Im Frühling gerät das Eishockey medial jeweils besonders in den Fokus. Während den Playoff-Viertelfinals ist unsere Liga täglich zur Primetime im TV zu sehen, ab den Halbfinals jeden zweiten Tag. Auf Hockeysender MySports, wo es die ganze Ladung und dazu ausgewählte Studiospiele auch im Free-TV (TV24, 3+ und gewisse lokale Sender) zu sehen gibt. In der Berichterstattung baut MySports auf seine Experten – und da hat sich im letzten Jahr besonders Christian Wohlwend (49) hervorgetan.
Der Trainer-Vulkan, der einst als Trainer des HC Davos Flaschen aufs Eis warf und auch nicht davor zurückschreckte, seinen Goalie (Sandro Aeschlimann) während einer Playoff-Serie zu kritisieren, überzeugt durch seine Authentizität, sein spezielles Wesen, aber auch seine Expertise. Fachlich stark wirft er teilweise mit vielen englischen Begriffen aus dem Hockeyalltag um sich, die er aber jeweils auch schön erklärt. Ungehobelt kommt er daher, weil bei ihm dann und wann auch die Späne fliegen und man nie weiss, welche verbale Überraschung als Nächstes kommt.
Auch Platz für Selbstironie
Wohlwend spricht Klartext, aber nie verletzend und zumeist auch mit einer positiven Schlussnote. «Ich werde meine Meinung sagen, aber niemanden in die Pfanne hauen», sagte er zu Blick, bevor der aktuelle Olten-Trainer seinen Nebenjob, der ihm sichtlich Freude bereitet, im November 2024 antrat. Bei ihm hat es auch Platz für Selbstironie. Während einem kleinen Zwischenhoch seines vormaligen Klubs Ajoie, der ihn kurz zuvor gefeuert hatte, erklärte er: «Ich weiss nicht, wer der Trainer war, den sie entlassen haben, aber es war eine super Entscheidung.»
Gelegentlich erfährt man auch, was Wohlwend im Leben wirklich wichtig ist. Kürzlich sagte er: «Ich bin von niemandem Fan, ausser von meiner Frau und meinen Söhnen.» Es ist Unterhaltung, was Wohlwend abliefert – zusammengemixt mit viel Fachwissen. Ob ihm dies auch hilft, nach den Tätigkeiten in Davos und bei Ajoie nochmals einen Job in der National League zu bekommen? Sicher bleibt der Engadiner so im Gespräch und gerät garantiert nicht in Vergessenheit. Seine direkte Art regelmässig vorgezeigt zu bekommen, könnte mögliche Arbeitgeber aber auch abschrecken.
Nach Ferienwoche am Sonntag zurück
Zuletzt weilte Wohlwend, der sich als TV-Experte definitiv etabliert hat, während einer Woche in den Familienferien. Doch mit Playoff-Halbfinalspiel fünf am Sonntag kehrt er an den Bildschirm zurück – man hat ihn schon ein wenig vermisst und ist jetzt schon gespannt, was er bei seinem Comeback wieder raushaut.
Einen rauszuhauen, ist auch die Spezialität eines anderen MySports-Experten. Spieleragent und Ex-Stürmer Sven Helfenstein (43) hat in dieser Hinsicht keinerlei Berührungsängste, schafft mit seiner spitzen Zunge und blumigen Sprache teilweise herrliche Bilder. Polarisiert aber auch regelmässig, nur schon weil die Doppelkombination Agent und Experte nicht unproblematisch ist. Würde er sich zurückziehen, würde der Hockey-TV-Landschaft aber definitiv etwas fehlen. Regelmässig auf MySports zu sehen sind als Experten auch der meinungsstarke Doyen Ueli Schwarz (66), Ex-SCB-Sportchef Alex Chatelain (48) und die Ex-Spieler Thomas Walser (43) und Reto Suri (37).