Darum gehts
- Die Heim-WM 2026 in Zürich war ein unvergessliches Volksfest voller Emotionen
- Trotz Trainerchaos siegte das Team unter Jan Cadieux gegen Titelverteidiger USA
- Über 12'000 Fans feierten in der Swiss Life Arena bewegende Sportmomente
Das war die schönste Heimweltmeisterschaft in der Geschichte der Heimweltmeisterschaften. Momente, die man nie vergessen wird. Die Hockey-Stars auf dem Eis, Superstars wie Roger Federer oder Marco Odermatt als Einheizer an der Glocke, Patent Ochsner aus allen Kehlen und Büne Huber mit dem Spickzettel in der Hand in der Garderobe beim Verlesen der Startaufstellung. Ein Volksfest, eine mitreissende Sause für jung und alt, klein und gross. Die Swiss Life Arena rot angepinselt, die «W. Nuss vo Bümpliz» aus allen Kehlen für die da unten auf der Bühne, weil die da unten auf der Bühne grossen Sport aufgeführt haben.
Erfolg trotz schlechter Nachrichten à gogo
Und das ohne Vorbereitung. Oder besser gesagt: ohne die übliche Vorbereitung. Im Dezember 2025 wird präventiv der Trainerwechsel für den Sommer 2026 angekündigt, damit sich die Mannschaft in Ruhe auf das Turnier vorbereiten kann. Ein Plan, der vier Wochen vor Turnierstart in der Mottenkiste entsorgt werden kann, weil der Verband seinen Trainer feuert. Der Entlassung von Patrick Fischer folgt eine Kaskade von Ereignissen, es werden Briefe geschrieben, Drohungen ausgestossen, Abgründe tun sich auf und alte Zöpfe werden weitergeflochten – ein Chaos. Keine Vorbereitung im herkömmlichen Sinn. Was dann folgt, ist eine Erleuchtung. Und ein Beweis dafür, wie robust und widerstandsfähig der (Eishockey spielende) Mensch sein kann. Trotz schlechter Nachrichten à gogo ist die Mannschaft mit dem neuen Trainer Jan Cadieux am 15. Mai auf Zack, der wegweisende Auftritt gegen den Titelverteidiger USA wird zum Büchsenöffner für ein Frühlingsmärchen.
Pragmatiker statt Strahlemann
Cadieux ist nicht Fischer, kein raumfüllender Strahlemann, vielmehr ein Pragmatiker und Techniker – und in diesem Augenblick genau der Richtige. Nüchterne Konzentration auf das Wesentliche, fern von jedem Schalk, die Folklore überlässt er den anderen. Die grossen Auftritte orchestriert die Mannschaft selbst, und sie nimmt das Volk mit auf eine Reise durch die Zeit, beseitigt die letzten Zweifel und lässt sich auch vom ehemaligen Angstgegner Schweden keinen Schrecken mehr einjagen.
Diese Heimweltmeisterschaft war ein wunderbares Turnier. Sportlich nicht mit den Allerbesten der Besten, aber im Quervergleich viel leidenschaftlicher und emotionaler als das Olympische Turnier, das in aller Kürze das Wesentliche abhandelt und dann den Stecker zieht. Eine nachhaltige Sause für die Erinnerung und beste Werbung für Stadt, Land und den Sport. Gewonnen haben für einmal alle, auch wenn der Sport keinen Sinn für «Win-win» übrig hat. Das war mehr als Sport. Das war ein Ereignis für die Geschichtsbücher.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Schweiz | 7 | 32 | 21 | |
2 | Finnland | 7 | 20 | 18 | |
3 | Lettland | 7 | 7 | 12 | |
4 | USA | 7 | 4 | 11 | |
5 | Deutschland | 7 | 1 | 10 | |
6 | Österreich | 7 | -12 | 9 | |
7 | Ungarn | 7 | -24 | 3 | |
8 | Großbritannien | 7 | -28 | 0 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | Kanada | 7 | 20 | 20 | |
2 | Norwegen | 7 | 11 | 15 | |
3 | Tschechische Republik | 7 | 2 | 13 | |
4 | Schweden | 7 | 11 | 12 | |
5 | Slowakei | 7 | 2 | 11 | |
6 | Dänemark | 7 | -11 | 6 | |
7 | Slowenien | 7 | -12 | 6 | |
8 | Italien | 7 | -23 | 1 |



