Darum gehts
- Gabriel Bortoleto erreicht Top Ten trotz Panne beim Formel-1-Rennen in Melbourne
- Nico Hülkenberg scheidet wegen Motorfehler auf der Start-Ziel-Geraden aus
- Audi erinnert an Sauber-Premiere 1993 und zeigt politisches Engagement in der F1
In der Qualifikation schaffte Gabriel Bortoleto (21) sensationell den Einzug ins Top-Ten-Finale – und blieb vor dem Einsatz in der Boxenstrasse liegen. Im Leerlauf. So wurde er kampflos Zehnter.
Schicksal schlug zweimal zu
Am Sonntag im Rennen erwischte es Teamkollege Nico Hülkenberg (38) auf der Aufwärmrunde. In der Qualifikation, vom Brasilianer nur um 0,082 Sekunden geschlagen, konnte Hülk seinen tollen 11. Startplatz nicht ausnutzen. Und blieb auf der Start-Ziel-Geraden stehen. Streckenposten mussten das Auto mit der Nummer 27 anschieben.
So wäre noch ein Start aus der Boxengasse möglich gewesen. Doch der Audi-Motor sprang nicht mehr an. Ein Fehler in der Telemetrie, hiess es kurz nach dem Rennende, als sich die Teammitglieder in den Armen lagen. Und Hülkenberg? «Es ist besser, wenn du mir jetzt keine Frage stellst.»
Die Umarmung des Jahres
Hier der totale Frust, dort der Jubel bei Bortoleto, der von Audi-Konzernchef Gernot Döllner (57) vor der Kamera von Blick-Fotograf Lukas T. Gorys herzlich umarmt wurde. Ein Bild für die Ewigkeit des deutschen Konzerns.
Und Bortoleto wusste, dass ihn sein zweiter Reifenwechsel in der 34. Runde den sicheren siebten Platz gekostet hat. So freuten sich Bearman als Siebter im Haas und der sensationelle GP-Debütant Lindblad als Achter im Racing Bulls über sechs und vier Punkte.
Audi will auch politisch mitspielen
Teamchef Jonathan Wheatley: «Mit diesem Einstieg hatte kaum jemand gerechnet. Wir haben als Team überzeugt, obwohl wir in Melbourne vom Schicksal wahrlich nicht verschont wurden. Doch aus jedem Zwischenfall haben wir gelernt. Auf diesem Resultat lässt sich aufbauen.»
Und Audi hat mit seinem Protest gegen einen gefährlichen Teil der Rennstrecke bewiesen, dass man im grossen Konzert auch politisch mithalten will und kann. Ferrari, Mercedes und Red Bull lehnten am Ende mit der FIA zwar eine Regeländerung ab. Doch Audi wird vor den Grossen sicher nicht kuschen.
33 Jahre nach Südafrika
Am 8. März 2026 hat also Audi mit vielen früheren Sauber-Mitarbeitern Geschichte geschrieben. Wie am 14. März 1993 bei der Sauber-Premiere in Südafrika. Damals wurde der Finne JJ Lehto hinter Prost, Senna, Blundell und Christian Fittipaldi Fünfter.
Dass vor 33 Jahren beim Regen-Chaos nicht mehr als fünf Autos ins Ziel kamen – wen interessierte das in der historischen Startstunde des Schweizer Rennstalls von Peter Sauber? Der wird jetzt mit Stolz seinen deutschen Nachfolgern applaudieren.
Audi-Nachwuchs glänzte
Nicht nur der neunte Platz von Bortoleto gehörte zum erfolgreichen Audi-Start. Vor dem Grand Prix hatte der Brite Freddie Slater (17) im Formel-3-Hauptrennen mit einem überraschenden zweiten Platz für Freude gesorgt. Denn Slater gehört seit einem Monat zur Audi Academy in Hinwil. Das Rennen gewann der Amerikaner Ugo Ugochukwo kampflos. Die letzten drei Runden wurden nach einem Crash unter gelben Flaggen, also Überholverbot, gefahren.