Darum gehts
- Moto2-Mechaniker Roberto Lunadei (42) stirbt bei Unfall in Italien
- Das deutsche IntactGP-Team trauert um ein beliebtes Mitglied
- Tom Lüthi arbeitet als Fahrer-Mentor für den Rennstall
Es ist eine Schockmeldung für die Töff-WM – und dort vor allem für das Moto2-Team IntactGP. WM-Mechaniker Roberto Lunadei (†42) verunglückt bei einem schweren Verkehrsunfall in seiner italienischen Heimat tödlich. Lunadei war gemäss italienischen Medienberichten auf einem Strassentöff unterwegs gewesen, als es in der Region im Hinterland von Rimini zu einer Kollision mit einem Auto kam. Die Sanitäter konnten Lunadei nicht mehr ins Leben zurückholen.
Der Italiener arbeitete in der WM für den Intact-Rennstall aus dem deutschen Memmingen, er war einer der Rennmechaniker für das australische Talent Senna Agius (20).
Lüthi und der verstorbene Mechaniker haben eng zusammen gearbeitet
Fürs selbe Team arbeitet auch Ex-Weltmeister Tom Lüthi (39), der Berner ist für Agius und den zweiten Fahrer Manuel Gonzalez (23, Sp) als Fahrer-Mentor und -Coach zuständig. Auch für Lüthi ist die Nachricht vom verheerenden Verkehrsunfall ein riesiger Schock. «Mir geht es nicht so gut, es ist ein auf und ab. Wir haben eng zusammen gearbeitet», sagt er zu Blick.
Erst noch vor zwei Wochen jubelte das Team mit Lüthi, Lunadei und Co. über einen starken Saisonauftakt. Agius holte die Pole-Position, Gonzalez gewann den Thailand-GP.
Doch jetzt muss der Rennstall, der die Team-WM anführt, statt mit viel Vorfreude auf den neuen Brasilien-GP (22. März) mit der unfassbaren Nachricht die Reise nach Südamerika antreten, dass ein Platz im Team leer bleibt.
Grosser Verlust für das kleine Team
Dazu muss man wissen: Ein Moto2-Team ist von der Grösse her nicht zu vergleichen mit einem grossen Rennstall, wie man es aus der Königsklasse MotoGP oder der Formel 1 kennt. In der Moto2 arbeitet nur eine Handvoll Menschen für die zwei Piloten.
Die Bande zwischen den Teammitgliedern ist eng. Man trifft sich im Hotel schon beim Frühstück, geht abends zusammen essen, man wächst auf den weiten Auslandsreisen zu einem verschworenen Haufen zusammen, scherzt und lacht zusammen. Vor allem, wenn man wie Intact zuletzt sehr erfolgreich war. 2025 gabs durch die beiden Piloten sechs GP-Siege.
Das Team selber schreibt auf Instagram: «Wir können und wollen nicht glauben, dass unser liebes Teammitglied viel zu früh von uns gegangen ist. «Roby» oder «Luna», wie wir ihn nannten, kam 2024 zu uns. Er war nicht nur ein sensationeller Mechaniker, sondern ein Mensch mit riesigem Herzen.»
Weil Lunadei früher in der WM auch für italienische Teams arbeitete, ist die Trauer auch sonst im stark italienisch geprägten Fahrerlager gross. Der heutige MotoGP-Fahrer Enea Bastianini gewann 2022 den Moto2-Titel mit Mechaniker Lunadei an seiner Seite. Bastianini schreibt in seiner Story: «Ciao Robi, mir fehlen die Worte. Ruhe in Frieden.»