Sein Abgang war bereits beschlossen
Warum Zug-Terrier Vozenilek zum Kuschelbär wurde

Daniel Vozenilek ist im Vergleich zur letzten Saison nur noch ein Schatten seiner selbst. Er erklärt, die Kombination diverser Ursachen habe dazu geführt, dass er phasenweise die Freude am Hockey verlor. Ein Wechsel in die Heimat platzte erst im letzten Moment.
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Vorbei sind die Zeiten, in denen sich EVZ-Tscheche Daniel Vozenilek als Topskorer feiern lassen konnte.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Daniel Vozenilek kämpft sich nach einer schwierigen Saison beim EVZ zurück
  • Der Tscheche hat seine einstigen Stärken komplett verloren
  • Trainerwechsel zu Benoît Groulx bringt Hoffnung für Vozenilek
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Provokateur mit Dauergrinsen, Captain-Aufpasser, Rumpler, Goalgetter, Rekordbrecher. Das sind Erinnerungen an Daniel Vozenilek Ausgabe 24/25. Eine Saison später erfüllt der EVZ-Stürmer keine dieser Rollen mehr. Aus dem Helden ist ein Zauderer geworden. Die Stärken, die ihn ausgemacht haben – und wegen denen man ihn (hoffentlich) verpflichtet hat – sind wie weggeblasen. Ursachenforschung mit dem Tschechen, der eigentlich und verständlicherweise lieber nach vorne als zurück schaut.

Als letzte Saison die Euphorie um und der 30-Jährige selbst im Zuger Kollektiv so langsam verschwindet, kommt man um einen Eindruck nicht herum: Vozenilek wirkt, als hätte man ihm die Emotionen abgestellt. Als hätte man ihn gezähmt und an die Leine gelegt. Jenen Spieler, der während seiner Treffer-Rekordserie in elf aufeinanderfolgenden Partien stets betont, dass er diese (hitzigen) Emotionen brauche, um seine Top-Leistung abzurufen.

«Ich musste vieles verändern»

Vozenilek, der Weltmeister von 2024, wirkt verloren auf dem Eis, weil man aus ihm einen anderen Spieler formen will. Noch unter Meistertrainer Dan Tangnes nimmt die Bändigung ihren Anfang, unter Michael Liniger sind die Auswirkungen nicht mehr zu übersehen. «Ich habe mein Spiel verloren», spricht der Tscheche die für ihn schwierigen Worte aus, «ich musste vieles verändern.» Er tut es, um den Erwartungen an ihn zu entsprechen, «und um dem Team so zu helfen».

Das Resultat ist das Gegenteil, deshalb sieht Vozenilek mehrere Partien von der Tribüne aus. Die Freude am Hockey ist genauso weggeblasen wie seine Qualitäten. Bei Sportchef Reto Kläy spricht er mehrfach die Möglichkeit eines Wechsels in die Heimat zurück zu Trinec an. Er blitzt ab – bis Ende Januar. Da müsste er einem Tausch mit Trinecs Oscar Flynn (26) nur noch zustimmen.

Doch der Trade platzt im letzten Moment, weil sich Andreas Wingerli (28, Sd) im Duell gegen Zürich verletzt. Im fünften Spiel unter dem neuen Headcoach Benoît Groulx. Eine Olympiapause und fünf weitere Partien später bejaht Vozenilek die Frage, ob der Trainerwechsel für ihn positiv und hilfreich gewesen ist. Denn seine Vorzüge blitzen so langsam wieder auf, der 58-jährige Kanadier lässt Vozenilek wieder mehr Vozenilek-Dinge tun. Der Spass kehrt zurück.

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In seiner Rückschau betrachtet der Tscheche lieber das Gesamtbild. Ein Fingerbruch an der WM 2025, deswegen eine verpasste Vorbereitung, ein Fussbruch im dritten Liga-Spiel, sportliche Probleme der Mannschaft, der es überhaupt nicht läuft. «Es war eine Kombination diverser Ursachen, die einen Einfluss hatten. Physisch und mental habe ich mit der Situation gekämpft, das war nicht einfach», erklärt der 102-Kilo-Brocken.

Doch etwas blitzt wieder auf in seinen Augen kurz vor dem Start der Play-ins gegen die Lakers: die Erinnerung daran, weshalb er 2024 zum EVZ gekommen ist. «Um den Titel zu gewinnen. Wenn wir diesen Funken wiederfinden, sind wir eine starke Truppe.» Es tönt wie eine Drohung. Und es hat eine Zeit gegeben, in der hätte man sich als Gegner umgedreht, wenn sie von Vozenilek kam. Doch jetzt bleibt die Frage, ob er und der EVZ rechtzeitig sein Spiel wiederfinden.

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