Es ist nie gut, wenn man vor dem sportlichen Wert zuerst über die Gefahren reden muss. Der Mexikaner Sergio Pérez (36), der mit drei Runden Rückstand die Cadillac-Premiere in Melbourne immerhin beendete: «Das ist nicht mehr die Formel 1, die ich Ende 2024 verlassen habe. Als Neuling sollten wir mal ruhig abwarten, was passiert. Aber ich fühlte mich in den Formel-1-Autos schon wohler.»
Audi geht es ruhig an
Beim anderen Neuling, Sauber-Nachfolger Audi, will man die positive Team-Stimmung in China nutzen. «Die ersten zwei Rennen in den Punkten – das wäre natürlich ein Traum», sagt der umsichtige Teamchef Jonathan Wheatley (58). Der Brite kennt die harten Anfangsjahre von Red Bull, das er nach über 18 Jahren vor einem Jahr verlassen hat.
Schon die erste Qualifikation (10. Bortoleto, 11. Hülkenberg) hat in Australien gezeigt, dass die Deutschen im Mittelfeld angekommen sind. Sie werden 2026 zwischen den WM-Rängen fünf bis neun herumfahren. Also im breiten Mittelfeld.
Wieder roter Raketenstart?
Trotz zwei mysteriösen Ausfällen hat Audi am Ende gepunktet. Und natürlich gejubelt. Das Team aus Hinwil ZH kennt seine Stärken und Schwächen. Der Blick nach vorne ist zwar erlaubt, aber kann (noch lange) nicht das Ziel sein.
Denn dort tummeln sich auch in Shanghai Mercedes, Ferrari, Red Bull und McLaren. Fliegen die Silberpfeile wieder davon, kann Ferrari in den ersten Sekunden den kleinsten Turbolader erneut für einen Raketenstart nutzen?
Ecclestone: «Es wird bald krachen»
Aber die Hauptsorge bleiben die vielen kostspieligen Zwischenfälle (Verstappen, Antonelli, Piastri), die viel mit dem Energie-Management zu tun haben. Das den Piloten von den Software-Spezialisten auf die Reise mitgegeben wird.
Für den früheren Formel-1-Boss Bernie Ecclestone (95) ist schon nach dem ersten Rennen klar, was auch einige Fahrer, wie Weltmeister Norris, befürchten: «Es wird bald richtig krachen. Die Tempounterschiede beim Laden der Batterie, also beim Bremsen auf der Geraden, wird den Hintermann irgendwann überraschen – und dann haben wir einen grossen Unfall. Ich hoffe nur, dass ich diesmal nicht richtig liege.»
Wolff attackiert Horner
Hinter den Kulissen tobt ein alter Machtkampf. Der 2025 bei Red Bull entlassene Chef Christian Horner (52) möchte bei Alpine wieder in den Zirkus zurück. Doch jetzt bietet auch Mercedes-Boss Toto Wolff (54) mit. Es geht um das 24-Prozent-Aktienpaket des US-Investors Otro Capital. Da Mercedes dem französischen Team die Motoren liefert, könnte Horner mit seinen Geldgebern scheitern.