Darum gehts
- Oscar Piastri (24) crasht in Aufwärmrunde, Fans weinen in Bahrain
- Ferrari beeindruckt mit kleinstem Turbolader und starker Leistung von Leclerc
- Verstappen startet als 20., beendet Rennen auf Platz 6 nach Aufholjagd
Für die Anhänger des Nationalhelden Oscar Piastri (24) wurde der Auftakt zur Enttäuschung des Jahres: Der McLaren-Pilot flog in der Aufwärmrunde beim Beschleunigen in die Mauer. Gruss von den neuen Regeln.
Viele Fans weinten
Auf den Tribünen spielten sich herzzerreissende Szenen ab. Viele weinten, viele umarmten sich und blickten traurig in die Leere. Piastri hatte öffentlich ein Chaos prophezeit – aber eigentlich erst beim Start.
Und dieser von vielen Piloten gefürchtete Augenblick zeigte dann klar, was wir bei den Bahrain-Tests erleben durften: Ferrari zaubert mit dem kleinsten Turbolader die grösste Leistung hervor.
Superstarter Ferrari
Kein Wunder, dass die beiden in der ersten Startreihe stehenden Mercedes von Russell (8. Pole) und Antonelli (Millionen-Crash am Samstagmorgen) wie Schulbuben aussahen, als Leclerc aus der zweiten Reihe sofort in Führung schoss.
Auch Teamkollege Hamilton zeigte sich in Superform. So erlebten die Zuschauer in den ersten zwölf Runden zwischen den zwei meistgenannten Favoriten-Teams Racing pur – allerdings geprägt von den neuen Regeln. Da wurde zur Freude vieler Beobachter überholt und zurück überholt – das Laden der Batterie und das richtige Energiemanagement als kleiner Showeffekt.
Motoren-Pech für Hadjar
Doch als der sensationelle Trainings-Dritte Hadjar mit einem Bullen-Motorschaden stehenblieb, nutzte das Mercedes-Duo die virtuelle Safety-Car-Phase zu einem doppelten Gummiwechsel.
Und was machten die Träumer aus Maranello? Sie fuhren ihre jetzt klare Doppelführung Leclerc vor Hamilton stolz spazieren. Da müsste es jetzt in der Strategieabteilung der Italiener wieder einmal richtig krachen.
Hamilton verfehlte Podest
Als Ferrari in der 25. und 28. Runde endlich auf die früheren Mercedes-Stopps reagierte, war es natürlich viel zu spät. Russell («Ich liebe dieses Auto, ich liebe diesen Motor und ich liebe diese neuen Regeln») und Antonelli fuhren den 61. Doppelsieg der Silberpfeile locker nach Hause.
Bei Ferrari gewann Leclerc das interne Duell mit Hamilton um den letzten Podestplatz um 0,625 Sekunden. «Das Rennen hat gezeigt, wohin die neuen Regeln führen. Es werden weiter die gleichen Teams den Ton angeben. Aber wir werden auch alle weiter die gleichen Probleme haben», so der Brite. Zur Erinnerung: 2025 war Hamilton in den WM-Rennen nie auf dem Podest.
Verstappen: von 20 auf 6
Die hat man sicher bei Weltmeister Norris, der nur noch ein Schatten seiner selbst ist. Doch er gewann das Duell mit Erzfeind Verstappen um den fünften Rang. Der Holländer war nach seinem mysteriösen Quali-Crash nur als 20. gestartet!
Und natürlich sauer: «Ich habe vor diesen Regeln gewarnt. Jetzt können sich alle ein Bild davon machen.» Bei Verstappen blockierte am Samstag beim Bremsen plötzlich die Hinterachse – ab in die Mauer.
Lindblad top – Williams schwach
Dass gleich acht der elf Teams Punkte sammelten, ist wenigstens eine erfreuliche Nachricht. Vor allem der achte Platz von Arvid Lindblad (18) im Racing Bulls wurde nicht überall erwartet. Doch der frühere Red-Bull-Motorsportchef Helmut Marko hatte den Briten gegenüber Blick als «Sensation 2026» angekündigt.
Zu den Geschlagenen gehört Williams, während man den Doppel-Ausfall von Aston Martin erwartet hatte. Und Neuling Cadillac feierte die Zielankunft von Pérez mit drei Runden Rückstand fast wie einen Sieg.