Das Rennen
Beim Saisonauftakt in Melbourne wird von Anfang an Action geboten. Nach zwei Ausfällen schon vor dem Rennen (siehe «Das gab zu reden») erwischen die Ferraris von Charles Leclerc und Lewis Hamilton den besten Start. Der Monegasse fährt von Startplatz vier direkt an die Spitze, der Brite von sieben auf drei. In den ersten Runden liefern sich Leclerc und George Russell ein Duell um die Führung – es kommt zu mehreren Überholmanövern.
Als Isack Hadjar in Runde elf einen Motorenschaden erleidet, kommt es zu einer ersten virtuellen Safety-Car-Phase, was Russell und Teamkollege Kimi Antonelli für einen Wechsel von den Medium auf die harten Reifen nutzen. Das hätte sich auch Hamilton gewünscht. «Zumindest einer von uns hätte an die Box kommen sollen», sagt er im Ferrari-Funk. Doch sein Team hält an der Ein-Stopp-Strategie fest. Wenig später meldet Ferrari, Russell befinde sich zehn Sekunden hinter Hamilton. «Wie kann das sein, dass es so wenig ist?», fragt sich Hamilton im Funk.
Der Vorsprung reicht bei Weitem nicht. Russell (auf harten Reifen) überholt Hamilton auf seinen schon abgenutzten Mediums in Runde 28 von 58. Kurz darauf meldet der Mercedes-Pilot, dass er daran glaubt, ohne weiteren Boxenstopp durchzukommen. Und das gelingt.
Russell – und hinter ihm auch Teamkollege Kimi Antonelli – fahren ihre Startplätze eins und zwei nach Hause. Für Blitzstarter Leclerc bleibt Platz drei, Hamilton landet hinter dem Podest. Am meisten Plätze gut macht Max Verstappen, der von Platz 20 (Crash in der Quali) auf sechs vorfährt.
Audi
Nach einem Defekt bei Gabriel Bortoleto im Qualifying, der ihm die Teilnahme am Q3 verhinderte, erwischt es im Rennen Nico Hülkenberg. Der Deutsche kann das Rennen gar nicht erst antreten (siehe «Das gab zu reden»).
Bortoleto fährt ein solides Rennen und wandelt seinen 10. Startplatz in die ersten zwei WM-Punkte für den Sauber-Nachfolger Audi um. Er macht einen Rang gut und wird Neunter.
Das gab zu reden
Zwei Fahrer starten gar nicht erst zum ersten GP der neuen Saison. Oscar Piastri, der Dritte der letztjährigen WM, verliert schon in der Outlap vor dem Rennen die Kontrolle über seinen McLaren. Der Australier kracht in die Bande, das Auto ist futsch. Sein Platz fünf bleibt am Start leer – ausgerechnet bei seinem Heim-GP vor 145'000 Fans.
Danach erwischt es auch Nico Hülkenberg: Auf dem Weg zur Startaufstellung kommt es zu einem technischen Defekt an seinem Audi. Zunächst heisst es, der Deutsche werde aus der Boxengasse starten, doch so weit kommt es nicht.
Im Rennen bleiben dann auch noch die beiden Aston Martin von Alonso und Stroll, Hadjar im Red Bull und Bottas vom Debütanten-Team Cadillac auf der Strecke.
Die Stimmen
George Russell: «Es war ein grosser Kampf am Anfang. Wir wussten, dass es eine Herausforderung wird. Ich war sehr froh, als ich dann die Ziellinie überquert habe.»
Kimi Antonelli: «Das war der beste Saisonstart, den wir uns hätten wünschen können. Der Start an sich war schlecht, ich habe viele Plätze verloren. Dann musste ich mich zurückkämpfen. Der Overtake ist so kraftvoll, da kann es echt viel Action geben.»
Charles Leclerc: «Es war sehr sehr tricky für uns. Am Start wusste wirklich keiner von uns, was zu erwarten ist. Du weisst zum Beispiel nicht, ob die Batterie die komplette Gerade hält. Es war eine grosse Herausforderung. Ich bin froh, kam ich aus dem Kampf am Anfang als Erster raus. Am Ende war das Resultat das beste, das drinnengelegen ist.»
So gehts weiter
Am nächsten Wochenende fahren die Boliden in Shanghai um Punkte. Am Freitag (8.30 Uhr) steht bereits die Sprint-Quali an, am Samstag folgen das Sprint-Rennen (4 Uhr) und die Quali für den GP (8 Uhr). Das Hauptrennen in China startet am Sonntag um 8 Uhr Schweizer Zeit.



