gesetz: Sicherheit.
So nützt es wenig, wenn Medien weltexklusiv berichten, die beiden Rennen in Bahrain (12. April) und Saudi-Arabien (19. April) seien abgesagt worden.
Natürlich gehen alle Spekulationen in diese Richtung. Doch die politische Bühne ist keine Gerüchteküche. Am Ende ist es die FIA, die die Verantwortung für den gesamten Zirkus trägt. Und der Weltverband geht bestimmt keine Risiken ein.
Auch wenn in Bahrain und Saudi-Arabien zum Beispiel weiter alle Fussball-Spiele abgehalten werden. Aber was passiert, wenn plötzlich 3000 Formel-1- Menschen am Golf auftauchen?
Donald Trump kann ihnen mit der täglich ändernden Kriegspolitik keine Garantien abgeben. Und wer wäre schon gerne auf Trump angewiesen? Also wird die unheimliche Logistik der GP-Teams siegen – und der FIA wohl keine andere Wahl lassen: offizielle Absage.
Chaos um neue Regeln
Komplizierter ist das Chaos um die neuen Regeln. Ausser Mercedes (und mit Ausnahmen Ferrari) sind alle am Klagen, Stöhnen, Hoffen und Beten. Selbst Alpine-Chef Flavio Briatore (75) ist gespannt, ob wir gemeinsam die besten Lösungen für die Zukunft finden. Wir sollten sie gemeinsam finden!
Aber wenn es um die nackten Resultate geht, ist eben weiter jeder sich selbst der Nächste. Natürlich muss man den neuen Regeln eine zweite und dritte Chance geben. Aber jeder populäre Sport ist deshalb so beliebt, weil die Regeln einfach sind. Und in dieser Beziehung ist die Formel 1 beinahe hinter Cricket zurückgefallen. Oder verstehst du diesen Nobelsport aus dem 17. Jahrhundert mit der Geburtsstätte im Südosten von England? Also dort, wo die meisten Formel-1-Teams daheim sind.
Das Energiemanagement, die plötzlich liegenbleibenden Autos, das dauernde Hin-und-zurück-Überholen sowie die Gefahr von Auffahrunfällen gipfeln in dem Wahnsinnssatz: Wer bremst, der gewinnt. Und damit müssen die Fans leben. Denn nur von ihnen kommt der Applaus, den die neue Formel 1 weiter sucht.